Der Zugang zur Erstellung von Derivatemärkten war – im traditionellen Finanzsystem wie auch dem Krypto-Markt – bislang einer kleinen Gruppe kapitalkräftiger Akteure vorbehalten. Das Hyperliquid-Projekt Perps.fun will das ändern. Gemeinsam mit Kinetiq und Markets.xyz arbeitet das Team daran, die Erstellung neuer Perpetual-Märkte auf Hyperliquid deutlich zu vereinfachen und Marktteilnehmern einen Anteil an den generierten Handelsgebühren zu ermöglichen.
Zentralisierter Derivatemärkte
Laut Perps.fun werden rund 86 Prozent des globalen Derivatevolumens von lediglich vier Großbanken kontrolliert. In der traditionellen Finanzwelt sei die Teilnahme an diesem Geschäft eng an den Besitz von Handels- und Clearinginfrastruktur geknüpft. Wer einen Markt aufsetzen wolle, müsse faktisch die Börse selbst besitzen.
Mit dem HIP-3-Upgrade machte Hyperliquid die Erstellung neuer Perps-Märkte grundsätzlich für jedermann möglich. Die Hürde blieb jedoch hoch: Für jeden Markt müssen 500.000 HYPE-Token als Sicherheit hinterlegt werden – zuletzt ein Gegenwert von rund 30 Millionen US-Dollar.
Kinetiq und Perps.fun eben den Weg in den Mainstream
Einen ersten Schritt zur Senkung dieser Eintrittsbarriere unternahm Kinetiq mit seinem Produkt “Launch”. Dabei können HYPE-Staker die erforderliche Sicherheit gemeinschaftlich bereitstellen und werden im Gegenzug an den Gebühren beteiligt. Damit wurde die Finanzierung eines HIP-3-Deployers erstmals auf viele Schultern verteilt.
Perps.fun baut nun auf diesem Modell auf und vereinfacht den Prozess weiter. Statt selbst Kapital einzusammeln oder einen eigenen Deployer zu betreiben, können sich Nutzer als sogenannte “Sub-Deployer” bewerben und neue Märkte vorschlagen. Wird ein Markt angenommen, erhalten die Initiatoren dauerhaft 45 Prozent der generierten Handelsgebühren.
Nach Angaben von Perps.fun gingen bereits mehr als 70 Bewerbungen potenzieller Sub-Deployer ein, darunter Market Maker, Datenanbieter und Start-ups. Jeder dieser Akteure plane, mehrere eigene Märkte auf Hyperliquid zu lancieren.
Fokus auf Nischenmärkte
Perps.fun erwartet dadurch eine Welle neuer Märkte jenseits der etablierten Krypto-Assets. Damit dürften künftig verstärkt Nischenprodukte und exotische Vermögenswerte handelbar werden.
Die Ankündigung unterstreicht damit den Trend, dass Hyperliquid zunehmend zu einer offenen Infrastruktur für spezialisierte Derivatemärkte wird. Während HIP-3 den Betrieb eigener Börsen erlaubte und Kinetiq die dafür notwendige Finanzierung demokratisierte, will Perps.fun nun auch die Erstellung einzelner Märkte für eine deutlich größere Nutzergruppe zugänglich machen.
Der Name erinnert dabei nicht zufällig an Pump.fun. Tatsächlich verfolgt Perps.fun ein ähnliches Prinzip: Statt neuer Memecoins können Nutzer neue Märkte auf den Weg bringen und an deren Erfolg partizipieren. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Produkt. Während Pump.fun 2024 eine Flut spekulativer Token auf Solana hervorbrachte, dreht sich bei Perps.fun alles um Perpetual-Futures-Märkte. Ob daraus ein nachhaltiges Ökosystem für Nischen-Assets entsteht oder eine neue Welle hochspekulativer Derivate, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
In den vergangenen Wochen stand Hyperliquid insbesondere aufgrund der dort handelbaren Pre-IPO-Perps auf SpaceX im Fokus.

