Haftung im digitalen Zeitalter 

Großbank warnt: Haften Kunden für ihre KI-Agenten?

25 Millionen Kunden nutzen den KI-Assistenten der Bank of America. Bei fremden KI-Agenten zieht die Bank jedoch eine klare Grenze.

Jan-Malte Minnerup
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Ein futuristischer Roboter vor der Bank of America

Beitragsbild: Fotomontage

| Bank of America rät Kunden, ihre Zugangsdaten nicht an KI-Tools weiterzugeben

Künstliche Intelligenz ist inzwischen in nahezu alle Bereiche des modernen Lebens eingedrungen. Doch wer einem KI-Assistenten Zugriff auf sein Bankkonto gewährt, eröffnet den digitalen Helfern Zugriff auf sensible Daten, deren Nutzung von den Anwendern nicht im Einzelnen kontrolliert werden kann. Jetzt warnt die Bank of America davor, KI-Agenten selbstständig Zahlungen vorbereiten oder Einkäufe erledigen zu lassen.

Weitergabe von Passwörtern

Allerdings bleiben Kunden nicht automatisch auf finanziellen Schäden aus dem Missbrauch ihrer Daten sitzen. In den USA schützt der Electronic Fund Transfer Act Verbraucher vor nicht autorisierten elektronischen Überweisungen. Wie weit dieser Schutz reicht, hängt davon ab, ob der Kontoinhaber die jeweilige Transaktion persönlich genehmigt hat. Die freiwillige Weitergabe eines Passworts führt dabei nicht zwangsläufig zum Verlust sämtlicher Erstattungsansprüche.

In ihrer Kundenmitteilung mit dem Titel „Protecting your finances in the AI World“ fordert die amerikanische Großbank ihre Kunden dennoch dazu auf, ihre Benutzernamen und Passwörter nicht an externe Dienste weiterzugeben. Außerdem verweist die Bank darauf, dass Kunden für Aktivitäten verantwortlich sind, die aus der freiwilligen Weitergabe ihrer Zugangsdaten entstehen.

Banken arbeiten an eigenen KI-Zahlungssystemen

Ganz auf KI-Technologie verzichten wollen die Finanzinstitute aber auch nicht. Erst im September veröffentlichte die Bank of America gemeinsam mit fünf weiteren Großbanken Grundsätze für den Einsatz von Agentic-Commerce-Anwendungen, welche den Zahlungsverkehr mit KI-Agenten sicherer machen sollen. Dazu zählen neben Transparenz und Datenschutz auch die Kompatibilität unterschiedlicher Zahlungssysteme.

Der eigene KI-Assistent Erica der Bank of America zeigt mit 20 Millionen Nutzern und 200 Millionen Interaktionen im vierten Quartal 2025 die Bedeutung künstlicher Intelligenz für die amerikanische Großbank. Pro Nutzer entspricht das ungefähr zehn Anfragen innerhalb von drei Monaten. Zudem erwarten sie für die Zukunft eine stärkere Integration von KI-Agenten und Stablecoins wie USDC in bestehende Zahlungssysteme.

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