Ist der Bärenmarkt endlich vorbei oder müssen sich die Anleger noch auf einen tieferen BTC-Kurs einstellen? Nach dem 50-prozentigen Anstieg seit dem Tief bei 57.700 US-Dollar im Juli dieses Jahres und dem Bruch des lokalen Hochs 82.700 US-Dollar aus Mai hat sich die allgemeine Marktstimmung wieder deutlich verbessert. Dennoch sieht der Vermögensverwalter CoinShares noch keine Grundlage für einen nachhaltigen Bullenmarkt, wie das Unternehmen in einer BTC-ECHO vorliegenden Pressemitteilung erklärt.
Bitcoin-Terminmarkt zeigt erste Erholung
Ein wichtiger Indikator für die Stimmung unter professionellen Anlegern ist die Futures-Basis, welche die Preisdifferenz zwischen Bitcoin am Spotmarkt und Terminkontrakten mit festem Verfallsdatum anzeigt. Steigt die Differenz, deutet das auf eine höhere Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen hin. Aktuell liegt sie mit fünf bis sechs Prozent noch deutlich unter den Höchstständen aus 2024, wo sie zeitweise auf über 20 Prozent ansteigen konnte. Außerdem lag die Finanzierungsrate unbefristeter Futures im Frühjahr 2026 sogar noch im negativen Bereich. Dass hier inzwischen wieder eine leichte Erholung eingesetzt hat, ist laut CoinShares aber noch kein Grund für eine neue Rallye.
Senior Portfolio Manager Marc des Ligneris führt den jüngsten Kursanstieg vor allem auf die Auflösung von Short-Call-Positionen zurück. Zudem werden Cash-and-Carry-Geschäfte wieder attraktiver, bei denen Anleger von den Preisunterschieden zwischen dem Spot- und Futures-Markt profitieren.
Was könnte den nächsten Bitcoin-Bullenmarkt auslösen?
Einen möglichen Auslöser für einen neuen Anstieg des Bitcoin-Kurses sieht des Ligneris in einer Entspannung des Nahostkonfliktes. Sinkende Ölpreise könnten die Inflation abschwächen und damit den Spielraum der Zentralbanken für eine lockere Geldpolitik vergrößern. Aber auch eine neue Wirtschaftskrise könnte seiner Meinung nach als neuer Kurstreiber fungieren.
Sollten die milliardenschweren Investitionen US-amerikanischer KI-Konzerne nicht die erwarteten Erträge liefern, könnte zunächst eine größere Korrektur an den Aktien- und Krypto-Märkten folgen. Entscheidend wird dann sein, ob die Zentralbanken darauf mit zusätzlichen Liquiditätsspritzen reagieren, von denen auch Bitcoin erheblich profitieren könnte.
