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Geldwäsche bei Shapeshift? Die Reaktion der Börse

Laut eines Berichts des Wall Street Journal wurden illegal erworbene Gelder in Höhe von 88,6 Millionen US-Dollar via Bitcoin & Co. durch 46 verschiedene Krypto-Börsen geschleust. Der am 28. September veröffentlichte Bericht nimmt insbesondere die vermeintlich anonyme Plattform Shapeshift ins Visier. Insgesamt neun Millionen US-Dollar habe man demnach auf der Börse gewaschen. Nun wehrt sich Shapeshift mit einem öffentlichen Statement.

Max Kuhlmann
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: shutterstock, PR

ong>Nun wehrt sich Shapeshift mit einem öffentlichen Statement.

Shapeshift ist eine im Jahr 2014 gegründete Krypto-Börse, die es Nutzern erlaubt, ohne Angabe ihrer Identität Kryptowährungen wie Bitcoin zu tauschen. Dabei kann man zwar die Adressen der Transaktionen nachverfolgen. Wer jedoch hinter den Adressen steckt, bleibt unbekannt.

Dies haben sich nun offenbar Kriminelle zunutze gemacht. Um dies zu belegen, hat das Wall Street Journal keine Kosten und Mühen gescheut und ein eigenes Computerprogramm entwickelt, das die Finanzflüsse von über 2.500 Nutzern nachverfolgte, die das Journal wegen Betrugs verdächtigt.

Betrüger wandelten Bitcoin in Monero um

Hierunter befinden sich laut Wall Street Journal vor allem Investment-Betrüger und Ponzi-Schemes. Diese haben etwa mithilfe von Shapeshift ihre Bitcoin in Monero umgewandelt und seien nun nicht mehr auffindbar. Das Wall Street Journal kritisiert in dem Bericht, dass Shapeshift seine Policy der Anonymität immer noch nicht aufgegeben habe.

So reagiert Shapeshift: Massive Kritik an der Kritik

Am 1. Oktober reagierte Shapeshift in einem öffentlichen Statement auf den Bericht. Dieser sei laut der Krypto-Börse „mit inakkuraten und teilweise sogar falschen Daten“ gespickt. Über fünf Monate habe die Bitcoin-Börse mit dem Finanzjournal zusammengearbeitet, deren Fragen beantwortet und sich stets kooperativ gezeigt. Unter den vielen diskutierten Themen sei aber niemals etwas von den Kritikpunkten zur Sprache gekommen, welche das Wall Street Journal nun veröffentlicht habe. Neun Millionen US-Dollar seien zudem lediglich 0,15 Prozent des Handelsvolumens von Shapeshift – zu wenig, um es zu kriminalisieren.

Doch selbst in diesem Umfang sei Geldwäsche via Shapeshift nicht möglich. Die Exchange arbeite eng mit einer Vielzahl anderer Krypto-Börsen zusammen, um krimineller Energie vorzubeugen. Dafür seien sogar ganze Länder auf der Sanktionsliste. Anstatt monatelang die Informationen über verdächtige Accounts einzubehalten, hätte das Wall Street Journal Shapeshift auch mit den nötigen Daten versorgen können, um somit möglichem Verbrechen vorzubeugen. Dies sei anscheinend aber nicht das Ziel des Finanzjournals gewesen.

Zudem bezweifelt Shapeshift die Kompetenz der Autoren, die keineswegs voll in dem Thema stünden. In dem öffentlichen Statement geht die Exchange auf weitere Anschuldigungen im Detail ein.

Der alte Versuch, Anonymität zu kriminalisieren

Natürlich ist es wünschenswert, Ponzi-Schemes und Betrügereien Einhalt zu gebieten. Es stellt sich jedoch die Frage, welches das beste Mittel hierfür ist. Aufklärung über deren Machenschaften scheint hier wesentlich besser geeignet zu sein als die Kriminalisierung von Projekten, welche die Privatsphäre fördern möchten.

Zu schnell wird hier das Kind mit dem Bade ausgekippt und ganze Großprojekte über einen Kamm geschoren, wie hier im Fall von Shapeshift. Zumal die generelle Anschuldigung, Kryptowährungen würden vor allem für kriminelle Zwecke genutzt werden, mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun hat. Der Trend geht deutlich in eine entgegengesetzte Richtung.

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