Bitcoin – eine Gefahr für die Finanzstabilität? FSB äußert sich
Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 3 Minuten

FSB äußert sich zu Bitcoin
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Das Financial Stability Board (FSB) hat am 6. Juni einen Bericht zu dezentralen Finanztechnologien veröffentlicht. Darin äußert sich der Finanzstabilitätsrat zu seiner Einschätzung von Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. Die internationale Organisation zieht darin unter anderem ein Fazit zu den Auswirkungen von Distributed-Ledger-Technologien auf die internationale Finanzstabilität.

Bitcoin gilt gemeinhin als dezentrales elektronisches Geldsystem, das unter anderem in Konkurrenz zu Zentralbanken steht. Mit seiner Veröffentlichung vor über 10 Jahren brachte der unbekannte Erfinder Satoshi Nakamoto den Stein ins Rollen. Schließlich begann mit dem Bitcoin White Paper auch der Auftrieb der Distributed-Ledger- bzw. Blockchain-Technologien. Ob diese der internationalen Finanzstabilität gefährlich werden können, hat das FSB nun untersucht.


Grundlage für G20-Gipfel

Der aktuelle Report soll als Grundlage für den anstehenden G20-Gipfel dienen. Dort diskutieren am 8. und 9. Juni im japanischen Fukuoka Finanzminister und Zentralbankenvertreter die Zukunft der Regulierung von Bitcoin & Co. Insgesamt beurteilt der Finanzstabilitätsrat die Lage differenziert. So sieht er einerseits durchaus Chancen für die Finanzstabilität:

Im Bericht wird festgestellt, dass die Anwendung dezentraler Finanztechnologien – und des stärker dezentralisierten Finanzsystems, zu dem sie führen können, – in gewisser Weise zur Finanzstabilität beitragen könnte. Sie kann auch zu mehr Wettbewerb und Vielfalt im Finanzsystem führen und die systemische Bedeutung einiger bestehender Unternehmen verringern,

stellt die Behörde in ihrer Mitteilung fest. Dennoch sieht der Rat auch eine Gefahr, die durch Kapitalkonzentration in digitalen Finanzsystemen entstehen kann. Im Bericht selbst wird diese Thematik weiter ausgeführt und damit auf die Tatsache verwiesen, dass sich etwa das Bitcoin Mining zunehmend zentralisiert hat.

Bitcoin & Co. können Vertrauen der Öffentlichkeit gefährden

Darüber hinaus könnten Bitcoin & Co. die Behörden vor regulatorische Schwierigkeiten stellen:


Gleichzeitig kann der Einsatz dezentraler Technologien Risiken für die Finanzstabilität mit sich bringen. Dazu gehören das Entstehen von Konzentrationen bei Eigentum und Betrieb wichtiger Infrastrukturen und Technologien […] bei der dezentralen Risikobereitschaft. Neue Unsicherheiten bei der Bestimmung der gesetzlichen Haftung und des Verbraucherschutzes können sich auch auf das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Finanzsystem auswirken.

Behörden und Regierungen seien aufgrund der neuen Herausforderungen, die Bitcoin & Co. stellen, dazu angehalten, mit Interessensgruppen aus dem Krypto-Sektor in den Dialog zu treten. Nur so könne man garantieren, unvorhergesehene Komplikationen einzudämmen, heißt es im Bericht.

Über den Finanzstabilitätsrat (FSB)

Der FSB koordiniert auf internationaler Ebene die Arbeit der nationalen Finanzbehörden und der Formung internationaler Standards und entwickelt die Umsetzung einer wirksamen Regulierungs-, Aufsichts- und sonstigen Finanzsektorpolitik im Interesse der Finanzstabilität. Sie vereint die für die Finanzstabilität in 24 Ländern und Jurisdiktionen zuständigen nationalen Behörden, Finanzinstitute, internationale Gruppierungen von Aufsichtsbehörden sowie Ausschüsse von Zentralbank-Experten. Das FSB führt über seine sechs regionalen Beratungsgruppen auch Outreach mit etwa 70 anderen Jurisdiktionen durch.

Den Vorsitz im FSB führt Randal K. Quarles, stellvertretender Vorsitzender der Aufsicht der US-Notenbank; ihr stellvertretender Vorsitzender ist Klaas Knot, Präsident der De Nederlandsche Bank. Das FSB-Sekretariat hat seinen Sitz im schweizerischen Basel und wird von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich betreut.


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