EU-Studie: Kryptowährungen im FinTech-Wettbewerb
Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Quelle: Students boy get set to leaving the starting for running competition boy at school sports day. School sports day concept via Shutterstock

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Eine vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebene Studie untersucht den Wettbewerb im Fintech-Bereich. Bei der Betrachtung spielen auch Blockchain-Unternehmen eine entscheidende Rolle, die einen immer größeren Teil am Fintech-Gewerbe ausmachen.

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Der Bericht „Competition Issues in the Area of Financial Technology (Fintech)“ wurde im Auftrag des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments vom Policy Department A erstellt. Dieser setzt sich mit der neuen Wettbewerbssituation auseinander, die durch den Anstieg an Dienstleistern im Fintech-Bereich entstehen. Hier treffen neue Start-ups auf traditionelle Finanzinstitute und große Technologiekonzerne. Ziel der Studie ist es vor allem, Felder aufzuzeigen, in denen der Wettbewerb versagt.

Digitale Währungen in der Wettbewerbsanalyse

Die Studie stellt zunächst allgemein das Wachstum des FinTech-Sektors und die Vorteile, die sich daraus für den europäischen Konsumenten ergeben, dar. Durch die neue Art von Finanzdienstleistungen lassen sich etwa Kosten sparen, die Effizienz steigern und die Transparenz erhöhen. Anschließend unterscheiden die Autoren zwischen verschiedenen Kategorien für FinTech-Dienstleister, darunter auch digitale Währungen. Im Gegensatz zu einer vorangegangenen Studie wird hier nicht zwischen digitalen Währungen und Kryptowährungen unterschieden, beide Begriffe also synonym gebraucht.

Für digitale Währungen gibt es laut der Studie zwei hauptsächliche Wettbewerbsfelder: Den Wettbewerb unter einzelnen Kryptowährungen (Inter-Kryptomarkt) und den Wettbewerb unter Krypto-Exchanges (Intra-Kryptomarkt). Letzterer beinhaltet auch Anbieter von Mining-Hardware, Wallets und Zahlungsanbietern.

Der Inter-Kryptomarkt

Der Inter-Kryptomarkt wird nach wie vor von Bitcoin dominiert, auch wenn die Tendenz fallend ist. Der Bericht nennt zwei Referenzgrößen. Im März 2015 vereinte Bitcoin noch 86 Prozent der Kryptomarktkapitalisierung auf sich, im März 2017 waren es nur noch 72 Prozent. Aktuell liegt die BTC-Dominanz bei unter 50 Prozent, zwischenzeitlich war sie im Jahr 2018 gar auf knapp 30 Prozent gefallen.

Als Hindernis für den Wettbewerb unter Kryptowährungen identifizieren die Autoren Netzwerkeffekte. Dadurch, dass viele Kryptowährungen darauf ausgelegt sind, innerhalb eines bestimmten Ökosystems zu funktionieren, sind sie nicht untereinander substituierbar. Zudem ist die Akzeptanz nicht für alle Kryptowährungen gleich hoch, was sich etwa im Angebot von Börsen, Wallets oder generellen Akzeptanzstellen auswirkt.

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Für die Europäische Union ergibt sich zudem ein Problem daraus, dass Kryptowährungen international funktionieren und durch keine Jurisdiktion eingegrenzt sind. Dies macht die Untersuchung und Sanktionierung von wettbewerbsschädigendem Verhalten extrem schwierig. Speziell die Konzentration von Mining-Aktivitäten außerhalb Europas stellt demnach eine Herausforderung dar.

Der Intra-Kryptomarkt

Als potentielles Wettbewerbshindernis nennt der Bericht die Marktmacht von Geschäftsbanken. Diese könnten Börsen oder Wallet-Anbietern beispielsweise die Eröffnung eines Kontos verwehren oder Einlagen einfrieren, falls es zu Ungereimtheiten kommt. Dadurch wird die Hürde für den Markteintritt sehr hoch gelegt.

Der Mining-Markt wird laut den Analysten nicht als klassischer Markt charakterisiert, da sich der Reward nicht aus dem Markt, sondern aus dem Mining-Algorithmus ergibt. Allgemein wird Mining nicht als Wettbewerbsmarkt angesehen, da es Skaleneffekte und energieeffiziente Standorte fördert. Im Aufkommen von Mining Pools wird zudem eine Kartellbildung erkannt.

Bei Wallets und Börsen ist die Lage deutlich entspannter, da es hier deutlich mehr Konkurrenz gibt. Niedrige Hürden für den Markteinstieg werden hierbei genannt. Allerdings moniert der Report, dass es nicht ohne Weiteres möglich ist, zwischen einzelnen Anbietern zu wechseln. Zudem sind Wallet-Anbieter und Börsen teilweise untereinander verlinkt und könnten so den Wettbewerb verwischen.

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