Ether-Kurs dreht auf Ethereum-Netzwerk so stark wie im Bullenjahr 2017
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Das Ethereum-Netzwerk blüht auf. Der DeFi-Boom und das bevorstehende Upgrade Serenity geben dem Asset Aufwind. Dass nach oben noch Luft ist, legt ein Bericht von Xangle Reserarch nahe.

Am Wochenende war es wieder so weit: Nach mehr als einem Jahr hat sich der Ether-Kurs (ETH) in der Nacht zum Sonntag über die 300-US-Dollar-Marke hieven können. Zuletzt notierte die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung am 10. Juli 2019 auf einem ähnlichen Niveau. Dem letzten Ausbruchsversuch über die wichtige Schwelle hatte der Corona-Crash im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit einem 52-Wochenplus von fast 50 Prozent steht Ethereum nun so gut da wie lange nicht mehr.


Einblicke

Unterfüttert wird die Kurs-Rallye von starken Netzwerkdaten. Einem aktuellen Bericht von Xangle Reserach für Q2 zufolge ist das Transaktionsvolumen auf der Ethereum Blockchain im zweiten Quartal 2020 um fast 62 Prozent gestiegen und hat am 23. Juni ein 52-Wochen-Hoch erreicht. Während die Hash Rate um 7,4 Prozent gestiegen ist, sind die Transaktionsgebühren um beeindruckende 688 Prozent gestiegen.

Wie aus der obigen Grafik hervorgeht sind die Transaktionsgebühren zwar konstant gestiegen. Verfälscht wird der Wert aber durch eine rätselhafte Transaktion, bei der ein Ether-Wal rund 5,2 Millionen US-Dollar Gebühren für zwei Transaktionen gezahlt hat.

Die Zahl der aktiven Adressen verbucht im zweiten Quartal ebenfalls einen deutlichen Anstieg von 33,6 Prozent, wobei die Zahl neuer Adressen um 134,8 Prozent gestiegen ist.

Ethereum so stark wie 2017

Vergleicht man die jüngsten Netzwerkdaten mit denen aus dem Bullenjahr 2017, zeigen sich auffallend ähnliche Muster. Sowohl die Entwicklung der neuen als auch der aktiven Adressen scheint sich zu wiederholen.

Vergleicht man jedoch die Kursentwicklung beider Perdioden, klafft eine gehörige Lücke: Damals stand der Ether-Kurs bei rund 1.400 US-Dollar. Im Vergleich dazu wirkt der jüngste Kurssprung über 300 US-Dollar überschaubar.


Angesichts der Tatsache, dass der Kurs für Ethereum im Zeitraum 2017-2018 mit 1.396 US-Dollar seinen Höchststand erreicht hat und im 2. Quartal 2010 nur noch 230 US-Dollar erreichte, muss Ethereums On-chain-Aktivitäts-Indikator überdacht werden,

urteilt der Analyst Jehn Kim im Bericht. Doch auch wenn On-Chain-Indikatoren ähnlich seien, unterscheiden sich die makroökonomischen Bedingungen in Q2 2020 deutlich von denen aus 2017-2018. Ein Virus, dass die Weltwirtschaft auf den Kopf gestellt hat, und ein stetig wachsender Bereich dezentraler Finanzen (DeFi) stellten demnach zwei einscheidende Faktoren im Ethereum-Netzwerk dar.

Ausblick

Für das Ethereum-Netzwerk als DeFi-Herberge zeichnen sich die Potenziale des noch jungen Finanzsektors bereits ab. Allein seit Anfang Juli ist das in DeFi-Protokollen eingebundene USD-Vermögen laut Defipulse um 94 Prozent von 1,87 auf 3,63 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Das vermehrte Interesse unter Anlegern am aufstrebenden DeFi-Ökosystem schlägt sich folglich auch in einer Zunahme der Netzwerkaktivitäten nieder, die in Q2 selbst jene von Bitcoin und Ethereum in die Schranken gewiesen haben:

DeFi-Token- haben bei den aktiven Adressen stärker zugenommen als Ethereum und Bitcoin. Die Mehrheit der Kurse der DeFi Token übertrafen auch die Preise von Ethereum und Bitcoin.

Die vermehrte Einbindung von DeFi-Token in der Ethereum-Blockchain führt vor allem zu steigenden Transaktionsgebühren. Diese lagen erstmals höher als jene von Bitcoin. Zudem steigt die Gesamtzahl der Transaktionen kontinuierlich an. Im näherte sie sich einer Million Transaktionen wieder dem Allzeithoch von 1.349.890 an. Dem Bericht nach hat Ethereum das Bitcoin-Netzwerk auch zum ersten Mal in der Geschichte hinsichtlich des verarbeiteten Transaktionsvolumens mit über 508 Milliarden US-Dollar in 2020 überholt.

Die Fakten sprechen für sich: Ethereum erlebt einen zweiten Frühling. Der DeFi-Bereich hat neuen Schwung in das Netzwerk gebracht und seine Potenziale zwar bereits angedeutet, aber längst noch nicht ausgeschöpft. Sollte das Netzwerk seine Skalierungsprobleme durch den Übergang zur 2.0-Version in den Griff bekommen, ist noch viel Luft nach oben.


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