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Marktupdate Ethereum eilt zum Allzeithoch: Das sind die Rallye-Verursacher

Erst vor wenigen Tagen stellte Ethereum eine neue Rekordmarke auf. Hält die zweitgrößte Kryptowährung das Tempo, könnte die Marke jedoch schon bald dem Erdboden gleichgemacht werden.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Ethereum-Münze neben einem Bullen vor einem Chart

Beitragsbild: Shutterstock

Wenn die Bitcoin Rallye einen Gang runterschaltet, schlägt mal wieder die Ethereum-Stunde. Im Wechsel bezwingen die zwei größten Kryptowährungen zurzeit eine Rekordmarke nach der anderen. Erst vor wenigen Tagen erreichte Ethereum ein neues Allzeithoch, das bei aktuellem Tempo jedoch schon bald erneuert werden könnte.

Ethereum-Kurs (ETH) im Wochenchart

Zu Redaktionsschluss notiert Ethereum bei 1.419 US-Dollar und damit nur 1,1 Prozentpunkte unter dem Allzeithoch. Auf Tagessicht legt die zweitgrößte Kryptowährung 7,2 Prozent zu und verbucht somit ein Wochenplus von 7,4 Prozent.

Ethereum Rallye

Allein seit Jahresbeginn hat sich der Ethereum-Kurs nahezu verdoppelt. Die beachtliche Wertentwicklung ist dabei auf zunächst unterschiedliche Dynamiken zurückzuführen, die sich jedoch auf den zweiten Blick gegenseitig bedingen und den Kurs kontinuierlich hochschaukeln.

Zunächst ist die Rallye das Ergebnis einer zunehmenden Ether-Allokation von Kleinanlegern und institutionellen Investoren. Wie die nachfolgende Grafik von Glassnode zeigt, ist die Anzahl der Wallets, die 0,1 oder mehr Ether bzw. 10.000 oder mehr Ether halten, seit November vergangenen Jahres mit wenigen Rücksetzern konstant gestiegen.

Auch das Ethereum-Suchverhalten auf Google bezeugt ein zunehmendes Interesse unter Kleinanlegern. Zwar hat sich der Trend seit der zweiten Januarhälfte etwas nach unten korrigiert, verharrt im Vergleich zum Vorjahr aber auf einem nach wie vor starken Niveau.

Derweil legt der jüngst veröffentlichte Jahresabschlussbericht der Krypto-Börse Coinbase nahe, dass sich Ethereum zunehmend als beliebte Anlageklasse unter Großinvestoren etabliert. Institutionelle erkennen demnach allmählich die Wertspeicherqualitäten der zweitgrößten Kryptowährung an und schichten immer häufiger Vermögen darin um. Zudem sei über die Jahre ein Verständnis für die synergetischen Netzwerkeffekte gereift, das schließlich zu einer weitsichtigen Ether-Anhäufung vermögender Investoren führe.

Angebotsverknappung

Die steigende Nachfrage unter privaten und professionellen Investoren trifft dabei auf ein immer geringer werdendes Angebot. Noch Anfang August 2020 belief sich der von Börsen gehaltene Supply auf knapp 19 Millionen Ether. Aktuell sind die Börsenreserven auf rund 15,4 Millionen Ether eingeknickt – Ein Rückgang von 19 Prozent in einem halben Jahr.

Im selben Zeitraum ist der in Smart Contracts eingebundene Ether Supply um 50 Prozent von 12,5 auf 18,8 Prozent gestiegen. Zwischen beiden Kennzahlen – Supply-Schmelze an den Börsen einerseits und steigende Smart-Contract-Einbindungen andererseits – zeigt sich eine enge Korrelation, die als permanenter Kurstreiber fungiert. Dabei entpuppen sich insbesondere Smart-Contract-basierte DeFi-Anwendungen als konstanter Abnehmer großer Ether-Mengen. Laut defipulse sind bereits 7,2 Millionen Ether in DeFi-Anwendungen eingebunden.

Es wird ernst: Ethereum 2.0 bald in Phase 1

Nicht zuletzt laufen die Entwicklungen an Ethereum 2.0 auf Hochtouren. Laut beaconcha.in zählt das Netzwerk bereits über 77.000 Validatoren, die insgesamt über 2,4 Millionen Ether gestaked haben. Während der noch laufenden Phase 0 können Validatoren ihren Stake nicht übertragen. Erst mit dem Übergang in Phase 1, die laut Entwickler Danny Ryan in der zweiten Jahreshälfte eintreten könnte, können Validatoren ihren Stake von der Beaconchain auf die Eth2-Chain migrieren. Bis dahin verknappen sich somit die Ether-Bestände durch den anschwellenden Staking-Pot.

So lässt sich festhalten: Die Kursrallye wird durch verschiedene Dynamiken katalysiert, die zurzeit aufeinander treffen. Eine steigende Nachfrage unter ganz verschiedenen Anlegertypen trifft auf eine zunehmende Verknappung, die durch DeFi-Anwendungen und den Staking-Testlauf verschärft wird. In Anbetracht der DeFi-Entwicklung und hohen Staking-Nachfrage dürfte sich dieses Ungleichgewicht auch in den kommenden Monaten nicht normalisieren.

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