Höher, schneller, weiter Ethereum 2.0: Zwei Millionen Test-Ether gestaked
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Ethereum-Münze

Quelle: Shutterstock

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Ethereum wird grundsaniert. Neben Medalla ist auch das Testnet Optimistic Ethereum live, das das Blockchain-Interieur auf den Kopf stellt und Skalierungslösungen auf Herz und Nieren prüft.

Das Ethereum-Netzwerk platzt allmählich aus allen Nähten. Das rasante Wachstum des DeFi-Sektors testet immer mehr die Grenzen der Belastbarkeit der Ethereum Blockchain. Lag das Gesamtvolumen der in DeFi-Anwendungen gebundenen Token (Total Value locked) Anfang des Jahres noch bei rund 700 Millionen US-Dollar, sind es mittlerweile über 11 Milliarden US-Dollar.


DeFi verstopft somit zusehends die Transaktionskanäle und kurbelt die entsprechenden Gebühren sukzessive hoch. So belaufen sich die gesamten Transaktionsgebühren für 2020 im Ethereum-Netzwerk bereits auf 354 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Im Bitcoin-Netzwerk summieren sich die Gebühren bisher auf 157 Millionen US-Dollar. 

Am Anstieg der Gebühren wird überdeutlich: Ethereum hat ein Skalierungsproblem. Um das in den Griff zu bekommen, basteln Entwickler an unterschiedlichen Lösungsansätzen, die vor dem Mainnet-Launch in diversen Multi-Client-Testnet-Umgebungen durchgespielt werden.

Licht am Ende des Tunnels

Eine davon stammt von der Plasmagroup, die kürzlich die erste Phase des Testnets Optimistic Ethereum eingeläutet hat. Das Team entwickelt eine mit der Ethereum Virtual Machine (EVM) kompatible Layer-2-Skalierung, um Daten und Transaktionen schneller zu verarbeiten. 

Das Testnet durchläuft insgesamt vier Phasen, in denen stetig mehr Mainnet-Bedingungen simuliert werden. 


Als erster early Adopter wird Synthetix die Skalierungslösungen testen und 200.000 SNX als Belohnung (Rewards) für die Teilnahme am Netzwerk bereitstellen. Dem Entwicklerteam zufolge sei das Testnet zwar für die öffentliche Nutzung geöffnet, aber noch Bug-anfällig und nicht für die Abwicklung von Contracts geeignet. 

Ethereum-Testnet Medalla auf gutem Weg

Auch das offizielle Testnet Medalla vermeldet auf dem Weg zur 2.0-Version Fortschritte. Laut beaconcha.in zählt die Testnet-Umgebung aktuell 63.290 Validatoren, von denen knapp 2 Millionen des Ether-Test-Token Görli (GöETH) gestaked werden.

 

Medalla stellt indes die letzte große Testnet-Umgebung vor Phase 0 dar, die bis Ende des Jahres eingeführt werden soll und wiederum den eigentlichen Beginn von Ethereum 2.0 darstellt. Unter dem Upgrade-Namen Serenity durchläuft Ethereum im Anschluss zwei weitere Phasen, an dessen Ende dann schließlich alle Funktionen und Updates wie das Proof of Stake-Konsensverfahren, die Beacon Chain, Sharding-Funktionen und das Asset Ether 2 vollends auf das Mainnet übertragen werden.

Die Ethereum-Entwickler haben sich also einiges vorgenommen. Laut Chefentwickler Vitalik Buterin könnten letztlich fünf bis zehn Jahre bis zur finalen Version verstreichen. So lange sich der DeFi-Markt aber weiter aufbläst, und vom Gegenteil ist aktuell nicht auszugehen, dürften die Transaktionskosten im Ethereum-Netzwerk auf einem konstant hohen Niveau bleiben. Die Skalierungslösung der Plasmagroup könnte insofern tatsächlich Licht am Ende des Tunnels bringen. 



 

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