Corona-Krise Einkaufen mit Blockchain-Lizenz: Spanische Forscher entwickeln Corona-App
David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Smartphone mit Tracking- oder Tracing-App für Covid-19

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Im Kampf gegen das Corona-Virus lasten die gemeinsamen Hoffnungen von Wissenschaft und Politik zur Stunde auf Smartphone-Apps. Spanische Forscher haben nun eine Blockchain-basierte Mobilanwendung entwickelt, die unter anderem für die Einhaltung der Social-Distancing-Vorgaben sorgen soll. Über die App können Nutzer beispielsweise Lizenzen für den Einkauf im Supermarkt erhalten.

Wer sich Talkshows ansieht, einen Blick in die Zeitung wirft oder durchs Netz klickt, dem springt in der Diskussion um das Corona-Virus dieser Tage unweigerlich Eines ins Auge: Bei allem Zwist über Maßnahmen und den weiteren Fahrplan eint Politik und Gesundheitsexperten in der andauernden Krise zur Stunde die Hoffnung auf eine geeigneten Mobil-Lösung. Eine CoronaApp soll her, um Infektionsketten offenzulegen, Betroffene zu identifizieren und ein Stück Normalität in den jäh gebrochenen Alltag zu bringen.

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Social-Distancing dank Corona-App

Forscher der Universität Salamanca wollen eine solche Software nun gemeinsam mit dem spanischen Institut für künstliche Intelligenz AIR entwickelt haben. Hierbei wollen die Wissenschaftler Blockchain-Technologie und künstliche Intelligenz einsetzen, um die Ausbreitung des Erregers SARS-CoV-2 einzudämmen. Ihre Idee stellt das Forschungsteam an diesem Donnerstag, den 16. April in einem Interview mit dem Ingenieursmagazin Spectrum vor.

Ziel der CoronaApp ist es, dass die Menschen die Vorgaben sozialer Distanz einhalten. Hierfür erstellt die Anwendung für ihre Nutzer digitale Identitäten, die mithilfe von Distributed-Ledger-Technologie abgesichert werden. Diesen Profilen können dann unter anderem Online-Zertifikate und Lizenzen zugewiesen werden, die zum Einkauf oder dem täglichen Arbeitsweg berechtigen. Menschentrauben vor Apotheken, Supermärkte und Postfilialen könnten so künftig vermieden werden.

Gleichzeitig soll die App ihre Nutzer mit Handlungsempfehlungen versorgen und vor möglichen Infektionsherden warnen. Hierbei machen sich die Entwickler die Potentiale künstlicher Intelligenz zunutze. Hierbei soll die Software eigenständig offizielle Gesundheitsdaten und Medienberichte auswerten und so die weitere Ausbreitung des Virus modellieren.

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fassen die Forscher die Ziele ihres Projektes im gemeinsamen Interview zusammen. Derzeit befinde sich die App jedoch noch in der Testphase und benötige weitere Finanzmittel. Wann die Corona-App zum Einsatz kommen könnte, lassen die Wissenschaftler offen.

Der Kampf gegen das Virus – können Blockchain-Apps helfen?

Während die Rufe nach CoronaApps immer lauter werden, setzen weltweit zahlreiche Entwicklerteams auf Blockchain-Rezepte, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Die Unternehmensberater von PwC entwickelten zuletzt einen Corona-Pass für Arbeitsplätze, mit dessen Hilfe Nutzer ihre Testergebnisse ausweisen können. Die Sportplattform Socios.com will solche Immunitätsgarantien für den Besuch von Fußballspielen und Sportveranstaltungen zum Einsatz bringen. Die App des niederländischen Public Health Blockchain Consortium wiederum soll nichtinfizierte Personen über ihre Bewegungsprofile vor möglichen Ansteckungsgefahren schützen.

Hierzulande lasten derweil die größten Hoffnungen auf der Mobil-Anwendung, die das Fraunhofer-Institut gemeinsam mit einem internationalen Forscher-Team entwickelt. Ihre Lösung für den Kampf gegen das Virus ist ein Bluetooth-Tracker. Die App soll Nutzer mit allen Geräten verknüpfen, die für einen längeren Zeitraum das Distanzmaß von zwei Metern brechen. Erkrankt ein Nutzer später an Covid-19, versendet die App eine Warnung an alle Kontaktpersonen. Blockchain-Technologie soll dabei jedoch nicht zum Einsatz kommen.


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