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Schon gewusst? Die fünf wichtigsten Fragen zum Ethereum 2.0 Merge

Wie können Anleger von Proof of Stake profitieren? Wird Ethereum nach dem Merge zum Weltcomputer? Und was ist mit dem Energieverbrauch? Wir klären auf.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Ethereum-Münzen

Beitragsbild: Shutterstock

| Als eines der größten Ereignisse des Jahres im Krypto-Space wirft der Ethereum Merge einige Fragen auf.

Proof of Work ist für Ethereum bald Geschichte, das Netzwerk befindet sich auf der Zielgeraden zum Merge – der Umstellung des Konsensverfahrens auf Proof of Stake. Voraussichtlich am 15. September findet das lang erwartete Upgrade statt. Wir klären für euch im Vorfeld die fünf wichtigsten Fragen.

1. Wirkt sich der Ethereum Merge auf den Stromverbrauch von Ethereum aus?

Proof of Work verbraucht viel Strom, das ist ein offenes Geheimnis. Der “Arbeitsnachweis” beim Mining erfolgt in Form von Rechenleistung – wer mehr beiträgt, erhöht die Gewinnchancen, einen Block verarbeiten und damit die Einnahmen einstreichen zu können.

Ein hart umkämpfter Wettbewerb: Mit den Kursanstiegen am Krypto-Markt ist Mining immer lukrativer geworden, die Netzwerkrechenleistung – bekannt als Hashrate – bei Blockchains wie Bitcoin und Ethereum infolge über die letzten Jahre dramatisch gestiegen. Beide Netzwerke zusammen verbrauchen laut Digiconomist aktuell so viel Strom wie Australien.

Mit dem Merge endet auch das Mining bei Ethereum. Anstelle von Minern sichern künftig Validatoren das Netzwerk mit Ether-Einlagen ab. Das hat eine deutliche verbesserte Energieeffizienz zur Folge, der Verbrauch reduziert sich um schätzungsweise 99,95 Prozent.

2. Erhöht sich die Skalierbarkeit?

Auch das ist kein Geheimnis: Ethereum hat ein Skalierungsproblem. Mit einem Durchsatz von etwa 15 Transaktionen pro Sekunde liegt die Leistungsfähigkeit von Ethereum weit unter den Anforderungen als größte Smart-Contract-Plattform. Das Defizit tritt immer dann zutage, wenn die Transaktionsanfragen in die Höhe schnellen und mit ihnen die Transaktionskosten.

Die schlechte Nachricht: Der Konsenswechsel selber ändert daran zunächst nichts. Die gute: Der Merge ebnet den Weg für anschließende Skalierungslösungen.

Das Augenmerk in der Ethereum-Entwicklung liegt nach dem Upgrade auf der Integration sogenannter Layer-2-Lösungen – Sidechains, die die Verarbeitung von Transaktionen auslagern und gebündelt auf Ethereum übertragen. So soll das Netzwerk anstelle von 15 künftig Tausende Transaktionen abwickeln können. Vollständige Lösungen sind für kommendes Jahr zu erwarten.

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3. Wie profitieren Anleger von Ethereum 2.0?

Der offensichtlichste Nebeneffekt durch den Merge: Staking – die Möglichkeit, Renditen auf gesperrte Ether zu verdienen. Auch mit kleinen Beträgen lässt somit indirekt an der Netzwerkabsicherung mitverdienen.

Die Einstiegshürde für Validatoren ist bei Ethereum zwar hoch: 32 Ether – aktuell ungefähr 60.000 US-Dollar. Über Staking Pools können Kleinanleger aber Kapital zusammenlegen und dadurch auch mit weniger Mitteln am Staking partizipieren.

Anleger sperren dabei ihre Token und erhalten für die Bereitstellung eine jährliche prozentuale Rendite (APY), die sich nach Anzahl der eingesetzten Token berechnet. Die Gewinne fallen im Schnitt zwar geringer aus, als bei einer “vollwertigen” Validator-Node. Dafür sind die Kosten auch weitaus geringer. Proof of Stake ermöglicht somit auch Kleinanlegern finanzielle Teilhabe an der Absicherung der Blockchain.

4. Wird das Ethereum Netzwerk jetzt dezentraler?

Ein klares Jein: Da Validatoren mit höheren Einsätzen auch höhere Gewinnchancen haben, bevorzugt Proof of Stake tendenziell wohlhabende Netzwerkteilnehmer. Der Grad an Dezentralisierung sinkt dadurch zwar einerseits. Auf der anderen Seite begünstigt Proof of Stake aber auch die Netzwerkteilnahme zu günstigeren Konditionen als etwa Proof of Work.

Die Teilnahme an Proof of Work ist mit hohen Kosten verbunden: Anschaffung, Betrieb und Wartung von Mining-Rigs. Private Miner wurden so über die Jahre aus dem Geschäft gedrängt, das von wenigen großen Playern monopolisiert wurde. Zudem haben große Miner mit einer höheren Hashrate beim Proof of Work ebenfalls einen Wettbewerbsvorteil. Der Plutokratie-Effekt gleicht sich bei beiden Verfahren also aus.

Beim Proof of Stake aber fallen – abgesehen vom Stake selber – keine weiteren Kosten an. Der Zugang ist inklusiver, die Absicherung verteilt sich auf mehr Schultern als bislang. Dadurch steigt wiederum der Grad an Dezentralisierung durch Proof of Stake.

5. Wird Ethereum 2.0 mit Proof of Stake zum “Weltcomputer”?

Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit, finanzielle Inklusion, Dezentralität: Mit der Konsensumstellung ist Ethereum auf gutem Wege, die Vision vom “Weltcomputer” Realität werden zu lassen. Dahinter verbirgt sich die Idee einer globalen Smart-Contract-Plattform, die von allen genutzt werden kann. Sei es für dezentrale Anwendungen (dApps), NFTs, DeFi-Geschäfte oder Überweisungen.

Die Integration von Skalierungslösungen ist ein entscheidendes Puzzlestück, erst mit konstant niedrigen Gebühren und einem höheren Durchsatz kann Ethereum sein Versprechen vom Weltcomputer einlösen. Auch wenn es noch viele kleine Baustellen in dem Netzwerk gibt, rückt Ethereum mit dem Merge dem erklärten Ziel vom Weltcomputer ein gutes Stück näher.

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