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Selbstversuch Deutsche Welle versteigert NFT im Namen der Pressefreiheit

Das Medienhaus startete einen Selbstversuch und versteigerte einen eigenen NFT. Die Gewinne sollen der Pressefreiheit zugutekommen.

Marlen Kremer
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Deutsche Welle Logo auf einem Smartphone

Beitragsbild: Shutterstock

Der Kryptomarkt boomt. Gefühlt jede:r erstellt und verkauft Kunst in Form von Non-fungible Token (NFTs). Doch es ist nicht nur der Kunstmarkt, der von der Blockchain-Technologie profitieren kann. Das Medienhaus Deutsche Welle hat den Prozess von dem Minting (Erstellen) eines NFTs bis hin zur Versteigerung in einem Selbstexperiment unter die Lupe genommen. Gegenüber BTC-ECHO berichteten die Verantwortlichen über die Ergebnisse des Testlaufs.

NFT-Phänomen verstehen

“Wir haben das journalistisch für uns so begründet, dass wir einfach dieses Phänomen besser verstehen wollen”, sagt Nicolas Martin, der an dem Projekt mitarbeitet. “Und das können wir glaube ich nur, wenn wir das selbst einmal durchführen.”

Obwohl die Blockchain-Technologie immer mehr in Richtung Mainstream sickert, ist die DLT für den Mainstream oftmals noch sehr abstrakt. Um erste Erfahrungen im NFT-Space zu sammeln, beauftragte die Deutsche Welle den in Berlin lebenden Illustrator Marc Löricke mit einem Kunstwerk. Das Video, welches die Pressefreiheit weltweit thematisiert, stand seit dem 16. November auf der Plattform Foundation für 24 Stunden zur Auktion. Dabei ist das Kunstwerk auf der Ethereum-Blockchain verewigt. Das Startgebot, welches das Medienhaus festlegte, betrug 0,10 ETH.

Laut Martin ist das Berichten über den Testlauf so, “wie wenn man zum Beispiel in 1995 auf eBay ein Buch verkauft hat und darüber geschrieben hat, wie das funktioniert.”

NFTs als Black Box

Das Resümee des Selbstexperiments fiel dabei Martin zufolge zweischneidig aus. Demnach gab es eine anfängliche Unsicherheit über den Prozess – und darüber, wie das alles in der Praxis funktionieren soll.

“Die Hürden lagen darin, dass wir nicht wussten, was technisch auf uns zukommt und welche Kosten am Ende so ein NFT verursacht”, erklärte Martin. “Technisch war das relativ anwenderfreundlich, bei den Kosten ist allerdings schon ganz schön was zusammengekommen.”

Dabei sind unter anderem die sogenannten Gas Fees im Ethereum-Netzwerk gemeint, die sich momentan an ihr Allzeithoch im Mai dieses Jahres annähern. Mit aktuell rund 44 US-Dollar pro Transaktion machen die sich recht stark im Geldbeutel bemerkbar. Für die Erstellung eines NFTs werden diese Gebühren fällig, um mit einem Smart Contract die jeweiligen Metadaten festzuhalten und den Besitzerwechsel des Tokens zu dokumentieren.

“Es wird immer kommuniziert, dass Kryptowährungen und der NFT-Markt die Dezentralisierung zum Kern haben – alle können darauf zugreifen, es ist einfach, und so weiter – das habe ich hier noch nicht gesehen. Es war nicht super einfach und es war nicht super günstig und es gab auch schon ziemlich viele Mittelsmänner, die da noch verdient haben”, so Martin.

Dabei gibt es neben der Versteigerung von Kunst noch viele weitere Use Cases für NFTs. In puncto Fake News und Verifizierungsprozessen für Medien könnte die Blockchain-Technologie im Journalismus-Sektor ein großes Potenzial bieten, das sieht auch Martin.

“Wenn auch Videos und Fotos mit NFTs versehen werden können, dann wird es leichter, Originale zu verifizieren. Ich kann also besser nachschauen, ist das ein Originalvideo – beispielsweise aus einer Kriegssituation – oder wurde es durch Deepfakes oder Bildmanipulationen verändert”, sagt er.

“Dafür muss das Ganze aber noch deutlich günstiger und energiesparsamer werden”, so Martin.

Letztendlich wurde das DW-NFT für 0.1337 Ether (umgerechnet 566.28 US-Dollar) versteigert. Den Erlös will das Medienhaus an Reporter ohne Grenzen spenden, um ein Zeichen für die Pressefreiheit weltweit zu setzen.

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