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Bonus gegen Privatsphäre? DeFi-Community protestiert wegen Gesichtsscan auf dYdX

Um einen Einzahlungsbonus auf der dezentralen Handelsplattform dYdX zu bekommen, sollten Nutzer sich per Gesichtsscan legitimieren. Eine fragwürdige Methode, wie sich zeigt.

Johannes Macswayed
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Gescihts-Scan

Beitragsbild: Shutterstock

| Um einen Bonus in Höhe von 25 US-Dollar zu bekommen, sollten User auf dYdX ihr Gesicht scannen.

Letzte Woche gab die dezentrale Handelsplattform dYdX ein Bonus-Programm für neue Nutzer der Plattform bekannt. Trader hätten hierbei die Chance auf einen 25 US-Dollar Bonus in USDC bei einer Einzahlung von 500 USDC.

Der Haken: Um sich für den Bonus zu legitimieren, mussten sich User einem “Lebendigkeits-Check” unterziehen. Hierfür sollte ihr Gesicht über die eigene Webcam gescannt und mit anderen Gesichtsscans abgeglichen werden. Das sollte die doppelte Inanspruchnahme des Bonus verhindern.

Nach nur zwei Tagen Laufzeit beendete die Plattform das Bonus-Programm. Der offizielle Grund: Die “überwältigenden Nachfrage” habe angeblich mehrere Tausende Nutzer auf die Seite gebracht.

Rückstoß in der Community

Die Promotion kam bei vielen DeFi-Verfechtern jedoch nicht besonders gut an. Der Plattform wurde von einigen auf Twitter vorgeworfen, gezielt die Privatsphäre der User zu verletzen. Andere warfen dYdX sogar vor, seine Nutzer für das Scannen ihrer Gesichter zu bestechen und es als Promotion zu verkaufen.

Die dezentrale Plattform reagierte auf die Vorwürfe und verwies auf die Tatsache, dass der Gesichtsscan eine freiwillige Handlung gewesen sei. “Jeder Benutzer, dem es unangenehm ist, einen Liveness-Check durchzuführen, kann immer noch dYdX verwenden”, heißt es in den FAQs der Promotion.

Dennoch: Eine finanzielle Motivation zur Abgabe von biometrischen Daten auf einer Plattform ist durchaus kritisch zu betrachten. Diese versprechen eigentlich einen freien und uneingeschränkten Zugang.

Sind Regulatoren beteiligt?

Neben dem Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer vermutete Gründer von DeFi-Watch Chris Blenc, dass die auf DeFi bevorstehende Regulierung eine Rolle gespielt haben könnte. Nach Blencs Auffassung habe die Plattform “Nutzer bestochen, ihre Privatsphäre aufzugeben, um Regulatoren zufriedenzustellen”. Demnach wäre die Promotion ein Mittel zur regulatorischen Fügsamkeit gewesen. Zumindest die “Testung etwaiger Mechanismen”, die zukünftig für den Zugang zu solchen Plattformen nötig werden könnten, will Blenc in der Aktion gesehen haben.

Und in der Tat: Der freie Zugang und die Anonymität der DeFi-Plattformen sind vielen Finanzaufsichten der Welt ein Dorn im Auge. Daher steht vielen Projekten die Intervention der Gesetzgeber in Aussicht, wenn es um die Einhaltung von Geldwäschegesetzen oder Kundenidentität geht. Spätestens nach der Tornado-Cash-Saga ist dies die Realität. Ob absichtlich oder nicht: dYdX setzt damit ein dystopisches Beispiel für die Umsetzung von KYC-Regularien im DeFi-Space.

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