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Finanzmarkt im Überblick  Das wird für Bitcoin und Co. diese Woche wichtig

Anleger im Krypto-Space sollten in der aktuellen Handelswoche vom 12. September bis 16. September folgende relevante Wirtschafts- und Finanzdaten genau im Blick haben.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 6 Minuten
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Stock Exchange Gebäude

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Veröffentlichung des neusten EZB-Protokolls und die US-Arbeitsmarktdaten stehen diese Woche im Fokus

Die Europäische Zentralbank EZB erhöhte den Leitzins am vergangenen Donnerstag um 0,75 Prozentpunkte – ein historischer starker Zinsschritt, um der anhaltend hohen Inflationsrate zu begegnen. Wie vermutet, sorgte die Zinserhöhung, wie schon am Tag der letzten Zinserhöhung durch die EZB, für einen Anstieg des Euros gegenüber dem US-Dollar. Die Erholung des Euro-Kurses drückte den US-Dollar Index DXY zwischenzeitlich rund 2 Prozentpunkte gen Süden. Diese Kurskorrektur führte in der Folge zu einer deutlichen Kurserholung an den europäischen und US-amerikanischen Aktienindizes sowie auch am Kryptomarkt. Der Bitcoin-Kurs konnte auch in den Folgetagen weiter Boden gutmachen und stieg zurück in Richtung der wichtigen Widerstandsmarke bei 21.892 USD an. Auch die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum (ETH) legte deutlich im Wert zu und erreichte wenige Tage vor dem geplanten Termin von “The Merge” zwischen dem 14. September und 15. September ein neues Monatshoch bei 1.789 USD. Der Erfolg der Ethereum-Transformation auf Proof-of-Stake ist als bedeutender Meilenstein für den gesamten Krypto-Sektor anzusehen. Neben diesem wichtigen Event schauen die Marktteilnehmer in dieser Handelswoche zudem auf frische Inflationsdaten aus den USA sowie der Eurozone. Am Dienstag, dem 13. September, wird vom US Bureau of Labor Statistics zunächst der CPI-Verbraucherpreisindex für den Monat August veröffentlicht. Am Freitag, dem 16. September, liefert Eurostat sodann den aktualisierten Verbraucherpreisindex (VPI) für den Euroraum. Marktteilnehmer erwarten sich von den frischen Daten neue Erkenntnisse über die aktuelle Entwicklung der Teuerungsraten in den beiden weltweit wichtigsten Wirtschaftsräumen. Welche Termine in der aktuellen Handelswoche ebenfalls einen Einfluss auf die Kursentwicklung von Bitcoin, Ethereum und Co. haben dürften, liest du im nachfolgenden Übersichtsartikel.

CPI-Verbraucherpreisindex liefert neue Erkenntnisse zur US-Inflationsrate

Die Zahlenflut in der bevorstehenden Handelswoche startet mit dem US-Verbraucherpreisindex (CPI) für den Monat August. Am Dienstag, dem 13. September, veröffentlicht das U.S. Bureau of Labor Statistics um 14:30 Uhr (MEZ) die CPI-Daten für den zurückliegenden Monat August. Im Juli verringerte sich der Anstieg des Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich auf 8,5 Prozentpunkte von zuvor 9,1 Prozentpunkten. Sollte die Inflationsrate in den USA erneut rückläufig sein und die Analystenerwartung von 8,1 Prozent abermals unterbieten, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Trendfortsetzung der zuletzt gesehenen Kurserholung in den US-Aktienindizes weiter an. Wie bereits im Vormonat könnte sich ein weiter rückläufiger CPI-Verbraucherpreisindex bullish auf die Kursentwicklung von risikobehafteten Anlageklassen wie dem Kryptomarkt auswirken. 

Ethereums Umstellung auf Proof-of-Stake wird zur Wochenmitte erwartet

Sämtliche Investoren im Krypto-Space schauen zur Wochenmitte auf Ethereums „The Merge“. Zwischen dem 14. und 15. September wird die mehrfach verschobene Umstellung des Ethereum-Netzwerks von Proof-of-Work (POW) auf Proof-of-Stake (POS) erwartet. In diesem Zeitraum dürfte die Volatilität bei Ethereum sowie im ganzen Kryptosektor deutlich ansteigen. Ist die Verschmelzung der Beacon-Chain mit dem Ethereum Mainnet erfolgreich, könnte dieses in der Folge zu einem Kursanstieg bei Ethereum und sämtlichen ERC-20 und ERC-21 Kryptowährungen führen. Erneute Verzögerungen, bedingt durch unerwartete Fehler und Probleme beim Abschluss des Merges, könnten hingegen in einen deutlichen Abverkauf bei Ethereum münden. Marktteilnehmer sollten zudem ein sogenanntes “Sell the Fact”-Event nicht ausschließen. Nicht selten kommt es am Finanzmarkt zu einem Abverkauf von Assets nach einer erfolgreichen Implementation wichtiger Neuerungen.

PPI-Erzeugerpreisindex in den USA am Mittwoch

Am Mittwoch, dem 14. September, wird um 14:30 Uhr (MEZ) der Erzeugerpreisindex (PPI) für die USA veröffentlicht. Marktexperten erwarten eine Verringerung der Produktionskosten um Minus 0,1 Prozentpunkte. Bereits im Vormonat hatte die Abnahme der Erzeugerpreise Minus 0,5 Prozentpunkte betragen und lag damit deutlich unter der Prognose von Plus 0,2 Prozent. Der Erzeugerpreisindex (EPI) misst die in den USA produzierten und in den USA abgesetzten Produkte und Dienstleistungen mit Blick auf die Veränderung der Transaktionspreise. Ein abermals rückläufiger Erzeugerpreisindex wäre ein weiteres Indiz für eine fallende Inflation in den USA und dürfte den US-Dollar Index DXY erneut gen Süden korrigieren lassen. Ein schwächerer US-Dollar erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit, für eine anhaltende Erholung am Aktien- und Kryptomarkt.

Frische Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen am Donnerstag

Am Donnerstag, dem 15. September, werden um 14:30 Uhr (MEZ) die Einzelhandelsumsätze in den USA für den Monat August veröffentlicht. Sie gelten als wichtiges Maß zur Berechnung der Verbraucherkauflaune. Zuletzt waren die Umsätze im US-Einzelhandel gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben. Die Kauflaune der Privathaushalte geht in den letzten Monat sukzessive zurück. Für den Monat August rechnen die Marktakteure mit einem leichten Anstieg um 0,2 Prozentpunkte. Sollten die veröffentlichten Einzelhandelsumsätze erneut unter den Erwartungen der Experten liegen und damit auf eine Verringerung der Konsumlaune in den USA hindeuten, könnte dieses schneller als erwartet zu einem Umdenken der US-Notenbank Fed führen. Zwar hat Fed-Chef Powell erst in der Vorwoche bekräftigt, die Inflation sogar auf Kosten einer Rezession in den USA zurück auf ein tragbares Maß verringern zu wollen, der Handlungsspielraum für weitere Zinserhöhungen würde sich dennoch zunehmend reduzieren.

Der große Verfall und neue EU-Verbraucherpreise besiegeln die Handelswoche

Am Freitag, dem 16. September, aber auch schon in den Tagen davor ist mit erhöhter Volatilität an den klassischen Finanzmärkten aufgrund des großen Verfallstermins am letzten Handelstag der Woche zu rechnen. Am sogenannten Hexen-Sabbat, jeweils am dritten Freitag eines Quartalsendes, kommt es an den weltweiten Börsen viermal im Jahr zum dreifachen Verfall von Optionen und Futures auf Indizes, Aktien und Rohstoffe. Die Emittenten der aufgelegten Wetten, die sogenannten Stillhalter, bewegen die Kurse an den weltweiten Märkten in der Verfallswoche, falls nötig, in die für sie optimale Richtung, um möglichst viele Wetten der Anleger wertlos verfallen zu lassen.

Am Freitagmorgen, um 11.00 Uhr (MEZ), werden zudem Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) in der Eurozone veröffentlicht. Die Prognose der Analysten liegt bei einem Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat von 9,1 Prozent. Damit liegt die Erwartung der Experten auf einem Niveau mit der im letzten Monat publizierten Teuerungsrate für den Euroraum. Sollte die Inflationsrate erneut über den Schätzungen liegen, müsste die EZB zwingend in Betracht ziehen, beim nächsten Zinsentscheid weiter an der Zinsschraube zu drehen.

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