BIZ und DLT CBDC in der Schweiz: Projekt Helvetia meldet erste Erfolge
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Kleingeldstapel und Schweizer Nationalflagge für CBDC Projekt

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Auch in der Schweiz beschäftigt man sich intensiv mit CBDC-Projekten. Wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am Donnerstag mitteilte, ist ein Test mit digitalem Zentralbankgeld erfolgreich verlaufen. In diesem Test ging es darum, die CBDC probeweise per Distributed-Ledger-Technologie (DLT) mit den Finanzmärkten zu verbinden.

Das Projekt stammt von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Zusammenarbeit mit dem Innovation Hub der BIZ und dem Schweizer Börsenbetreiber SIX. Es untersucht den Einsatz einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) zur Abwicklung digitaler Vermögenswerte sowie zur Anbindung von DLT-Plattformen an bestehende Zahlungssysteme. 


Das „Projekt Helvetia“, so der Name, habe laut BIS-Bericht die Umsetzbarkeit beider Ansätze nachgewiesen. Wenn eine wie in diesem Projekt auf Banken und Finanzinstitutionen beschränkte sogenannte Wholesale CBDC zum Einsatz kommt, habe diese bedeutende Vorteile. Gleichwohl gebe es noch einige politische und regulatorische Herausforderungen zu bewältigen. Bei einer CBDC für den Einzelhandel oder die Allgemeinheit komme es zu ganz anderen Anwendungsfällen mit komplett unterschiedlichen politische Auswirkungen. Dieses Szenario wurde im Projekt Helvetia allerdings nicht untersucht. 

CBDC-Projekt vorerst nur „Experiment“

In der Mitteilung heißt es außerdem, bei den Machbarkeitsnachweisen der BIS habe es sich um reine „Experimente“ gehandelt. Man solle sie nicht als Hinweis darauf interpretieren, dass die SNB eine CBDC auf die Plattform der SIX Digital Exchange (SDX) ausgibt. Auch die Abwicklung von SDX-Transaktionen im Swiss Interbank Clearing System mit CBDC sei noch keine beschlossene Sache. 


Ohnehin bewertet BIZ-Chef Benoît Cœuré Alleingänge der Nationalbanken kritisch und mahnt stattdessen zur Kooperation

Wenn die auf Finanzinstitutionen beschränkten Wholesale CBDCs ihr Potenzial als neues Zahlungsinstrument ausschöpfen sollen, müssen ihr Design und ihre Auswirkungen genau untersucht werden. Dies ist nur durch fortgesetzte Beratungen und Experimente zwischen den Zentralbanken möglich. Auch anderen Beteiligten wie Marktaufsichtsbehörden und der Privatsektor gehören dazu. Angesichts der Geschwindigkeit der digitalen Transformation müssen Zentralbanken – und andere – schnell lernen, um fundierte politische Entscheidungen treffen zu können.

BIZ-Chef Benoît Cœuré

Entsprechend prognostiziert der Bericht, der nächste Schritt solle darin bestehen, die politischen und finanzpolitischen Implikationen der Integration von CBDCs in Kernbankensysteme besser zu verstehen. So könne man auch ihre Funktionsfähigkeit über Grenzen hinweg besser untersuchen. Bereits im März diesen Jahres hatte die BIZ in einem Report angemahnt, dass es zu wenige Projekte gibt, die die CBDC auf den Prüfstand stellen. Mittlerweile gehört aber auch die französische Nationalbank zu denjenigen, die einen Testlauf starten.

Sich dem Thema CBDC zu entziehen, ist jedenfalls keine Option. Selbst die eher langsame Europäische Zentralbank (EZB) hat inzwischen erkennen lassen, dass man sich den digitalen Zentralbankwährungen stärker annehmen möchte. Eine ausführliche Einschätzung dazu findet man hier.


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