Bei börsennotierten Unternehmen ist die Bitcoin-Kauflust deutlich abgeflaut. In den vergangenen drei Monaten kamen laut Glassnode nur rund 5.900 BTC hinzu. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum vor einem Jahr waren es mehr als 100.000 Bitcoin. Ein großer Teil der jüngsten Käufe entfiel zudem auf Strategy, das Ende August allein 4.603 BTC einsammelte.
Auch preislich ist die Lage für viele Firmen unangenehm. Der durchschnittliche Einstiegskurs der Treasuries liegt bei rund 80.500 US-Dollar und damit über dem aktuellen Bitcoin-Kurs. Solange BTC diese Marke nicht nachhaltig zurückerobert, sitzen viele Unternehmen auf Buchverlusten und dürften bei neuen Käufen vorsichtiger bleiben.
Bitcoin-Nachfrage bleibt schwach
Die Dimension der Abkühlung ist deutlich: Die 5.900 BTC der vergangenen drei Monate entsprechen weniger als sieben Prozent der Käufe vom Juli 2025. Damals nahmen Unternehmen innerhalb eines einzigen Monats 89.000 Bitcoin vom Markt. Von der aggressiven Einkaufspolitik vieler Treasury-Firmen aus dem vergangenen Jahr ist derzeit nur wenig übrig.
Insgesamt halten 181 börsennotierte Unternehmen rund 1,22 Millionen BTC. Strategy dominiert diese Gruppe mit 845.050 Bitcoin klar, dahinter folgen unter anderem Metaplanet und weitere Treasury-Unternehmen mit deutlich kleineren Beständen.
Auch bei den US Spot ETFs ist das Bild nicht eindeutig. Seit Anfang August floss zwar wieder viel Kapital in die Produkte, auf Jahressicht fehlen jedoch weiterhin rund eine Milliarde US-Dollar bis zu einem positiven Saldo.
Ein weiteres Warnsignal liefert der Stablecoin-Markt. Das gesamte Angebot liegt seit Monaten weitgehend zwischen 300 und 310 Milliarden US-Dollar und hat selbst während der Bitcoin-Erholung im August kaum zugelegt. Frisches Kapital strömt damit nur verhalten über Stablecoins in den Markt. Sollte sich daran wenig ändern, fehlt Bitcoin weiterhin ein Teil der Nachfrage, die frühere Rallyes deutlich stärker getragen hat.


