Nachdem der Bitcoin-Kurs noch Anfang Juli unter die Marke von 58.000 US-Dollar rutschte, kam es in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Erholung. Zeitweise notierte die Krypto-Leitwährung oberhalb der 80.000 US-Dollarmarke. Die On-Chain-Daten der Hodl Waves offenbaren bei dieser Bewegung nun aber eine ungewöhnliche Dynamik. Bei den kurzfristig bewegten Coins zwischen einem und sieben Tagen stieg der Anteil vom Tiefststand am 1. Juli mit 1,97 Prozent bis zum 5. Juli nur auf 2,35 Prozent an.
Analyst Willy Woo bezeichnet diese extrem verhaltene Reaktion am bisherigen Zyklus-Tief in einem X-Post als eindeutige Anomalie. Der sonst typische Herdeneffekt breiter Anlegerkreise sei völlig ausgeblieben, was auf ein sehr kontrolliertes Akkumulieren durch eine Handvoll Akteure – oder sogar durch einen einzelnen Wal – hindeute.
Wenn Bitcoin den Tiefpunkt nicht durch eine breite Kapitulation und ein anschließendes Einsteigen vieler Marktteilnehmer findet, könnte für eine nachhaltige Erholung das Fundament fehlen. Sollte also tatsächlich nur ein einziger Großanleger den Kurs gestützt haben, bleibt die Gefahr bestehen, dass eine finale Kapitulation erst noch erfolgt. Die Behauptungen einiger Krypto-Experten, dass der neue Bullrun mit der Rallye Ende August bereits begonnen habe, würden sich dann als verfrüht erweisen.
Die langfristige Bestätigung lässt auf sich warten
Unsicherheit erzeugt auch die fehlende Bestätigung durch langfristige Trendindikatoren. Laut einem Bericht von CryptoQuant befindet sich Bitcoin zwar rechnerisch in der Frühphase eines neuen Bullenmarktes, aber dieser Status muss noch validiert werden. Dafür müsste die Krypto-Leitwährung nachhaltig oberhalb ihres einfachen gleitenden 365-Tage-Durchschnitts schließen, der aktuell bei rund 83.000 US-Dollar verläuft. Diese Hürde erwies sich in den vergangenen Wochen mehrfach als zu hoch.
Aktuell konsolidiert Bitcoin im Bereich von 77.000 US-Dollar und Anleger warten die weiteren Makrosignale ab, darunter die Fed-Zinsentscheidung der kommenden Woche. Die begonnenen Rückkäufe langfristiger US-Staatsanleihen lieferten zwar Rückenwind bis zur 81.000 Dollarmarke, doch reichten für den entscheidenden Ausbruch nicht aus. Nun dürften die nächsten Wochen zeigen, ob sich die Bullen nachhaltig durchsetzen können.
