Gezielte Täuschung? Binance: Geleaktes Dokument von Forbes wirft Fragen auf
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Quelle: Shutterstock

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Das Magazin Forbes hat eine Geschichte rund um die weltgrößte Krypto-Börse Binance aufgedeckt. Wie aus einem geleakten Dokument hervorgeht, soll Binance ein bestimmtes Konzept ausgeklügelt haben, um die Regulierungsbehörden gezielt zu täuschen.

Das betreffende Dokument, das diese Informationen enthält, wurde offenbar von mehreren leitenden Angestellten erstellt und von Forbes beschafft. Die auf den Cayman-Inseln ansässige Bitcoin-Börse Binance setzt derzeit etwa 10 Milliarden US-Dollar Gesamtvolumen an Krypto-Transaktionen pro Tag um. Ihr Gründer und CEO Changpeng Zhao, gennant „CZ“, ist einer der wenigen Geschäftsleute, die es nur mit Hilfe von Kryptowährungen in die elitäre Riege der Milliardäre geschafft haben.


Die geleakte Quelle stammt aus dem Jahre 2018. Forbes veröffentlichte sie selbst bislang nicht. Sie liegt dem Magazin offenbar in Form einer Präsentation vor. Dass die Datei den Namen “Presentation 2“ trägt, könnte laut Forbes auch bedeuten, dass man möglicherweise noch andere Strategien in Erwägung gezogen hat.

In dieser “Presentation 2“  sind Pläne für eine Unterabteilung von Binance enthalten. In Anspielung auf die chinesische Kampfkunst wird diese Abteiliung „Tai-Chi-Einheit” genannt. Der Name scheint nicht von ungefähr gewählt. Der Ansatz von Tai-Chi beruht nämlich auf dem Prinzip des „Aufgebens und Überwindens“ oder dem Einsatz des gegnerischen Gewichtes gegen den Kontrahenten selbst. Im konkreten Fall von Binance bestand die Taktik darin, eine Tochtergesellschaft namens Binance.US zu gründen. Anders als Binance selbst, erlaubt Binance.US keinen Handel mit hochverschuldeten Krypto-Derivaten, wie sie die Regularien in den USA auch verbieten.


Die später „Tai-Chi-Entity“ getaufte Einheit soll in den Vereinigten Staaten Scheinoperationen durchgeführt haben, die mutmaßlich das einzige Ziel gehabt haben soll, die Regulierungsbehörden zu täuschen und nach dem Lockvogel-Prinzip abzulenken. So soll Binance.US dann Lizenzgebühren und andere Einnahmen an die Muttergesellschaft abgeführt haben. Potenziellen Kunden soll man erklärt haben, wie sie geografischen Beschränkungen ausweichen könnten, während gleichzeitig an weiteren technologische Abhilfen gearbeitet wurde.

Binance CEO schießt zurück

Auf Twitter reagierte „CZ“ sogleich auf den Leak:

FUD. Die Aussagen und Vorwürfe in dem Artikel sind falsch. Der ganze Artikel hängt von einem Dokument einer außenstehenden Partei ab. Das besagte Dokument wurde nicht von einem aktuellen oder ehemaligen Binance-Mitarbeiter erstellt. Jeder kann ein “Strategiedokument” erstellen, aber das bedeutet nicht, dass Binance dem auch Folge leistet.

Damit konnte CZ aber nicht verhindern, dass das Tai-Chi-Dokument bereits unter Anwaltskanzleien, Buchhaltungsfirmen und anderen, die mit Binance in Verbindung stehen, zirkuliert. Zudem gibt es laut Forbes bereits Spekulationen um Ermittlungen von FBI und der US-Steuerbehörde IRS.



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