Bei dem Thema Memecoins streiten sich bekanntlich die Geister. Mit ihnen können Anleger innerhalb kürzester Zeit zum Millionär werden oder einen Totalverlust erleiden. Auf der Handelsplattform Pump.fun scheinen Erfolgsgeschichten rund um diese hochspekulativen Projekte jedoch keine Seltenheit zu sein. Eine neue Untersuchung lässt jetzt aber erhebliche Zweifel an den Zahlen der vermeintlich erfolgreichen Trader aufkommen.
Nur ein Viertel stammt aus regulärem Handel
Dafür hat das Blockchain-Analyseunternehmen Bitquery 3.170 Gewinnfälle von mindestens 100.000 US-Dollar auf Pump.fun und der dazugehörigen dezentralen Krypto-Börse PumpSwap untersucht. Zwischen Oktober 2025 und August 2026 summierten sich die ausgewiesenen Gewinne auf 752,5 Millionen US-Dollar, von denen sich aber nur 26 Prozent auf regulären Handel zurückführen lassen. Bei 51 Prozent verkauften Wallets Token, die sie zuvor von anderen Adressen erhalten und somit nicht selbst gekauft hatten. Weitere 13 Prozent werden dem Wash-Trading-Muster zugeordnet, bei dem Wallets untereinander handeln und ein irreführendes Bild der Gewinne erzeugen.
Millionengewinne mit fragwürdiger Herkunft
Wie solche Erfolgsgeschichten erstehen können, zeigt der Memecoin Arena, wo ein Trader innerhalb von 57 Minuten aus 4.223 US-Dollar stolze 4,92 Millionen US-Dollar gemacht haben soll. Doch 99 Prozent seiner Verkäufe wurden von einer einzigen Wallet aufgekauft, an die er in den beiden Tagen zuvor selbst Solana im Wert von 1,4 Millionen US-Dollar überwiesen hatte.
Hinter solchen Transaktionen könnte eine gezielte Strategie stecken, den Wert von Memecoins steigen zu lassen. Denn hohe Gewinne in öffentlichen Wallet-Ranglisten ziehen Aufmerksamkeit auf sich und können andere Anleger dazu verleiten, die vermeintlich erfolgreichen Handelsgeschäfte zu kopieren. Auf diese Weise lässt sich zusätzliches Kaufinteresse für einen Memecoin erzeugen, ohne dass zuvor entsprechende Gewinne erzielt wurden.
