Listicle 3 Gründe, warum Ethereum immer noch besser ist als die Binance Smart Chain
Leon Waidmann

von Leon Waidmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Auf der Grafik sind das Logo von Ethereum, sowie von Binance Smart Chain gegenüberstellt.
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Viele Neulinge im Krypto-Space beschäftigen sich derzeit mit folgender Frage: Ist die Binance Smart Chain besser als Ethereum?

Wir haben uns die Zahlen angeschaut und nach wie vor ist Ethereum die Smart-Contract-Blockchain Nummer Eins. Vor allem, wenn es um Decentralized Finance (DeFi) geht ist Ethereum nach wie vor führend– doch woran liegt das?


Im Folgenden werfen wir einen Blick auf drei wichtige Faktoren, in denen die Ethereum Blockchain der Binance Smart Chain.

1. Ethereum ist dezentraler als die BSC

Kritiker der Binance Smart Chain bemängeln unter anderem, dass Projekte auf der BSC nicht wirklich als Decentralized Finance bezeichnet werden können. Das liegt daran, dass die BSC deutlich zentralisierter ist als die Ethereum Blockchain.

Ethereum hat knapp 30 Mal so viele einzigartige Blockchain-Adressen wie die Binance Smart Chain. Daten von Etherscan und BSCscan zeigen, dass Ethereum derzeit auf fast 140 Millionen Konten kommt, während die BSC gerade einmal etwas mehr als 5,4 Millionen einzelne Konten besitzt.

Darüber hinaus geht aus den Daten hervor, dass die 10 größten Adressen der Binance-Smart Chain über mehr als 80 Prozent der gesamten BNB-Token besitzen. Die 10 größten Ethereum-Adressen kommen im Vergleich auf lediglich knapp 20 Prozent der gesamten ETH-Bestände.

Zudem hat die Ethereum Blockchain etwas mehr als 10.000 Nodes, die am Proof-of-Work-Netzwerk beteiligt sind. Die BSC besitzt im Vergleich dazu lediglich 21 Validatoren, die zu einem sehr großen Teil im Besitz von Binance sind.

Das bedeutet, dass die ETH Blockchain im Moment deutlich widerstandsfähiger gegen Zensur ist als die BSC. Dadurch ist Ethereum auch um einiges sichererer, da es ungleich teurer ist, die Ether Blockchain zu manipulieren. Auf der BSC könnten Validatoren zu bestimmten Entscheidungen gezwungen oder sogar korrumpiert werden und deshalb liegt Ethereum in puncto Dezentralität noch meilenweit vor der Binance Smart Chain.

2. ETH DeFi hat mehr Handelsvolumen und Liquidität

Laut den Daten der Krypto-Analyseplattform DappRadar hat Ethereum im letzten Monat Transaktionen im Wert von über 112 Milliarden US-Dollar verarbeitet. Die BSC hat im gleichen Zeitraum lediglich Transaktionen im Wert von 15 Milliarden US-Dollar abgewickelt.


Außerdem ist der Total Value Locked (TVL) in DeFi, also das von DeFi-Protokollen verwaltete Kapital, immer noch fast viermal so hoch auf ETH wie auf der BSC. Der TVL in Ethereum DeFi beträgt derzeit knapp 40 Milliarden US-Dollar und bei BSC-DeFi-Projekten 10 Milliarden US-Dollar.

3. Hat die BSC wirklich mehr tägliche Transaktionen als Ethereum?

Auf den ersten Blick zeigen Daten von Etherscan und BSCscan, dass die tägliche Transaktionszahl der BSC die von Ethereum im Verhältnis 2:1 übertrifft. Am 19. Februar verzeichnete die BSC sogar über drei Millionen Transaktionen an einem einzigen Tag. Im Vergleich dazu konnte die tägliche Transaktionszahl von Ethereum noch nie über 1,5 Millionen steigen.

Auf Twitter feierte der Binance CEO Changpeng Zhao dieses historische Ereignis mit folgender Nachricht:

Es gibt jetzt dreimal so viele tägliche Transaktionen auf der BSC wie auf ETH. Wenn Entwickler nicht die BSC nutzen, verpassen sie 75 Prozent ihres potenziellen Marktes.

Doch nicht alle trauen diesen Zahlen. Ein Twitter-Nutzer hat sich gegen den Binance CEO gestellt und auf einen Smart-Contract hingewiesen, der insgesamt über 750.000 Transaktionen generiert hat.

Die Transaktionen seien demnach von einem Bot der dezentralen Börse PancakeSwap (CAKE) erzeugt worden, der das Transaktionsvolumen der BSC künstlich aufblasen würde. Aus diesem Grund ist es aktuell schwer zu sagen, wie viele der Transaktion auf der Binance Smart Chain wirklich real sind. Durch das enorme Wachstum der BSC in den letzten Wochen ist es durchaus möglich, dass dieses nicht vollständig organisch geschehen ist. Und dadurch, dass die Transaktionsgebühren auf der Binance Smart Chain so niedrig sind, lassen sich diese auch sehr leicht manipulieren.

Fazit

Es ist nicht zu bestreiten, dass Ethereum derzeit mit extrem hohen Transaktionsgebühren zu kämpfen hat, die neue Nutzer abschrecken. Wenn man für eine einzelne Transaktion 50 bis 100 US-Dollar zahlen muss, ergibt es für viele Nutzer keinen Sinn mehr, Ethereum zu verwenden.

Trotzdem sind im Moment diejenigen, die bereit sind, für die Dezentralisierung von Ethereum und das Ökosystem mit Dutzenden von DeFi-Anwendungen und Millionen von Nutzern extra zu zahlen, immer noch in der Überzahl.

Nutzer, die sich Ethereum nicht mehr leisten können, werden entweder auf ETH-Skalierungslösungen ausweichen oder sogar gänzlich von der Ethereum Blockchain abwandern. Die BSC scheint unter letzteren derzeit die Blockchain Nummer Eins zu sein. Aber bald werden durch Projekte wie beispielsweise Polkadot (DOT) oder Cardano (ADA) noch mehr Blockchains, um diesen Platz wetteifern.


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