Mt.Gox-Leak: Massiver Verkauf von Bitcoin soll Kurseinbrüche verschuldet haben

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Mt.Gox-Leak: Massiver Verkauf von Bitcoin soll Kurseinbrüche verschuldet haben

Ein Leak in der Causa Mt.Gox gibt Wasser auf die Mühlen jener, die den Hack der ehemaligen Bitcoin-Börse mit den Kurseinbrüchen von Bitcoin & Co. in Verbindung bringen. Im Zentrum der Kritik: Treuhänder Nobuaki Kobayashi und die japanische Krypto-Exchange BitPoint.

Seit dem berühmt-berüchtigten Hack der Bitcoin-Börse Mt.Gox sind bereits einige Winter ins Land gestrichen. Die geprellten Anlegerinnen und Anleger warten seit nunmehr fünf Jahren auf eine Entschädigung. Um diese zu gewährleisten, wurde seinerzeit Nobuaki Kobayashi als Treuhänder für die verbleibenden Bitcoin- und Bitcoin-Cash-Einlagen berufen. Kobayashi sollte für den Verkauf der Einlagen sorgen – möglichst ohne Beeinflussung der respektiven Kurse der Kryptowährungen.

Kobayashi: Verkauf hat Kurse nicht beeinflusst

Der Treuhänder hat die BTCX und BCH nach eigenen Angaben zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 teilweise verkauft. Im selben Zeitraum also, in dem der Bitcoin-Kurs und mit ihm der gesamte Krypto-Markt zu bröckeln begannen.

Kobayashi hatte seinerzeit hoch und heilig versprochen, dass er bei den Verkäufen mit äußerster Vorsicht agieren wolle. Das hätte einen Verkauf bzw. Dump der Kryptowährungen auf öffentlichen Exchanges ausgeschlossen. Das Einbrechen des Krypto-Marktes hätte demnach nichts mit seinem Verkauf  zu tun gehabt. Er habe versucht, einen fairen Preis für die BTC BCH zu erzielen, heißt es in einem Q&A vom März vergangenen Jahres. Über die genaue Form der Abwicklung schwieg er sich aus. Alles hätte in Rücksprache mit der Justiz stattgefunden, betont Kobayashi in dem Schreiben weiter.

Ich habe BTC und BCC [sic] vom Dezember 2017 bis Februar 2018 unter Mitwirkung einer Krypto-Börse im Hinblick auf den Marktpreis zum Zeitpunkt des Verkaufs verkauft.

Nach Rücksprache mit Kryptowährungsexperten verkaufte ich BTC und BCC [sic], nicht durch einen gewöhnlichen Verkauf über die BTC/BCC-Börse [sic], sondern in einer Weise, die den Marktpreis nicht beeinflusst und gleichzeitig die Sicherheit der Transaktion so weit wie möglich gewährleistet. Die Verkaufsmethode von BTC und BCC [sic] wurde ebenfalls vom Gericht genehmigt. Ich möchte darauf verzichten, die Einzelheiten der Verkaufsmethode zu erläutern, da sonst der zukünftige Verkauf von BTC und BCC [sic] behindert werden könnte.

Leak verschafft Skeptikern Rückenwind

Bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurden Zweifel an dieser Version laut. Die Causa Mt.Gox wurde mit dem Verfall des Bitcoin-Kurses in Verbindung gebracht – und „The Dumpening“ zum geflügelten Wort.

Lies auch:  Mt.Gox: Ehemaliger Geschäftspartner Coinlab fordert angeblich Milliarden US-Dollar

Ein Leak von Kobayashis Bankdaten gibt nun Wasser auf die Mühlen jener, die einen Zusammenhang zwischen Mt.Gox und Bärenmarkt 2018 sehen. Aus Kontoauszügen, die auf goxdox.com veröffentlicht wurden, geht offenbar hervor, dass Kobayashi den Verkauf über die japanische Krypto-Börse BitPoint abgewickelt hat. Anscheinend handelt es sich bei BitPoint um jene „Kryptowährungexperten“, von denen Kobayashi in dem Statement sprach.

Die Aufzeichnungen beginnen mit dem 23. Februar 2018 und damit zu einem Zeitpunkt, an dem Kobayashis Verkauf von BTC und BCH größtenteils abgeschlossen war.

Demnach überwies BitPoint Kobayashi zwischen dem 23. Februar und dem 4. Juni 2018 in 25 Transaktionen insgesamt rund 326 Millionen US-Dollar. Auf Goxdox vermutet man, dass die Überweisungen durchgeführt wurden, um das Gegenparteirisiko für Kobayashi zu minimieren. Goxdox.com unterstellt BitPoint, im Mai 2018 Bitcoin und Bitcoin Cash auf den Markt geworfen und so die Kurse gedrückt zu haben. Und das nach einer veritablen Rallye im April.

Es ist schwer, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass der Verkauf von BTC/BCH im Wert von 26 Milliarden JPY den BTC/BCH-Preis im Mai 2018 beeinflusst hat. BitPoint hat auf dem Markt verkauft.

Goxdox geht ferner davon aus, dass sich im Januar bzw. Februar 2018 das Gleiche abgespielt hat und schließt mit zwei Forderungen:

Gläubiger sollten Details über die Verkaufsmethoden von BitPoint anfordern. Der Treuhänder sollte erklären, warum Krakens Ratschläge ignoriert wurden.

Wider den Rat der Bitcoin-Börse Kraken

Letzteres bezieht sich auf einen Reddit-Post von Kraken-CEO Jesse Powell vom 8. März 2018. In dem Subreddit /mtgoxinsolvency erklärte dieser, dass bei Kraken einige Monate zuvor gefragt wurde, wie man am besten große Blöcke an Coins verkaufen könnte. Powell:

Wir haben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man nicht eine große Menge an Coins auf den Markt werfen sollte. Leider sieht es so aus, als ob der Treuhänder seine eigene Entscheidung getroffen hat oder Ratschläge von anderswo annahm – egal auf welcher Exchange sie diese Coins gedumpt haben.

Wenn sich herausstellt, dass die von Goxdox geleakten Dokumente authentisch sind, gäbe es eine plausible Antwort auf die Fragen, wen Kobayashi konsultierte und wo die BTC und BCH gedumpt wurden: BitPoint.

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