Monopole zerschlagen: Bitcoin-Mitbegründer meldet sich zurück

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: old sledge hammer on ruins in flat for broken wall via Shutterstock

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Martti Malmi gilt nach Satoshi Nakomoto als der erste Programmierer, der sich aktiv an der Entwicklung des Bitcoin-Netzwerks beteiligt hat. In Zusammenarbeit mit einem Entwicklerteam will Malmi mit „AXE“ nun eine eigene Kryptowährung auf den Markt bringen.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2019 01:07 Uhr von Andre Winterberg

Wenn Satoshi Nakamoto der Vater von Bitcoin ist, dann war Martti „Sirius“ Malmi dessen Ziehmutter: Bereits im Jahr 2009 schloss er sich Nakamoto an, um den noch jungen Bitcoin-Code weiterzuentwickeln und trug unter anderem maßgeblich zu dessen zweiter Version bei. Die Zusammenarbeit mit Satoshi Nakomoto war so eng, dass Malmi zwischenzeitlich sogar Administratorrechte für Bitcoin.org besaß. Nachdem Malmi sich, Nakamotos Vorbild folgend, von Bitcoin zurückgezogen hatte, wendete er sich anderen Blockchain-Projekten zu. Im Jahr 2014 gründete „Sirius“ Identifi, eine Mischung aus Adressbuch-Applikation und Reputationssystem, das seine Daten dezentral speichert.

Monopole zerschlagen

Wie es von einem Bitcoin-Pionier nicht anders zu erwarten ist, wird Malmi vom Gedanken eines dezentralisierten Internets angetrieben. Bei der Entwicklung von Identifi fiel ihm auf:

„Die meisten der riesigen Online-Unternehmen wie Google, Facebook, eBay oder Airbnb sind im Grunde nichts anderes als zentralisierte Indizes – durchsuchbare Listen von Dingen. Wenn wir sie zerschlagen wollen, brauchen wir eine dezentralisierte Registerführung.“

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Um der Erschaffung solcher dezentralen Indizes und der Bekämpfung von Monopolen im Web einen Schritt näherzukommen, hat sich Malmi mit dem GUN-Projekt zusammengetan. Das ebenfalls im Jahr 2014 gegründete Start-up fokussiert sich auf vollständig dezentralisierte Systeme zur Speicherung und Synchronisierung von Daten. Zum Zwecke der Kooperation haben Malmi und das GUN-Entwicklerteam eine neue Firma gegründet. Diese trägt den Namen ERA und hat sich den Kampf gegen zentralistische Strukturen und für Netzneutralität auf die Fahne geschrieben. In einem Interview sagte Mark Nadal, Chef von ERA und GUN in Personalunion:

„Martti und ich unterhielten uns darüber, dass die Regierungen die IP-Adressen der Miner immer noch auf eine schwarze Liste setzen können. Telekommunikationsunternehmen, Google, Amazon oder andere können unseren Verkehr ohne Netzneutralität drosseln oder umleiten.“

Blockchain ist überbewertet

Malmi ist zwar ein großer Dezentralisierungsbefürworter, sieht den anhaltenden Hype um die Blockchain-Technologie jedoch auch kritisch. Viele in diesem Zusammenhang vorgeschlagenen Projekte ließen sich etwa auch ohne Blockchain umsetzen:

„Die Blockchain-Technologie wird überbewertet und für Anwendungen propagiert, wo sie keinen Nutzen bringt. Wenn man kein verteiltes Ledger ohne Vertrauenspersonen braucht, braucht man auch keine Blockchain.“

Trotzdem gehört die Dezentralisierung von digitaler Identität für Malmi zu den wichtigsten Gebieten, denen sich ein Programmierer widmen kann:

„Ich glaube, dass die Dezentralisierung der digitalen Identität und anderer grundlegender Infrastrukturen unserer Gesellschaft die sinnvollsten Dinge sind, an denen ein Entwickler heutzutage arbeiten kann.“

Die Frage der digitalen Identität hat auch schon BTC-ECHO-Redakteur Phillip Horch schwer beschäftigt und ihn dazu veranlasst, sich mit ihr in einer sechsteiligen Reihe von Artikeln auseinanderzusetzen.

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