Blockchain vs. Corona Löcher in der Lieferkette: Weltwirtschaftsforum sieht Blockchain als Lösung

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Blockchain-begeisterte Töne aus den Reihen des Weltwirtschaftforums: Viele der Auswirkungen des Coronavirus auf die globale Wertschöfpungskette ließen sich demnach mithilfe dezentraler Technologien abmildern, heißt es in einem aktuellen Artikel der NGO.

Die Coronavirus-Pandemie betrifft nicht nur Leib und Leben, sondern auch Lieferketten. Zwar haben Güter derzeit eine größere Bewegungsfreiheit als Menschen, das hilft allerdings wenig, wenn ein Glied in der Lieferkette seinen Betrieb wegen einer Corona-Durchseuchung schließen muss. Da hilft auch nicht, dass Lieferketten mittlerweile so komplex geworden sind, dass es für die einzelnen Teilnehmer immer schwerer wird, die Kette ihrer Zulieferer zu überschauen. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat sich in einem Artikel mit der Corona-bedingten Gefahr für globale Lieferketten auseinandergesetzt – und fordert Blockchain-basierte Lösungsansätze.


Die AutorInnen begründen diese Forderung mit drei Eigenschaften, mit denen die Blockchain-Technologie die globale Wertschöfpungskette in das Zeitalter der vierten Industriellen Revolution führen kann.

Corona-Krise offenbart Mängel der Zettelwirtschaft

„Papierkram erledigen“ – was bei Verbrauchern spätestens bei der Steuererklärung die Nerven strapaziert, steht bei Lieferanten und Produzenten an der Tagesordnung.

Dass dennoch viele Unternehmen noch mit der Digitalisierung ihrer Lieferketten hadern, sehen die AutorInnen in einem mangelnden Leidensdruck begründet. Die Kosten einer Umstellung bestehender Systeme wurden demnach vielerorts für höher als der versprochene Effizienzgewinn erachtet. Mit COVID-19 könnte sich das nun ändern:

Die Schutzmaßnahmen für COVID-19 haben deutlich gemacht, dass Operationen, die von physischen Gütern wie Papier abhängig sind, ernsthafte Störungen erfahren können, wenn eine physische Präsenz nicht möglich ist. Nasse Unterschriften und Papierausdrucke werden in der Regel vom Betriebspersonal bearbeitet, das ins Büro oder an einen anderen Arbeitsplatz kommen und sich mit anderen abstimmen muss.

Rebecca Liao und Ziyang Fan, WEF

Der entscheidende Vorteil einer digitalisierten Lieferkette liegt indes nicht in der Rettung der Bäume. Er bestehe vielmehr in der erleichterten Fehlersuche in der Wertschöpfungskette. Wer frühzeitig den digitalen Weg eingeschlagen habe, könne zudem den logistischen Herausforderungen der Corona-Krise besser begegnen:

In der aktuellen COVID-19-Pandemie gehen Regierungen und Unternehmen mit einer starken digitalen Infrastruktur und den entsprechenden Vorschriften, wie z.B. den Gesetzen zur elektronischen Signatur und zu elektronischen Transaktionen, mit den Unterbrechungen in der Lieferkette viel besser um als ohne diese.

Die Transparenz der Blockchain ist für Unternehmen indes ein zweischneidiges Schwert. Seine Wertschöpfungskette auf einer öffentlichen Blockchain wie Ethereum für jedermann einsehbar zu machen, verbietet sich aus naheliegenden Gründen.

Dezentrales Vertrauen in die Lieferkette

Nicht umsonst existieren auf Unternehmen zugeschnittene, zugangsbeschränkte Blockchain-Lösungen wie beispielsweise die Hyperledger-Plattform der Linux Foundation. Diese bieten eine technische Rahmenumgebung, die unter anderem ein ein flexibles Maß an Privatssphäre gewährleistet. So können nur berechtigte Parteien Dateneinsicht erhalten. Die zulassungsbeschränkten Enterprise-Netzwerke haben indes nur entfernt etwas mit einer öffentlichen Blockchain wie Bitcoin oder Ethereum zu tun.

Die WEF-ExpertInnen betonen indes die Datenschutz-Vorteile eines (pseudo-)dezentralen Systems als zweiter Game Changer für Lieferketten:

Ein dezentralisiertes System, das sich dennoch im Besitz eines großen Einkäufers befindet, ist die beste Möglichkeit, den Lieferanten die nötige Privatsphäre und den Käufern die gewünschte Transparenz zu geben. Eine Blockchain mit entweder privaten oder öffentlichen Genehmigungen erfüllt dieses Kriterium. Wenn sie ordnungsgemäß erstellt wurde, können Lieferanten ihre Datenfreigabeberechtigungen direkt auf ihrem eigenen Blockchain-Knoten überprüfen.

Die Blockchain-Technologie soll indessen auf der Lieferkette nicht nur Vertrauen und Transparenz, sondern auch neue wirtschaftliche Anreize schaffen; etwa, indem sie eigene Bedingungen für die Finanzierung einer Lieferkette formulieren:

Mit Hilfe der Blockchain können Käufer beispielsweise Zahlungsverpflichtungen auf der Blockchain als Alternative zu einem Akkreditiv nutzen, Lieferanten später bezahlen, die Kosten der verkauften Waren reduzieren und sich vor dem Konkurs des Lieferanten schützen. Die Lieferanten wiederum erkennen die Einnahmen früher und ersetzen ihre derzeitigen Finanzierungsvereinbarungen für die Lieferkette durch wesentlich niedrigere Finanzierungsbedingungen,

Die AutorInnen schließen mit einem Appell an die Unternehmen, die Corona-Krise zum Anlass zu nutzen, die Digitalisierung ihrer Lieferketten zu forcieren.

Ein Appell, der allerdings etwas an Wirkung einbüßt, wenn man bedenkt, dass er von interessierter Seite kommt. Co-Autorin Rebecca Liao ist Mitgründerin einer Blockchain-Plattform für Supply Chain Management.

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