Kryptomaten: Satt werden durch Mining

Kryptomaten: Satt werden durch Mining

Kamil Brejcha hat ein Blockchain-Start-up für die Landwirtschaft angekündigt, das die beim Mining anfallende Wärme zur Beheizung von Gewächshäusern nutzen möchte. Die ersten Krypto-Tomaten, beziehungsweise Kryptomaten, sind laut Brejcha bereits zur Ernte bereit. Brejcha könnte damit zum einen das Mining energieeffizienter gestalten und zum anderen die urbane Landwirtschaft vorantreiben.

Der hohe Stromverbrauch durch das Mining ist sowohl als Kostenfaktor für die Miner nicht zu vernachlässigen als auch als Gefahr für die Umwelt. Einige Blockchains verzichten aus diesem Grund auf das klassische Mining. Andere Start-ups versuchen, die für das Mining notwendige Energie möglichst effizient zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist die Krypto-Heizung QC-1, über die wir kürzlich berichteten. Brejcha ist Mitgründer der tschechischen Krypto-Handelsbörse NakamotoX. Er geht mit seinem Projekt beim Thema Energie weiter als die Krypto-Heizung und produziert den nötigen Strom selbst, wie er auf Twitter verkündet:

„Wir produzieren auch unsere eigene Energie. Die Mining-Operationen werden zu 100 % durch Energie betrieben, die aus Biomüll gewonnen wird. Im Grunde haben wir damit einen geschlossenen Energiekreislauf.“

Die Kryptomaten werden von Brejcha und seinem Team in einem Gewächshaus auf einer Fläche von etwa 20.000 Quadratmetern angebaut. In einem Keller unter dem Gewächshaus stehen die sogenannten „Cointainer“, die Miningrechner. Deren Wärme wird in das Gewächshaus umgeleitet und für das Tomatenwachstum genutzt. Die Tomaten sollen in gewöhnlichen Supermärkten verkauft werden. Wie die Sorte heißt und welche Supermärkte die Kryptomaten verkaufen, wollte Brejcha noch nicht verraten.

In Planung: Vertical Farming

Er deutete aber an, dass für die Zukunft geplant sei, das Projekt auch für Vertical Farming nutzbar zu machen. Unter Vertical Farming versteht man eine Form der urbanen Landwirtschaft, bei dem etwa in Hochhäusern auf mehreren Ebenen Obst und Gemüse angebaut wird. Die klimatischen Bedingungen für das Pflanzenwachstum werden dabei komplett künstlich geschaffen. Durch die Produktion direkt in den Städten kann man dafür Transportzeit und -kosten einsparen. Der vertikale Anbau ermöglicht es zudem, die Landwirtschaft auf engstem Raum zu betreiben. Erzeugt man die Wärme durch Mining, könnten die geschürften Coins die Kosten für das Vertical Farming senken und dieses so vorantreiben.

Zurzeit befindet sich das Start-up noch im Stealth-Mode, soll aber in Kürze offiziell vorgestellt werden. Dann sei auch eine Website mit weiteren Informationen zu erwarten. Wir sind gespannt.

BTC-ECHO

Über Fabian Kaul

Fabian KaulFabian Kaul hat Neuere Deutsche Literatur in Göttingen studiert. Seit März 2018 schreibt er als freier Redakteur für BTC-ECHO. Sein Hauptinteresse gilt den Chancen und Risiken, die sich aus dem Themenkomplex Blockchains und Kryptowährungen für die Gesellschaft ergeben.

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