Julian Hosp verkaufte vor TenX-Rücktritt mutmaßlich 2,2 Millionen PAY Token

Julian Hosp verkaufte vor TenX-Rücktritt mutmaßlich 2,2 Millionen PAY Token

Noch ist nichts bewiesen. In den Nebelschwaden des Snapshots soll TenX-Gründer Julian Hosp gemäß einem Reddit-User seinen gesamten Bestand an PAY Token auf Bittrex ausgecasht haben. Sollten sich die Gerüchte bestätigen, hätte eines der bekanntesten Gesichter der Krypto-Szene damit einen spektakulären Exit hingelegt. 

Es war ein Paukenschlag. Wie BTC-ECHO heute morgen berichtete, ist Dr. Julian Hosp als Präsident des Krypto-Debitkarten-Anbieter TenX mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der ehemalige Kitesurf-Profi begründete den Schritt mit der Zukunft des Unternehmens; diese sei nur noch mit seinem Rücktritt zu gewährleisten.

Der Schritt überraschte, hatte der Gründer doch erst im Dezember letzten Jahres via YouTube große Fortschritte des Unternehmens angekündigt. Seit Anfang dieses Jahres liefert TenX ihre Krypto-Debitkarten in Singapur aus, das Unternehmen wirkte gesund.

Der heutige Schritt von Hosp passte also nicht so recht ins Bild einer heilen Welt in Singapur. Logisch, dass die Gerüchteküche nicht lange brauchte, um in Gang zu kommen.

Reddit-User u/gmgh war der erste, der die brisanteste Theorie streute: Im Subreddit r/CryptoCurrency postete der Nutzer unter der Überschrift „Hat TenX Ex-CoFounder Julian Hosp 2,22 Mio. PAY Token auf Bittrex ausgegeben?“ zwei vermögende Ethereum-Adressen, auf denen insgesamt 2,2 Millionen PAY Token lagen – bis diese auf einer Wallet landeten, die der Krypto-Börse Bittrex zuzuordnen ist.

Besaß Hosp zwei Adressen randvoll mit PAY?

Eine der beiden Adressen könnte man Hosp zuzuordnen, der TenX-Gründer soll darauf eigenständig eine Signatur hinterlassen haben:

Für die andere findet sich ein solcher Nachweis nicht. Allerdings enthält sie – genau wie die erste – regelmäßige PAY-Token-Eingänge. Für einen Mitarbeiter bei TenX sprechen diese, könnten diese regelmäßigen Eingänge doch ein Gehalt in PAY-Token darstellen.

Dieses betrug allem Anschein nach 6.250 PAY im Monat. Einen entsprechenden Tweet von @DegenSpartan negierte Hosp nicht.

Das Brisante: Auf einer der beiden Wallets finden sich eben solche regelmäßigen Eingänge von 6.250 PAY sowie einen Transfer von der ersten Wallet, welche gemäß der Signatur zu Hosp gehören soll.

Auch hierbei gilt: Bewiesen ist damit nichts. Aber die Hinweise, dass die beiden Wallets, von denen der Besitzer im Zeitraum vom 26. Dezember und 31. Dezember insgesamt 2.2 Millionen PAY auf eine Bittrex-Wallet überwies, tatsächlich zu Hosp gehören, sind ebenso nicht komplett aus der Luft gegriffen.

Vor allem der Zeitraum macht stutzig. Man könnte ein geschicktes Wählen des Zeitpunkts unterstellen. Schließlich erhöhte sich das PAY-Handelsvolumen vor dem 30. Dezember 2018 signifikant, da an diesem Tag der relevante Snapshot für die Ausschüttung der neuen TenX-Token stattfinden sollte.

Man kennt es: Vor solchen Events steigt in aller Regel sowohl das Volumen als auch der Kurs. Normalerweise wäre der Verkauf von 2,2 Millionen Token (etwa 1 Prozent des gesamten Supply) sofort aufgefallen, da dies alleine das tägliche Handelsvolumen des ERC-20 Tokens überstiegen hätte – nicht so vor dem Snapshot.

Eine fragwürdige, jedoch keine strafbare Aktion

Es stellen sich an dieser Stelle zwei Fragen (vorausgesetzt, die Gerüchte stimmen):

  1. Hat Hosp das erhöhte Handelsvolumen ausgenutzt, um unter dem Radar zu fliegen? Wollte der Gründer seinen Verkauf also kaschieren und hatte geplant als TenX-Präsident weiterzumachen?
  2. Oder hat Hosp seinen Exit nur von langer Hand geplant?

Um es noch einmal zu betonen: Auch wenn sich der Verdacht erhärten sollte, stellt der Verkauf des PAY-Bestands keine strafbare Handlung dar, da der Token ein Utility Token und damit kein Wertpapier im Sinne des Aktiengesetzes ist.

Sind diese Vorwürfe wirklich haltbar?

Der Kryptomarkt liebt reißerische Geschichten. Entsprechend heiß geht es in der Krypto-Community zu. Wichtig ist jedoch immer, alle Seiten zu betrachten. Und in dem Sinne ist zum einen zu betonen, dass die Ankündigung seines Rücktrittes eine sehr aktuelle Entwicklung ist. Dr. Julian Hosp äußerte sich dazu auch auf Twitter:

Zum zweiten hatte er in der Vergangenheit mehrfach auch betont, dass er zur Zahlung steuerlicher Pflichten auch Anteile seiner Krypto-Assets veräußern muss.

Wir werden natürlich über diese Entwicklungen weiter berichten. Aktuell ist es jedoch zu früh, die Vorwürfe zu bestätigen.

Aufgepasst: Der Kryptokompass ist das erste digitale Magazin für digitale Währungen und Blockchain-Assets. Er liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen, spannende Insights und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Nur jetzt und nur solange der Vorrat reicht: Im Monatsabo inkl. GRATIS Bitcoin Whitepaper (Deutsche Fassung gedruckt)

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

IOTA veröffentlicht Roadmap für Coordicide
IOTA veröffentlicht Roadmap für Coordicide
Altcoins

Am 29. Mai dieses Jahres hat IOTA den Coordicide angekündet, dahinter verbirgt sich die Abschaltung des Koordinators, der IOTA-Transaktionen überwacht. Nun hat die IOTA Foundation eine Roadmap vorgestellt.

Bitcoin-Gerüchteküche: Justin Sun in China angeklagt
Bitcoin-Gerüchteküche: Justin Sun in China angeklagt
Szene

Neues aus der Bitcoin-Gerüchteküche. Gegen Justin Sun soll aktuell ermittelt werden. Die Gerüchte kamen auf, als der Gründer und Vorsitzende der Kryptowährung TRON sein Krypto-Dinner mit Warren Buffet und „Größen“ aus dem Bitcoin-Ökosystem abgesagt hat.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

IOTA veröffentlicht Roadmap für Coordicide
IOTA veröffentlicht Roadmap für Coordicide
Altcoins

Am 29. Mai dieses Jahres hat IOTA den Coordicide angekündet, dahinter verbirgt sich die Abschaltung des Koordinators, der IOTA-Transaktionen überwacht. Nun hat die IOTA Foundation eine Roadmap vorgestellt.

Steve Wozniak: Apple-Mitgründer will nach Malta
Steve Wozniak: Apple-Mitgründer will nach Malta
Tech

Der Apple-Mitgründer Steve Wozniak gab bei einer Podiumsdiskussion seine Zukunftspläne bekannt. Was ihn bewegt, nach Malta zu gehen und welche Unternehmensidee er unterstützen will.

Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Sicherheit

Die Bitcoin-Börse QuickBit hat versehentlich große Datenmengen geleakt. Über Tage kursierten sensible Kundendaten ohne Firewall für jedermann einsehbar im Internet. QuickBit-Kunden wird geraten, ihr Passwort zu ändern.

Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Unternehmen

Für die Deutsche Bundesbank hat das Kursgebaren von Bitcoin & Co. in den letzten Jahren vor allem eines gezeigt: Dass Kryptowährungen weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher taugen. Anders blickt die Zentralbank auf das Potenzial von Stable Coins. Gegenüber dem Facebook-Coin Libra nimmt die Bundesbank eine argwöhnisch-abwartende Haltung ein.

Angesagt

Trading-App Robinhood sammelt 323 Millionen US-Dollar ein
Invest

Die Trading-Plattform Robinhood sammelt in einer Series-E-Funding-Runde 323 Millionen US-Dollar ein. Damit ist das Unternehmen mit 7,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Geld soll auch in den Ausbau der Krypto-Sparte fließen, diese ist jetzt bereits in 30 US-Bundesstaaten verfügbar.

Bitcoin-Gerüchteküche: Justin Sun in China angeklagt
Szene

Neues aus der Bitcoin-Gerüchteküche. Gegen Justin Sun soll aktuell ermittelt werden. Die Gerüchte kamen auf, als der Gründer und Vorsitzende der Kryptowährung TRON sein Krypto-Dinner mit Warren Buffet und „Größen“ aus dem Bitcoin-Ökosystem abgesagt hat.

Bitcoin-Börse BitFinex und Tether ziehen sich aus der Verantwortung
Krypto

Der Gerichtsprozess rund um die in Verruf geratene Bitcoin-Börse BitFinex und den Stable-Coin-Anbieter Tether geht in eine neue Runde. Nun sagt einer der Anwälte der Firmen, dass weder BitFinex noch Tether Kunden in den USA betreuen würden.

BaFin genehmigt ersten Immobilien-Token
STO

Die BaFin genehmigt das erste deutsche Security Token Offering (STO) für blockchainbasiertes Immobilieninvestment und das zweite deutsche STO überhaupt. Damit gibt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Startschuss für digitale Wertpapiere im Real-Estate-Bereich. Ein neues Anlagevehikel?

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: