Jeff Gallas: Ein Gespräch über Fulmo, Bitcoin Lightning und Hackdays

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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In einem Interview stand uns Jeff Gallas von Fulmo Rede und Antwort. Dabei diskutierte er mit uns das Lightning Network und was es von anderen Skalierungslösungen unterscheidet. Außerdem stellte er den kommenden Lightning-Hackday vor. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Alexandra Bucurescu

Das Bitcoin Lightning Network ist jedem Krypto-Enthusiasten bekannt, aber dennoch für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Wenn es in die wirklichen technischen Details geht, müssen viele passen und wirkliche Erfahrungen mit der Skalierungslösung Bitcoins können bisher nur wenige vorweisen. Hier setzt das Start-up Fulmo an, welches über diesen zweiten Layer Bitcoins aufklären will. Das macht das junge Unternehmen unter anderem mit dem Lightning-Hackday, der am ersten September in die dritte Runde geht. BTC-ECHO hat sich deshalb mit Jeff Gallas zusammengesetzt, um über Bitcoins Skalierungslösung, das Unternehmen Fulmo und das Event zu reden.

Liebe auf den ersten Blick

Hi Jeff. Fangen wir mit Dir an: Wie kamst Du zu Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain?

Eigentlich würde ich gerne eine tolle Geschichte erzählen, von einem Retreat in einem thailändischen Kloster, wo ich nach sechs Wochen Schweigegelübde eine junge schweizerische Unternehmerin traf, die mir in einer lauen Sommernacht in einer kleinen Strandbar von den überwältigenden Möglichkeiten dieser neuen, revolutionären Technologie berichtete. Die Wirklichkeit ist profaner: Ich habe vor ein paar Jahren davon auf einem Nachrichtenportal gelesen. Das Feuer war aber nicht minder entfacht, mit allem was so dazu gehört: schlaflose Nächte, endlose Monologe im Freundes- und Familienkreis, kurz: Liebe auf den ersten Blick. Und im Prinzip habe ich seitdem nicht aufgehört, mich täglich mit dem Thema zu beschäftigen. Das war übrigens zu einer Zeit, in der man noch „Bitcoin“ sagte, und nicht „Blockchain“. Aktuell führt der Trend ja wieder dahin zurück.

Wie bei einer Prepaid-Karte

Das Lightning Network ist eine Skalierungslösung für Bitcoin, mit der Transaktionen instantan und mit geringen Gebühren möglich sind. Kannst Du in einfachen Worten erklären, wie es funktioniert?

Das Lightning Network ist ein Netzwerk aus Zahlungskanälen, sogenannten Payment Channels. Ein Payment Channel ist ein durch die Blockchain vollstreckbarer Vertrag zwischen zwei Netzwerk-Teilnehmern, in dem vereinbart wird, sich Zahlungen bis zu einer bestimmten Höhe zuschicken zu können. Dafür werden im Kanal Bitcoin hinterlegt, vergleichbar etwa mit dem Aufladen einer Prepaid-Karte. Die Besonderheit im Lightning Network liegt nun darin, dass das Netzwerk Spielregeln definiert, die es möglich machen, jeden Teilnehmer – selbst wenn kein direkter Zahlungskanal besteht – risikofrei bezahlen zu können.

Satoshis Place und Süßigkeiten: Because we can!

Instantane, gebührenfreie Transaktionen machen nicht nur den Kaffeekauf komfortabler, sondern bieten auch hinsichtlich intermaschineller Kommunikation, Faucets oder In-Game-Währungen interessante Möglichkeiten. Vor einigen Monaten präsentierte Blockstream einige Lightning Apps, kurz LApps. Was ist die für dich spannendste Entwicklung in diesem Feld?

Satoshis Place ist eine hübsche Spielerei, die ohne Lightning nicht funktionieren würde, ebenso wie die Süßigkeiten-Maschine von David Knezić. Es gibt eine Vielzahl an interessanten Projekten, viele davon spielerisch und„because we can“. Und das ist für mich auch der spannendste Aspekt: Die Begeisterung zu sehen, neue Sachen auszuprobieren und zu schauen, wohin die Reise geht. Mit dem Lightning Network entsteht gerade eine neue Plattform, auf der vielfältige Projekte realisiert werden können.

„Während Shitcoins noch Marketing machen, skaliert Bitcoin bereits“

Böse Zungen sagen, dass Lightning das System unnötig kompliziert macht. Als des Teufels Advokat gefragt: Was kann diese Skalierungslösung, was andere Skalierungslösungen wie größere Blöcke, kürzere Blockzeiten, (delegated) Proof of Stake oder ein Tangle nicht können?

Das Lightning Network unterscheidet sich von den genannten Vorschlägen in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist es ein Second Layer Protocol, also eine zweite Schicht, die auf Bitcoin und anderen Blockchains aufbaut. Es ist also nur eine von vielen in der Zukunft denkbaren Skalierungsmöglichkeiten für Bitcoin, die aber die Bitcoin-Blockchain an sich unberührt lassen. Und zum anderen funktioniert diese Skalierungslösung bereits. Es gibt ein aktives, wachsendes Netzwerk, in dem täglich schon tausende von Zahlungen getätigt werden. Die oben genannten „Skalierungslösungen“ leben zum großen Teil von lautstarken Ankündigungen, müssen aber erst noch beweisen, was sie können. Oder ob sie überhaupt zur Skalierung taugen. Während Shitcoins noch Marketing machen, skaliert Bitcoin mit dem Lightning Network bereits.

Wäre es nicht dennoch möglich, das Lightning Network durch Zero-Confirmation-Transactions wie bei Bitcoin Cash überflüssig zu machen, indem man die Replace-by-Fee-Möglichkeiten wieder aus Bitcoin entfernt?

Zero-Confirmation-Transaktionen stellen keine Skalierungslösung dar, sondern erhöhen vermeintlich die Sicherheit des Empfängers, dass seine Zahlung nicht böswillig zurückgezogen wird. Die Menge der Transaktionen, die das Netzwerk bewältigen kann, bleibt davon unberührt. Egal wie man es dreht und wendet, eine Bitcoin-Transaktion ist erst dann wirklich sicher, wenn sie in mindestens einen Block geschrieben wurde. Gegenteilige Behauptungen würde ich mit äußerster Vorsicht genießen. Dass unbestätigte Transaktionen als sicher dargestellt werden, halte ich für einen verzweifelten Versuch, Aufmerksamkeit zu generieren.

Die neuen Konzepte müssen alltagstauglicher werden

Was würdest Du als die aktuell größten Herausforderungen des Lightning Networks und als die aktuell interessantesten Lösungsansätze sehen?

Die größte Herausforderung ist aktuell die Umsetzung der vielen neuen Konzepte, die die aktuelle frühe Beta-Version des Lightning Networks weiter verbessern und „alltagstauglicher“ machen. Das Lightning Network ist ein Open-Source-Projekt, wie Bitcoin auch. Und wie häufig im Open-Source-Bereich oder im IT-Bereich allgemein fehlen mehr gute, langfristig denkende Entwickler, die die vielen spannenden Konzepte umsetzen. Einige konkrete Verbesserungsvorschläge sind Atomic Multipath Payments (AMP), Splicing und eine funktionierende Implementierung von Watchtowers.

Fulmo und der Lightning-Hackday – Aufklärungsarbeit und #BUILDL für das Lightning Network

Euer Unternehmen Fulmo ist auf die Adaption des Lightning Networks spezialisiert. Wie kann man sich eure Arbeit vorstellen, was macht ihr konkret?

Wir sind als Research-Start-up gestartet und versuchen, uns und anderen einen guten Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung des Lightning Networks zu ermöglichen. Dazu veranstalten wir den Lightning-Hackday, eine Mischung aus Hackathon und Barcamp. Das Event bringt Entwickler, Nutzer und Neugierige zusammen, um möglichst viel über diese neue Technologie zu erfahren, zu lehren und zu entwickeln. Auf dem Lightning-Hackday ist der RaspiBlitz entstanden, ein Bitcoin- und Lightning-Network-Full-Node, der auf einem Raspberry Pi läuft und es perspektivisch jedermann ermöglichen soll, sehr schnell und günstig einen eigenen Node laufen zu lassen.

Eigene LApps bauen beim Hackathon

Ihr veranstaltet am ersten September den dritten Lightning-Hackday. Der zweite Lightning-Hackday war ein Barcamp/Hackathon. Das Event bot Interessierten verschiedene Foren zum Gespräch über und zum Erfahren des Lightning Networks. Was erwartet den Besucher Anfang September?

Der Lightning-Hackday ist als Veranstaltung konzipiert, bei der man alles rund ums Lightning Network erfahren und ausprobieren kann. Wer schon etwas Vorwissen hat, kann beim Hackathon versuchen, seine eigene LApp zu bauen. Wir haben ein paar Sprecher von den großen Implementierungen eingeladen. Es kommen zum Beispiel Christian Decker von Blockstream, Fabrice Drouin von Acinq, Johan Halseth von Lightning Labs oder auch Giacomo Zucco vom RGB Project. Das Vesondere am Lightning-Hackday ist aber, dass die „Sprecher“ gleichzeitig auch Teilnehmer sind, und die Teilnehmer auch Sprecher. Jeder, der eine Idee, eine Frage oder ein Problem hat, kann im Rahmen des Barcamps eine Session anbieten und ganz konkret über seine Wunschinhalte sprechen. Und da passiert es eben auch schnell, dass Christian Decker mit im Publikum sitzt und auch noch etwas lernt. Alle Teilnehmer begegnen sich auf Augenhöhe, unvoreingenommen, mit einem gemeinsamen Ziel: das Lightning Network mitzugestalten und gemeinsam nach vorne zu bringen.

Bleibt nur noch, Jeff für das Interview zu danken und den Leser einen Besuch des Lightning-Hackdays zu empfehlen. Wenn der letzte Hackday als Orientierung genutzt werden kann ,wird sich das Event für jeden Tech-Enthusiasten und -Interessierten lohnen! 

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