IWF diskutiert Strafzinsen auf Bargeld

Quelle: Shutterstock

IWF diskutiert Strafzinsen auf Bargeld

Welche Mittel bleiben Zentralbanken, um die nächste Rezession abzufedern, wenn das Pulver bereits verschossen ist? Diese Frage stellt sich angesichts der andauernden Nullzinspolitik nicht nur die Bitcoin-Gemeinde, sondern mittlerweile auch der IWF. Der haarsträubende Vorschlag: Man belegt Bares mit negativen Strafzinsen, um so das Horten von Cash zu verhindern.

Es ist das Schreckgespenst eines jeden Zentralbankers: Deflation. Lahmt die Wirtschaft, bricht der Konsum ein, die Preise reagieren, indem sie sinken. Dies nehmen die Verbraucher natürlich wahr und reagieren mit noch mehr Geldhaltung, denn eine sinkende Preistendenz animiert das Sparen. Es folgt eine sich selbst verstärkende Deflationsspirale. Eine geringe Inflation sehen Zentralbanker daher als gesund an, denn sie animiert zu Konsum und hält die Wirtschaft in Schwung.

Die Wirtschaftskrise von 2008 konnte man hierzulande durch einen Mix aus Konjunkturpaketen und expansiver Geldpolitik – sprich geringer Zinsen und Anleihenkäufe – recht erfolgreich abwenden. Allerdings würde man im Sinne einer antizyklischen Politik spätestens während eines Aufschwungs eine gewisse Drosselung des Geldflusses seitens der EZB erwarten. Das ist nicht geschehen. Der Leitzins rangiert nach wie vor im Nullerbereich, Privatkredite sind dementsprechend günstig und die Wirtschaft boomt.

Wie lange geht das noch gut?

Allerdings, und das gilt als sicher, folgt irgendwann die Rezession. Bereits jetzt rechnet die Bundesregierung nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent für 2019. Das wäre der geringste Wert seit 2013.

Welche Mittel bleiben der Zentralbank dann noch, um den gefürchteten Deflationsschock abzuwenden? Diese Frage diskutieren die Autorinnen Katrin Assenmacher und Signe Krogstrup in einem Arbeitspapier für den Internationalen Währungsfonds (IWF).


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Die These: Man bestraft das Halten von Bargeld, indem man es mit negativen Zinsen belegt. Damit wäre der Weg frei für eine noch expansivere Geldpolitik. Vormals galt was Wirtschaftswissenschaftler als Zero Lower Bound bezeichnen, also eine Zinsgrenze von Null. Senkt die Notenbank die Zinsen in den Minusbereich, weichen Nichtbanken einfach auf das Bargeld aus. Bankruns könnten entsprechend eine der Folgen von negativen Zinsen sein.

Doch wenn man auch das Bargeld negativ verzinsen würde, ließe sich der Zero Lower Bound unterschreiten und die expansive Maßnahme der Zentralbank würde wieder greifen.

Wie funktioniert das? Die Autorinnen schlagen vor, Buch- und Bargeld voneinander zu trennen. Die Zentralbank setzt dann einen Zinssatz für die Konvertierung von elektronischem Geld zu Bargeld fest. Wer also 100 Euro abheben möchte, bekommt nur 97 Euro ausgezahlt. Auf dem Konto fehlen aber trotzdem 100 Euro. Damit hätte die Notenbank den Zero Lower Bound erfolgreich besiegt.

Deutschland ist Bargeld-Land

Das Bargeld ist des Deutschen heiligstes Gut. In kaum einem Land hält der Steuerzahler so eisern an Barem fest wie hierzulande. Jedwede Meldung über die drohende „Abschaffung des Bargelds“ ruft sodann die entrüstete Reaktion der Öffentlichkeit hervor. So emotional das Verhältnis zum Zahlungsmittel Nr. 1 auch sein mag, es gibt gute Gründe eine Wirtschaft nicht allein mit Buchgeld zu unterhalten. So erlaubt einzig das Bargeld anonyme Zahlungen und ist überdies im Gegensatz zu elektronischem Geld gesetzliches Zahlungsmittel.

Dass mit Katrin Assenmacher auch eine führende EZB-Mitarbeiterin unter den Autorinnen der Studie ist, gibt Auskunft über die missliche Lage der Europäischen Zentralbank. Zwar legt dies die kurzfristige Durchsetzung des Vorschlags noch nicht automatisch nahe. Die negative Verzinsung auf Bargeld ist jedoch spruchreif und eine Implementierung im Notfall scheint nicht mehr ausgeschlossen.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Zum Glück gibt es Bitcoin.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Kolumne

IOTA wird durchsuchbar, während die meisten Deutschen noch nicht mit Bitcoin bezahlen wollen. Der japanische Messaging-Riese startet derweil eine eigene Krypto-Börse. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

John McAfee feiert und verachtet Bakkt, Charlie Lee will sich als Litecoin-Galionsfigur abschaffen und Binance will Libra bei den Regulatoren, Zentralbanken und Unternehmen dieser Welt überholen. Das Meinungs-ECHO.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Märkte

Aktuell bewegt sich der Bitcoin-Kurs gegenläufig zum übrigen Markt. Die Volatilität ist inzwischen unter das Niveau von Öl gefallen. Leider bildet Bitcoin bezüglich der Performance weiterhin das Schlusslicht.

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Kolumne

IOTA wird durchsuchbar, während die meisten Deutschen noch nicht mit Bitcoin bezahlen wollen. Der japanische Messaging-Riese startet derweil eine eigene Krypto-Börse. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

John McAfee feiert und verachtet Bakkt, Charlie Lee will sich als Litecoin-Galionsfigur abschaffen und Binance will Libra bei den Regulatoren, Zentralbanken und Unternehmen dieser Welt überholen. Das Meinungs-ECHO.

Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Szene

Es ist kein Geheimnis, dass im Krypto-Valley Zug unzählige Blockchain-Unternehmen beheimatet sind. Noch ziemlich unbekannt scheint hier die Cryptix Gruppe zu sein. Worum es geht und welche Rolle hier der Mittelstand spielt.

Angesagt

IOTA Industry Marketplace verbindet Mensch und Maschine
Altcoins

Der IOTA Industry Marketplace soll künftig Menschen und Maschinen miteinander verbinden. Dabei setzt die Foundation auf einen industrieweiten Standard.

Marktkommentar: Stellar, Cardano und Ethereum als Vorboten der Altcoin Season?
Kursanalyse

Während sich der Bitcoin-Kurs weiterhin sehr ruhig verhielt, konnten viele Altcoins sehr gut performen. Insbesondere Stellar konnte einen Pump von 50 Prozent innerhalb von drei Tagen sehen. Auch Cardano kann sich über ein signifikantes Wachstum freuen. Etwas überraschend war, dass Ethereum temporär bei Coinmarketcap auf Platz 1 stand, was jedoch an einem Bug bei Coinmarketcap lag.

Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Unternehmen

Eine weitere Schweizer Bank bietet nun die Verwahrung der beiden großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum an. Die Arab Bank Ltd. gehört damit zu den wenigen Privatbanken Europas, die digitale Assets für ihre vermögenden Kunden anbieten.

Umfrage: Österreich ist bei Bitcoin & Co. die skeptischste Nation Europas
Bitcoin

Die Bank ING hat in einer Umfrage festgestellt, dass in Europa vor allem die Türkei bullish in Sachen Bitcoin & Co. eingestellt ist. Die Deutschen zeigen sich skeptisch – nur die Österreicher sind noch misstrauischer.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: