Italien: Bitcoin im Onlineshopping beliebter als Visa und MasterCard

Jutta Schwengsbier

von Jutta Schwengsbier

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Jutta Schwengsbier

Jutta Schwengsbier arbeitet seit rund 30 Jahren als Journalistin und berichtet aus vielen Ländern über Themen, die die Welt verändern. Auch beherrscht sie mehrere Programmiersprachen und ist im Zuge dessen auf die Blockchain-Technologie aufmerksam geworden.

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Quelle: Shutterstock

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Während sich das Bitcoin-Narrativ immer mehr in Richtung „Gold 2.0“ zu entwickeln scheint, zeigen die Italiener, dass man BTC auch ausgeben kann. Eine in der italienischen Tageszeitung La Stampa diskutierte Studie hat herausgefunden, dass Bitcoin vor allem für das Bezahlen von größeren Online-Einkäufen immer beliebter wird. Insgesamt rangieren Bitcoin-Zahlungen im italienischen E-Commerce auf Position drei: Lediglich die Zahlungsdienste PayPal und PostePay werden häufiger verwendet.

Für ihre Online-Einkäufe verwenden Italiener inzwischen lieber Bitcoin als Kreditkarten. Das sei ein für Italien sehr überraschendes Ergebnis, schreibt dazu ein Analyst der italienischen Tageszeitung La Stampa. Das in Boston ansässige Marketinganalyse-Unternehmen SemRush hatte zuvor in einer Umfrage festgestellt, dass Bitcoin in der Liste der meistgenutzten Online-Zahlungsmethoden hinter PayPal und dem italienischen Prepaid-Kartenservice PostePay nun schon an dritter Stelle rangiert.

Die Daten zeigten außerdem, dass Italiener die Kryptowährung für den Online-Einkauf in größerem Umfang verwenden als herkömmliche Kreditkarten wie Visa, MasterCard oder American Express. Damit schließt Italien in der Nutzung von Bitcoin als Zahlungsmittel zu Vorreitern wie etwa Litauen und anderen osteuropäischen Ländern auf.

Laut La Stampa wird Bitcoin mehr als 215.800 mal pro Monat für Onlinekäufe in Italien verwendet, während American Express nur 189.000 mal pro Monat verwendet wird. Visa, MasterCard und andere Kreditkarten hinken mit nur 33.950 Online-Transaktionen pro Monat deutlich hinterher.

Bitcoin nach PayPal und PostePay auf Platz drei

Der kalifornische Online-Zahlungsdienst PayPal bleibt mit rund 1,3 Millionen Zahlungsvorgängen pro Monat unangefochten erste Wahl für Online-Zahlungen in Italien. Die virtuellen PayPal-Konten sind sowohl mit Kreditkarten als auch mit Girokonten verknüpft. Inzwischen akzeptieren nahezu alle Online-Händler PayPal als Zahlungsdienstleister im Gegensatz zu Bitcoin. Abgesehen vielleicht von Branchengrößen wie dem Online-Versandhändler Amazon, der eigene Zahlungsdienste anbietet.

Knapp hinter PayPal folgt der italienische Zahlungsdienstleister PostePay mit fast 1,2 Millionen monatlichen Transaktionen. In der Auswertung blieb allerdings völlig unberücksichtigt, dass viele PayPal- und PostePay-Konten mit Kreditkarten verknüpft sind. Ob Kreditkarten als Zahlungsmittel deshalb wirklich kaum noch eine Rolle spielen, ist schwer zu sagen. Zumindest steht aber fest: Bitcoins haben sich in Italien bei Online-Käufen als normales Zahlungsmittel etabliert.

Die Gesamtausgaben für E-Commerce in Italien lagen im Jahr 2018 bei über 40 Milliarden Euro. Mindestens 62 Prozent der Italiener kauften im vergangenen Jahr mindestens einmal online ein.

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