Ghost Coin Ist der Privacy Coin von John McAfee ein PIVX-Plagiat?

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Quelle: Shutterstock

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Allzu lange ist es nie still um das Enfant terrible der Krypto-Szene. Denn erneut steht John McAfee im Mittelpunkt einer Kontroverse. Dieses Mal geht es um Plagiatsvorwürfe gegen seinen geplanten Ghost Coin. Es folgt ein chronologischer Überblick.

Die Verfasser des Whitepapers zu John McAfees neustem Krypto-Projekt haben abgeschrieben. Das behauptete zumindest das Entwicklerteam des Privacy Coins PIVX.  Wenige Tage nach der Veröffentlichung des Whitepapers zu McAfees geplanter Kryptowährung schrieb das Team hierzu auf Twitter:

Nach einer eingehenden Untersuchung ist es offensichtlich, dass das GHOST Whitepaper aus einem veralteten PIVX Whitepaper von 2018 ausgiebig plagiiert wurde.

Der weitere Twitter Thread vom 17.Mai belegt mit Hilfe von Screenshots die Übernahme ganzer Sätze durch das Ghost-Team. Demnach enthalten 20 der 26 Seiten von McAfees Whitepaper umfangreiche Anleihen. Die PIVX-Entwickler gaben an, „extrem enttäuscht“ zu sein. Dass der Ghost Coin eine Fork von PIVX darstellt, sei hingegen unproblematisch.

PIVX-Team warnt vor technischen Problemen

Neben den Plagiatsvorwürfen weist das PIVX-Team weiterhin auf „mehrere schwerwiegende Probleme“ hin, die bei einer Umsetzung des Ghost Whitepapers in Code entstehen würden. Der Privacy Coin von McAfee verfüge demnach in seiner jetzigen Form über kryptographische Schwachstellen.


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Gegenüber Cointelegraph gab ein PIVX-Sprecher allerdings an, dass sein Team zunächst keine rechtlichen Schritte gegen McAfee einleiten werde. Bei PIVX handle es sich schließlich um ein Open-Source-Projekt, das folglich unter Wahrung der MIT-Lizenz geforked werden könne. Im Bezug auf das Whitepaper sprach er jedoch von ethischen Schwierigkeiten. Das Ghost-Team sollte ihr Whitepaper aus dem Netz nehmen, bis sie es durch ein eigenes ersetzen können.

McAfees Leute ruderten zurück….

Das Team hinter Ghost ließ nicht lange auf eine Antwort warten. Bereits am 18. Mai veröffentlichten sie eine Stellungnahme, die mit einem Lobgesang auf ihren exzentrischen Arbeitgeber einsetzt.

Der Verfasser des Texts gesteht bereitwillig ein, dass es sich bei Ghost um eine Fork der PIVX Blockchain handelt, wobei PIVX selbst wiederum eine Fork von Dash sei. Auch die Entwickler von McAfees Privacy Coin hätten zunächst überlegt, Dash zu forken, entschieden sich dann aber für PIVX, da dies das bessere Produkt sei:

Hinter PIVX verbergen sich erstaunliche Datenschutzfunktionen, die von talentierten Ingenieuren entwickelt wurden. Deshalb haben wir uns entschieden, mit der Codebasis zu beginnen, aber es gibt zukünftige Verbesserungen, die noch nicht implementiert wurden, und darauf haben wir uns bei der Entwicklung konzentriert. Wenn das GHOST Main Net im Juni veröffentlicht wird, werdet Ihr sehen, welche Arbeit geleistet wurde.

Zum Plagiatsvorwurf merkte der Autor der Stellungnahme an, dass externe Entwickler den Großteil der Arbeit an Ghost stemmen. Auch das Whitepaper sei von ihnen verfasst worden. Da es sich bei Ghost um eine Fork von PIVX handelt, seien Ähnlichkeiten bei der Beschreibung der technischen Features unvermeidlich. Dennoch bittet er PIVX und die Krypto-Community um Entschuldigung. Er kündigte an, am 24. Mai weitere Informationen zur technischen Beschaffenheit von McAfees Krypto-Projekt herauszugeben.

….bis McAfee sich selbst zu Wort meldete

Diesen Beschwichtigungen zum Trotz, entschied McAfee am 19. Mai, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Als ein Benutzer ihn auf Twitter fragte, ob das Whitepaper plagiiert sei, gab er eine für McAfee typische Antwort. Unter Verwendung einer höchst ausdrucksstarken Sprache räumte der IT-Millionär das Plagiat bereitwillig ein.

Damit nicht genug. Denn kurze Zeit später warf McAfee den PIVX-Entwicklern Heuchelei vor. Schließlich könne ein Whitepaper nicht urheberrechtlich geschützt sein, wenn das Produkt selbst Open-Source ist. Als Konsequenz droht McAfee, rechtliche Schritte gegen PIVX einzuleiten:

Zu behaupten, ein Produkt sei Open Source, während die Dokumentation vorenthalten wird, ist Betrug. Schlicht und einfach. Das werde ich bald vor Gericht beweisen.

Es wird eine Klage wegen Verleumdung geben.

Nach Angaben von Cointelegraph fiel die Reaktion von PIVX auf diese Drohungen gelassen aus. Da PIVX keine Rechtsperson sei, könne es genau so wenig verklagt werden wie Bitcoin. Auch davon abgesehen könnte sich das Einleiten von rechtlichen Schritten in den USA für McAfee schwierig gestalten. Denn der Unternehmer zog sich auf Grund von Vorwürfen der Steuerhinterziehung ins ausländische Exil zurück.

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