Internet of Things IOTA: Entwickler-Clinch, Kursexplosion und ein neuer Prozessor

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Quelle: Shutterstock

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Bei IOTA hängt der Haussegen schief. Der einstige IOTA-Entwickler Ivancheglo fordert 25 Millionen MIOTA im Wert von knapp 8,9 Millionen US-Dollar von seinem ehemaligen Kollegen David Sønstebø. Der Kurs zeigt sich von dem Zwist unbeeindruckt und führt seinen Erfolgskurs fort.

Bei IOTA bahnt sich ein Rechtsstreit an. Das ehemalige Mitglied der IOTA Foundation, Sergey Ivancheglo, hat sich per Twitter endgültig vom Tangle-Projekt verabschiedet und fordert unter Androhung eines Rechtsstreits 25 Millionen MIOTA (8,9 Millionen US-Dollar) von seinem ehemaligen Kollegen David Sønstebø. Der Streit eskaliert kurz bevor die Foundation Neuigkeiten zur Entwicklung des Mikroprozessors JINN veröffentlichen will.

Bereits im letzten Jahr hatte Sergey Ivancheglo seinen Rücktritt aus der IOTA Foundation bekannt gegeben. Der mit der technischen Gestaltung des Coo-freien Tangles betraute Entwickler hatte sich damals mit der Führungsetage der Foundation zerworfen. Als unabhängiger Entwickler blieb er dem Projekt aber zunächst erhalten und setzte seine Arbeit an dem Berechnungsprotokoll Qubic und der KI-Software Aigarth fort.

Streit um 25 Millionen MIOTA

Nun scheint der Konflikt zwischen den ehemaligen Kollegen jedoch neu entfacht. Per Tweet wandte sich Ivancheglo mit deutlichen Worten an Sønstebø und ließ die Öffentlichkeit an dem Disput teilhaben:


Ich informiere die IOTA-Gemeinschaft, dass ich nicht mehr mit David Sønstebø zusammenarbeite und kontaktiere meine Anwälte, um meine 25 Ti von ihm zu bekommen. Er weigert sich, die Iotas zu übertragen, damit ich zu seinem Vorteil und gegen meinen eigenen handeln muss.


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Ivancheglo beschuldigt Sønstebø, den geforderten Betrag nicht auszuhändigen. Der Wortlaut der Nachricht lässt vermuten, dass vorherige Anfragen Ivancheglos bereits ins Leere liefen. Die Antwort von Sønstebø ließ jedoch nicht lange auf sich warten und folgte ebenfalls als Tweet:


Versöhnliche Worte klingen anders. Die Fronten zwischen den beiden Entwicklern scheinen jedenfalls verhärtet. Sønstebø beschuldigt Ivancheglo, das IOTA-Projekt durch destruktive Verhaltensweisen torpediert zu haben:

Weil er alle Fortschritte der IOTA-Stiftung ablehnt. Ich habe ihn im Alleingang in den Vorstand der IOTA-Stiftung gewählt, um die Entwicklung der Coo-freien IOTA-Architektur zu leiten. Er erhielt einen Freibrief, seine Versprechen zu erfüllen, um zu beweisen, dass er eine bessere Lösung hat. Wir alle wissen, dass dies fehlgeschlagen ist, und als Folge davon entschied er sich, die IOTA Foundation zu verlassen, während er immer noch darauf bestand, dass er das letzte Wort haben würde.

Demnach habe es Ivancheglo während seiner Zeit bei IOTA versäumt, eine Tangle-Lösung ohne Coordinator zu entwickeln. Sønstebø scheint mit der Personalie Ivancheglo endgültig abgeschlossen zu haben. Einem Schlussstrich in beider Einvernehmen steht somit „nur“ noch die Zahlung der geforderten 25 Millionen MIOTAs im Weg.

JINN-Prozessor

Der Streit zwischen den Entwicklern spitzt sich zu, nur kurz bevor die IOTA Foundation neue Meldungen zur Entwicklung des JINN-Prozessors veröffentlichen will. JINN ist ein Mikroprozessor, der mit ternären Berechnungsmethoden arbeitet, also mit drei Zuständen (0, 1, -1), anstelle eines binären Systems mit zwei Zuständen (0, 1). Die Verwendung des Prozessors soll deutlich weniger Energie verbrauchen und mehr Daten verarbeiten können als herkömmliche Systeme.

Entwickelt wird der Prozessor vom Hardware-Unternehmen JINN-Labs, das 2014 gemeinsam von den Streitparteien David Sønstebø und Sergey lvancheglo bereits vor IOTA gegründet wurde. JINN-basierte Geräte sollen in der Infrastruktur des IoT (Internet of Things) die Datenverarbeitung gewährleisten und stellen somit wichtige Bausteine im IOTA-Ökosystem dar. Sønstebø hat per Discord vermeldet, dass Updates zur Entwicklung des Prozessors am Montag, dem 3. Februar, präsentiert werden sollen.

IOTA-Kurs zieht an

Seit Jahresbeginn weiß die Performance von IOTA zu überzeugen. Der IOTA-Kurs stieg in einem Aufwärtskanal über die betrachteten gleitenden Mittelwerte der letzten 50, 140 und 200 Tage. Nun konnte der Kurs sogar über die Resistance des genannten Aufwärtskanals steigen.

IOTA steigt seit Anfang 2020 stabil an.

Tageschart auf Basis des Wertepaares IOTA/USDT auf der Börse Binance erstellt

Gemäß der Indikatoren ist die Lage insgesamt bullish zu bewerten. Zwar ist der RSI überkauft, aber diese Entwicklung kam nicht durch eine hitzige Kursexplosion. Der Trend scheint aktuell stabil zu sein. Es bietet sich entsprechend eine Long-Position an, bei der die Targets bei 0,40 US-Dollar und 0,46 US-Dollar liegen. Als Stop Loss bietet sich das jüngst durchwanderte Plateau bei 0,32 US-Dollar an. Sollte der Kurs unter 0,29 US-Dollar fallen, kann man über eine Short-Position nachdenken, bei der das Target bei 0,23 US-Dollar liegt. Als Stop Loss kann man wieder die 0,32 US-Dollar wählen.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,90 Euro.


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