Hard Fork für Monero: Beryllium Bullet jetzt verfügbar

Hard Fork für Monero: Beryllium Bullet jetzt verfügbar

Am 18. Oktober 2018 führt das Monero-Netzwerk eine weitere Hard Fork durch: Beryllium Bullet. Mit dem Protokoll-Update sollen Transaktionen weniger Speicherplatz verbrauchen und günstiger werden. Mittlerweile hat das Monero-Projekt die neuen Wallet-Versionen veröffentlicht (v0.13.xx.xx). Wer Monero hält, muss jetzt seine Software aktualisieren. Ein Überblick:

rd Forks sind für Monero ein alter Hut. Zweimal im Jahr führen die Monero-Entwickler um Ricardo „fluffypony“ Spagni eine Hard Fork durch. Dabei bekommt das Protokoll neue Funktionen, wie zum Beispiel eine größere Ringgröße, Multi-Signaturen-Wallet-Unterstützung, Performance-Verbesserungen und vieles mehr.

Beryllium Bullet mit Bulletproofs

Die wichtigste Neuerung in dieser Version von Monero, woraus sich auch der Name „Beryllium Bullet“ ableitet, heißt „Bulletproofs“. Die Bulletproofs sind eine Optimierung der Range Proofs, die in Monero bei den Ring Confidential Transactions zum Einsatz kommen.

Wir erinnern uns: In Monero sind alle Transaktionen privat, das heißt der Sender, Empfänger und Betrag werden verschleiert. Ring Confidential Transacations (oder kurz: RingCT) verstecken den Betrag einer Transaktion. Um allerdings sicherzugehen, dass auch wirklich überhaupt ein positiver Betrag ausgegeben wird, benutzt Monero eine Form der Zero Knowledge Proofs, nämlich Range Proofs. Diese beweisen, ohne den tatsächlichen Transaktionsbetrag preiszugeben, dass die Inputs mit den Outputs übereinstimmen. Ohne diesen Mechanismus könnte ein Angreifer mit speziellen Transaktionen neue Coins kreieren und damit zur unkontrollierten Inflation führen.

Das Leid bei der Geschichte war bisher, dass diese Zero Knowledge Range Proofs sehr viel Speicherplatz verbrauchten. Eine normale Range-Proof-Monero-Transaktion ist ungefähr 13 Kilobyte groß – circa 53 mal größer als eine normale Bitcoin-Transaktion. Mit Bulletproofs schrumpft dieselbe Transaktion um 80 Prozent von 13 Kilobyte auf ungefähr 2,3 Kilobyte. Monero-Transaktionen sind also nach wie vor deutlich größer als Bitcoin-Transaktionen, allerdings nur noch um einen Faktor zehn (statt 53). Für Monero-Nutzer bedeutet das günstigere Transaktionsgebühren und eine bessere Skalierung der Blockchain. Die Transaktionskosten bei einer geringen Priorität fallen durch Beryllium Bullet voraussichtlich von 20 bis 30 Cent auf wenige Cent pro Input.

Kampf den ASICs

Bereits bei der letzten Monero Hard Fork bestand der Wunsch sich gegen mögliche ASIC Miner zu wehren. Seit Sommer 2017 war die Hashrate immer weiter bis zu einem Giga Hash pro Sekunde nach oben geklettert. Vermutungen kursierten in der Monero-Community, dass Mining-Gigant Bitmain einen ASIC für den vermeintlich ASIC-resistenten Mining-Algorithmus in Monero entwickelt hätte. Daraufhin beschlossen die Entwickler, den Proof of Work zu verändern und damit die ASICs abzuschütteln. Nach der Hard Fork im April 2018 stürzte die Hashrate um ca. 80 Prozent ab – ein Beweis für die Existenz von ASICs.

In dieser Hard Fork (v0.13.xx.xx) wird Monero wieder den Proof of Work verändern. Es besteht zwar keine akute Gefahr, dass es erneut ASICs geben könnte (die Hashrate hält sich bei ca. 500 Mega Hashes pro Sekunde), allerdings hat sich das Monero-Projekt nach dem letzten Zwischenfall darauf verständigt, mit jeder Hard Fork den Proof of Work zu verändern. So wird ASIC-Herstellern klar kommuniziert, dass es sich bei der ASIC-Entwicklung für Monero um kein wirtschaftliches Unterfangen handelt.

Statische Ringgröße für ein besseres Anonymitätsset

Die dritte wichtige Änderung ist der Wechsel zu einer statischen Ringgröße. Die Ringgröße ist Teil der Ring Signatur und gibt an, wie viele Sender für jede Transaktion in Frage kommen. Seit April 2018 war die Mindestgröße auf sieben festgelegt worden (zuvor lag sie bei 5). Nutzer konnten bisher allerdings auch optional mehr Decoys in ihrer Ringsignatur verwenden. Im Monero Blockchain Explorer sah man hin und wieder Transaktionen mit 41 möglichen Sendern – das fällt auf.

Die Ringgröße wird mit Beryllium Bullet statisch auf elf festgelegt. Damit verfolgt das Monero-Projekt weiterhin eine voranschreitende Ringgröße und schafft mehr Einheit in den Transaktionen. Nun können die Transaktionen nicht mehr nach Ringsignatur-Teilnehmern unterschieden werden. Ein Plus für die Privatsphäre in Monero, denn das Anonymitätsset steigt.

Übrigens: Die Blockgröße bei Monero ist im Gegensatz zu Bitcoin nicht statisch, sondern dynamisch.

Nicht verpassen: Monero Wallets updaten

Eine Hard Fork ist ein „opt-in“-Update. Mit anderen Worten, um in den Genuss der neuen Bulletproofs zu kommen, musst du aktiv deine Monero-Wallet updaten. Auf der offiziellen Website findest du die verschiedenen Distributionen. Es empfiehlt sich, die Hashes des Binärcodes zu überprüfen, bevor man die neue Wallet installiert. Die alte Version kann man löschen. Im Idealfall liegt beim Update auch die Seed Phrase bereit, um gegebenenfalls die Wallet wiederherstellen zu können. Allerdings funktioniert das Update meistens auch so problemlos. Auch mobile Wallets wie Cake Wallet und Monerujo müssen auf den neusten Stand gebracht werden. Die neuen Versionen sind im Apple App Store und Google Play Store verfügbar.

Um sicherzustellen, dass du die richtige Version benutzt, kannst du dir unter Einstellungen bei „Info“ die Wallet-Version anzeigen lassen. Natürlich bringt diese Hard Fork noch viele weitere, kleinere Änderungen mit sich. Hier findest du eine Übersicht.

Am 18. Oktober ist es dann so weit: Das Monero-Netzwerk untergeht einer weiteren Hard Fork. Ab Block Nummero 1685555 treten die neuen Regeln in Kraft. Wer nach diesem Block eine alte Wallet nutzt, ist nicht mehr Teil des Monero-Netzwerks.

BTC-ECHO

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