Goldman Sachs äußert sich erneut zu Bitcoin & Blockchain

Gregor Hallmann

von Gregor Hallmann

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Gregor Hallmann

Gregor Hallmann ist seit 20 Jahren Wirtschaftsjournalist. Als Redakteur einer Nachrichtenagentur verfolgte der studierte Politologe um die Jahrtausendwende hautnah den Internet-Boom und das folgende Platzen der Dotcom-Blase. Seitdem schreibt er als freier Journalist kritisch über Wirtschaft, Finanzen und Geldanlage – und hat dabei auch Kryptowährungen und Blockchain im Blick.

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Quelle: Goldman Sachs Tower and the Colgate clock in Jersey City in New Jersey at night via Shutterstock

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Die Goldman-Sachs-Sparte für private Vermögensverwaltung hat kürzlich einen Jahresausblick für ihre Kunden veröffentlicht, in dem wenig Positives zum Thema Kryptowährungen und Bitcoin zu finden ist. Ob in allen Abteilungen der US-Bank so gedacht wird, bleibt aber unklar.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

ref=”http://www.goldmansachs.com/what-we-do/investment-management/private-wealth-management/intellectual-capital/unsteady-as-she-goes/”>Jahresausblick für ihre Kunden veröffentlicht, in dem wenig Positives zum Thema Kryptowährungen und Bitcoin zu finden ist. Ob in allen Abteilungen der US-Bank so gedacht wird, bleibt aber unklar.

Die Anlagestrategen schreiben in ihrem Ausblick: „Es besteht kein Zweifel, dass der Anstieg des Bitcoin-Kurses ihn in den Blasen-Bereich gedrückt hat.“ Der kometenhafte Preisanstieg in kurzer Zeit stelle sogar die Preisanstiege während der Dotcom-Blase in den Schatten. Dies gelte dem Ausblick zufolge auch für andere Kryptowährungen.

Zu dieser Einschätzung kommen die Goldman-Sachs-Strategen durch Vergleiche der Kurse von Bitcoin und Ether mit den Preisverläufen der Aktienindizes S&P 500, Nasdaq und Topix rund um deren Höchststände – und mit den Preisentwicklungen während der holländischen Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts. Das Ergebnis: Die Preisbewegung des Bitcoin lässt sowohl Aktien- als auch Tulpenblasen zwergenhaft erscheinen, beim Ether ist dieses Bild noch viel ausgeprägter.

Das Team der „Investment Strategy Group“ um Chief Investment Officer Sharmin Mossavar-Rahmani und Head of Tactical Asset Allocation Brett Nelson schreibt weiter:

„Obwohl wir nicht wissen, ob sich Bitcoin oder irgendeine andere Kryptowährung von den aktuellen Preisen aus verdoppeln oder verdreifachen, glauben wir nicht, dass diese Kryptowährungen in ihrer jetzigen Form auf lange Sicht ihren Wert behalten werden.“


Weiter heißt es, das Konzept einer digitalen Währung auf Basis der Blockchain-Technologie sei durchaus brauchbar – angesichts der Vorteile, die es bringen kann, etwa weltweit erleichterte Ausführungen, niedrigere Transaktionskosten, weniger Korruption durch die Nachverfolgbarkeit aller Transaktionen und der Sicherheit des Eigentums. Allerdings, so schreiben die Autoren: „Der Bitcoin bietet keinen dieser Schlüsselvorteile.“ Im Gegenteil, die Ausführungen würden nicht erleichtert, die Abrechnung dauere oft bis zu zehn Tage, und Ende 2017 habe der Preisunterschied für einen Bitcoin zwischen 17 US-Handelsplätzen in der Spitze bis zu 31 Prozent betragen. Die Transaktionskosten seien in die Höhe geschossen, und häufige Hacker-Attacken hätten die Bitcoin-Bestände einzelner Wallets und ganzer Börsen ausgelöscht.

Die Goldman-Sachs-Strategen glauben nicht, dass ein Bitcoin-Kollaps schwere Ansteckungseffekte auf die Weltwirtschaft oder die Finanzmärkte haben würde. Sie verweisen darauf, dass am Höhepunkt der Dotcom-Blase im März 2000 die kombinierte Marktkapitalisierung von Nasdaq-Index und den IT-Aktien im S&P 500 Index 101 % des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen habe – und 31 % des weltweiten BIP. Die Marktkapitalisierung der Kryptowährungen liege dagegen bei lediglich 3,2 % des US-BIP und bei 0,8 % des BIP weltweit. Da Handel und Besitz von Kryptowährungen sich mehr in Asien als in den USA konzentrierten, sei das globale BIP der angemessenere Bezugspunkt.

Die skeptischen Einschätzungen der Investment Strategy Group aus dem Private Wealth Management von Goldman Sachs müssen nicht die Meinung der gesamten Bank widerspiegeln, darauf wird im hier zitierten Ausblick hingewiesen. Erst im Dezember 2017 hatten Medienberichte aufhorchen lassen, nach denen Goldman Sachs als erstes großes Wall-Street-Institut einen Handelsbereich für Kryptowährungen in New York aufbauen will, der laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg bis Ende Juni 2018 an den Start gehen könnte. Goldman Sachs hatte diese Berichte weder bestätigt noch dementiert.


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