G20: Globale Steuerstandards ab 2020

Quelle: ARGENTINA BUENOS AIRES NOVEMBER 2018: G20 2018 Group of Twenty Meeting flag waving in against blue sky, close up. via shutterstock

G20: Globale Steuerstandards ab 2020

In den vergangenen Tagen trafen sich die Finanzminister und Zentralbanker der G20 zur Diskussion in Argentinien. Eines der diskutierten Themen war die Regulierung von Bitcoin & Co. Ergebnis: Kryptowährungen sind gefährlich und interessant, globale Standards werden kommen. Bis Juli werden Daten gesammelt.

Bitcoin-Enthusiasten erwarteten das G20-Treffen in Buenos Aires zum Teil unruhig. Eine anstehende Regulierung oder die Möglichkeit von Verboten von Kryptowährungen sorgt schließlich immer wieder für Panik an den Märkten. Nun können all die FUDler aufatmen. Wie die Zusammenfassung des Treffens ergibt, wissen die Finanzminister und Zentralbanker der G20-Staaten nicht richtig, wie sie mit Kryptowährungen umgehen sollen. Die Worte, die sie für Bitcoin & Co. fanden, schwankten zwischen Warnung und leichtem Enthusiasmus.

„Wir erkennen an, dass die technologische Innovation […] das Potential hat, die Effizienz und Inklusivität des Finanzsystems und der Wirtschaft zu erweitern. Krypto-Assets wecken jedoch auch Fragen in Richtung der Konsumenten- und Investorensicherheit, Integrität des Marktes, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.“

Auffällig am Abschluss-Statement ist vor allem die Wortwahl. Das Expertenteam nennt Bitcoin & Co. bewusst „Krypto-Assets“. Das englische Wort für Kapital oder Vermögenswert deutet hier nämlich darauf hin, dass man es eben nicht mit Währungen zu tun habe. Im weiteren Statement betonen sie darüber hinaus, dass Kryptowährungen nicht die Funktionen von „souveränen Währungen“ erfüllten.

Internationale Standards für Steuern kommen erst 2020

Die Finanzexperten verschieben die Verantwortung letztlich auf den FATF. Der Arbeitskreis „Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung“ (Financial Action Task Force) hat nämlich Regeln, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen. Diese sollen letztlich auch für Bitcoin & Co. gelten – gemeinsam will man an weiteren Standards arbeiten. Daraus soll eine global gültige Regulierung folgen – die aber momentan noch abzuwarten bleibt. Warum Regulierung in Hinsicht auf Insider-Handel sinnvoll sein kann, kann man übrigens hier nachlesen.

Bis es zu endgültigen Vorschriften kommt, darf sich der Markt wohl vorerst mehr oder weniger frei entfalten (vor nationalen Regulierungen schützt das Ergebnis der Tagung letztlich nicht). In den letzten Abschnitten ihrer Zusammenfassung kündigen die Finanzminister und Banker nämlich an, dass es vor 2020 keine globalen Steuer-Standards geben wird. Ein Update kommt aber noch 2019, bis Juli dieses Jahres wolle man Daten sammeln, um sich genauer darauf zu einigen, wie man am besten reguliert.

Ergänzung:

Wie bekannt wurde, wandte sich in diesem Zuge auch die OSZE, in einem Statement an die Minister und Zentralbanker. In diesem wird ebenfalls zur gemeinsame Initiative in der gemeinsamen Besteuerung besonders mit Blick auf Kryptowährungen aufgerufen. Näheres siehe unten.

Im Rahmen der Konferenz warb neben den teilnehmenden Ministern und Zentralbankern ebenfalls die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, kurz OSZE, für eine gemeinsame Besteuerung und weiter Zusammenarbeit im Feld von Kryptowährungen. In einem Bericht, der an die Konfrenzeteilnehmer versendet wurde, regt die OSZE weitere Kooperation und Weiterentwicklung an im Angesicht steigender Bedeutung und Intransparenz nötig.

So heißt es in dem Bericht konkret, man entwickle derzeit bereits Werkzeuge, Kooperationsmechanismen und stecke in entsprechenden Untersuchungen gegenüber den steuerlichen Folgen von Kryptowährungen und Distributed-Ledger-Technologien. Letztere könnten genutzt werden um die steuerliche Intransparenz zu überwinden.

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