Exklusiv: Das sagt die Blockchain-Elite über die aktuellen Krypto-Herausforderungen

Exklusiv: Das sagt die Blockchain-Elite über die aktuellen Krypto-Herausforderungen

Im Rahmen der Blockchain-Cruise-Konferenz haben die Teilnehmer des Panels Pain and fears in 2018 über das „Big Picture“ der Krypto-Ökonomie diskutiert. Dabei ging es auch um die Frage, was sich ändern muss, damit die Krypto-Adaption erfolgreich voranschreiten kann.

Den Anfang machte Miko Matsumura, der betonte, wie wichtig es ist, dass der Kryptomarkt viele schmerzhafte Erfahrungen in den letzten Monaten machen musste. Nun gehe es darum, aus den Fehlern zu lernen und es in Zukunft besser zu machen. Deutlich weniger diplomatisch äußerte sich Hartjej Sawhney, als er pauschalisierte, dass sich die (meisten) Nutzer wie „Vollidioten“ benehmen und die Risiken unterschätzen, weshalb der Fokus vor allem auf der Cybersecurity liegen sollte.

Um die Stimmung wieder etwas aufzuhellen, verwies Olga Feldmeier auf die guten Nachrichten. Das Ökosystem entwickelt sich prächtig und insbesondere die Adaption im Finanzsektor macht große Hoffnungen auf eine positive Entwicklung in der nächsten Zeit. Mit institutionellen Investoren und Banken, die auf den Kryptozug aufspringen, werden allerdings auch Antworten auf Regulierungsfragen immer wichtiger, mahnte Jonathan Galea. Gleichzeitig räumte er aber auch ein:

„Die Dezentralisierung kann im Kern nicht reguliert werden, sondern nur der Rahmen darum.“

Der Erfinder des Domain Name System (DNS), Paul Mockapetris, griff das Thema Dezentralisierung auf, um ein der Dezentralisierung inhärentes Problem zu skizzieren:

„Als ich das DNS in den 90ern erfand, war das Netzwerk sehr dezentral. Als die Skalierung allerdings zunahm und alles größer wurde, begann auch die Zentralisierung. Diese Fliehkräfte galten damals beim Internet wie heute bei Blockchain. Dem entgegenzutreten ist eine schwierige Aufgabe.“

Private Keys, Quantencomputer und die Rolle von Krypto-Education

Besonders am Herzen lag allen Panel-Teilnehmern, dass die Nutzer lernen müssen, ihre Private Keys selbst aufzubewahren und nicht zentralisierten Exchanges oder Hot Wallets zu überlassen. Miko Matsumura schüttelte in diesem Kontext den Kopf, da er nicht verstehen kann, warum die Nutzer nicht aus den unzähligen Hacks lernen können.

„Es werden regelmäßig mehrere hundert Millionen US-Dollar durch Börsenhacks verbrannt und es interessiert niemanden.“

Auch Litecoin-Gründer Charlie Lee stimmte Miko zu und betonte die Notwendigkeit, die Menschen über die Funktionsweise der Krypto-Ökonomie aufzuklären:

„Das Problem ist, dass die Menschen zum ersten Mal selbst verantwortlich für die Verwahrung ihres Geldes sind und dieses nicht mehr einer dritten Partei, wie einer Bank, anvertrauen müssen. Dies führt zur bequemen Nutzung von Hot Wallets oder zentralen Exchanges. Es gibt immer einen Trade Off zwischen Usability und Security; aber es wird immer besser und vor allem einfacher, durch z. B. Hardware Wallets seine Coins sicher zu verwahren.“

Als weiteren Risikofaktor sieht Paul Mockapetris Quantencomputer. BTCC-Co-Founder Bobby Lee entgegnete dem, dass es falsch sei, dies als ein rein blockchainspezifisches Risiko darzustellen. Quantencomputer gefährden die gesamte Internetinfrastruktur und Blockchains können durch ihre Weiterentwicklung dazu beitragen, die Gefahren zu reduzieren. Demnach kann die Blockchain-Technologie eher als eine Chance dafür gesehen werden, eine sichere Netzwerkinfrastruktur trotz Quantencomputer zu ermöglichen.

Lies auch:  Ist Bitcoin tot? Das sagt die Szene

Abschließende Worte für die gesamte Diskussion fand Miko Matsumura:

„Es geht nicht nur um Quantencomputer, Regulierung und institutionelle Investoren. Wir müssen uns als Individuum und als Branche fragen, was wir tun können, um die Blockchain-Adaption weiterzuentwickeln.“

BTC-ECHO

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