Ethereum hat ein Zentralisierungsproblem

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Um den Bitcoin-Nachfolger Ethereum ist es momentan nicht bestens bestellt. Da die Nodes immer teurer werden, weichen Entwickler zunehmend auf Infura aus.

Wie es aussieht, hat das drittgrößte Blockchainprojekt nach Bitcoin mit einem Rentabilitätsproblem zu kämpfen. Was zu Beginn des Jahres 2017 nach einer immensen digitalen Gelddruckmaschine aussah, scheint sich bisweilen einfach nicht mehr zu lohnen. Das führt zu einem weiteren Problem: Entwickler weichen auf Alternativen aus. Das wiederum führt zu einer Zentralisierung.

Die Probleme von Ethereum

Zu den Hintergründen: Zum einen berichteten wir am 17. Januar darüber, dass seit Aufkommen des großen ICO-Hypes (der letztendlich auf Ethereum basiert) sehr viel Kapital verlorengegangen ist (mehr dazu). Dann ist da noch ein gewisses Sicherheitsproblem: Das Entwickler-Team hat die vielversprechende Hard Fork Constantinople vorerst absagen müssen, da es zu Sicherheitslücken kam (mehr dazu).

Nun berichtet TheBlock, dass die Ethereum Blockchain zwar stetig wächst. Allerdings haben die Nodes seit April 2018 einen Rückgang von knapp 50 Prozent verbüßen müssen. Wie kommt das zu Stande? Die Antwort lautet (unter anderem): Infura.

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Infura ist eine von ConsenSys betriebene Infrastrukturlösung. Mit anderen Worten: Sie bietet Entwicklern von dApps eine Ausweichmöglichkeit, wenn sie keine eigene Node betreiben wollen. Das widerspricht letztlich dem Grundgedanken Ethereums. Denn bei Infura handelt es sich um eine einzige Infrastruktur innerhalb des Ethereum-Ökosystems. Damit bietet Infura letztlich den berühmten Single Point of Failure, den schon Satoshi Nakamoto vor knapp zehn Jahren in seinem Bitcoin White Paper versuchte zu eliminieren.

Von Dezentralisierung also keine Spur. Es ist dementsprechend schwierig, eine dezentrale Infrastruktur aufrechtzuerhalten, wenn ein Großteil der Anwendungen auf ein zentralisiertes System angewiesen ist.

Nodes zu betreiben muss günstiger werden

Was ist hier also die Lösung? Die Kosten und Anforderungen für eine eigene Node müssen insgesamt sinken, sodass es sich für dApp-Entwickler wieder lohnt, eigene Nodes zu betreiben. Denn wie TheBlockCrypto weiter berichtet, wuchs die Größenanforderung für die Synchronisation einer standardmäßigen Ethereum Full Node um das Dreifache auf über 120 GB.

Dazu gesellt sich jedoch ein weiteres Problem: Selbst wenn sich Entwickler dazu bereit erklärten, eine Node vollständig zu synchronisieren, müssen sie diese noch ständig verifizieren. Anders gesagt: Es ist für Betreiber von Nodes einfach zu aufwändig, die Synchronisierung aufrechtzuerhalten. Die Kosten sind zu hoch, Dienstleister wie Infura sind hier letztlich eine attraktive Ausweichmöglichkeit.

Infura hostet seine eigene Node und bietet Entwicklern eine Frontend-Benutzeroberfläche für dApps, die sich mit Smart Contracts auf der Ethereum Blockchain verbinden. Damit führt die Infrastruktur letzten Endes zu einer Re-Dezentralisierung des Netzwerkes, der sich die Ethereum-Community annehmen muss.


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