“Ein Investment ohne eine fundamentale Analyse ist ausgeschlossen” – Laurenz Apiarius von Blockwall

Christian von Fellenberg

von Christian von Fellenberg

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christian von Fellenberg

Christian von Fellenberg y Palma studiert an der EBS in Oestrich Winkel General Management. Da Christian unter anderem in Chile aufgewachsen ist, konnte er bereits Studien- und Arbeitserfahrung in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern sammeln. Zuletzt hat Christian bei einer der größten Investmentbanken Lateinamerikas, Banco BCI, in den Bereichen Asset Management, M&A, Market Making und Brokerage gearbeitet. Darüber hinaus verfügt er über Arbeitserfahrung in der privaten Vermögensverwaltung bei Family Offices. Anfang 2017 gründete er zusammen mit zwei anderen Kommilitonen die studentische Unternehmensberatung Virtatis. Christian ist überzeugt, dass sich Kryptowährungen als eine feste Anlageklasse etablieren werden. Diesem Bedeutungsgewinn möchte er zuvorkommen und sein Wissen aus dem traditionellen Finanzsektor auf den neuen Markt der Kryptowährungen anwenden.

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Laurenz Apiarius ist Managing General Partner bei Blockwall, dem ersten deutschen BaFin-registrierten Fondsmanager, der seinen Investoren Zugang in die Entwicklung von Blockchain-Technologien ermöglicht. Wir sprachen mit ihm über seinen persönlichen Werdegang, das von Blockwall angebotene Produkt und seine Sicht auf Kryptowährungen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Dr. Philipp Giese

strong>dem ersten deutschen BaFin-registrierten Fondsmanager, der seinen Investoren Zugang in die Entwicklung von Blockchain-Technologien ermöglicht. Wir sprachen mit ihm über seinen persönlichen Werdegang, das von Blockwall angebotene Produkt und seine Sicht auf Kryptowährungen.

Hatten Sie vor diesem Projekt bereits mit Kryptowährungen zu tun und wie war Ihre Haltung diesbezüglich?

Das Thema Kryptowährungen begleitet meine Partner und mich schon seit mehreren Jahren. Anfänglich war es mehr ein Spiel mit „digitalem Geld“, was sich aber recht schnell geändert hat, nachdem wir verstanden hatten, um was es eigentlich geht und welches unglaubliche Potential sich hinter Distributed-Ledger-Technologien (DLTs) verbirgt. Seither ist es schwer, andere Themen zu finden, die eine ähnlich disruptive Wirkung mit sich bringen.

Was waren die Gründe, einen geschlossenen Fonds anstatt einen offenen Fonds zu gründen?


Unser Fonds stellt eine Brücke dar, über die professionelle Anleger an der Entwicklung dieser Technologien partizipieren können. Da sich die Technologien noch in einer absoluten Frühphase befinden, sind die Preise für die Kryptowährungen noch sehr spekulativ getrieben und dadurch nicht immer nachvollziehbar und volatil. Daher war es für uns ein zwingender Ansatz, dass der Fonds geschlossen sein muss, um unsere Anleger vor diesen spekulativ getriebenen Marktschwankungen zu bewahren und somit den eigentlichen Fokus auf die technologische Entwicklung setzen zu können.

Auf welche Anlegergruppe zielt ihr Fonds ab? Wie hoch ist die Mindesteinlage?

Unsere Anlegergruppe sind vornehmlich HNWIs, Family Offices und Institutionelle Anleger, die DLT/Blockchain als interessante Beimischung in der Portfoliostrategie identifiziert haben. Die Mindesteinlage in unserem ersten Fonds „Blockwall Capital I“ betrug 200.000 Euro und lag somit im Rahmen unserer regulatorischen Vorgaben.

Investiert Ihr Fonds direkt in Token oder werden Derivate zur Nachbildung der Kurse verwendet?

Die Wertschöpfung im Bereich der dezentralen Technologien wird fast ausschließlich über den jeweiligen Token dargestellt, weshalb wir ausschließlich und direkt in solche investieren. Ferner tätigen wir Investitionen ausschließlich ohne Fremdkapital. Wir decken den gesamten Investmentzyklus eines Token ab –  von Equity über Pre-ICO/ICOs bis hin zu bereits handelbaren Assets. Hierbei ist das Letztere – der liquide Teil des Marktes – unser klarer Investmentfokus.

Wie wird für eine sichere Aufbewahrung der Token gesorgt?

Das Thema der Verwahrung ist für uns besonders wichtig, weshalb wir nur solche Lösungen verwenden, die international anerkannt und „best practice“ sind. Wir verfolgen die Entwicklungen zu diesem wesentlichen Baustein mit größter Sorgfalt. Für jeden unserer Assets gibt es eine speziell für diesen Wert optimale und sichere Verwahrung.

Nach welchen Kriterien werden die Kryptowährungen ausgesucht? Welchen Diversifizierungsansatz habt ihr?

Die Technologie befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium und birgt sowohl große Chancen als auch Risiken. Das größte Potenzial aus heutiger Sicht sehen wir in der technologischen Basis, welche langfristig für das DLT-Ökosystem relevant sein wird. Diese Infrastruktur-Technologien werden die innovativen und neuen Geschäftsmodelle auf der Blockchain ermöglichen und legen damit den Grundstein für weiterführende Anwendungen.

Die meisten Anleger investieren in diesem Markt immer noch zu sehr aus dem „Bauch“ heraus. Die Wenigsten lesen tatsächlich ein White Paper oder versuchen den Business Case hinter einem Token zu analysieren und zu bewerten. Für uns ist ein Investment ohne eine fundamentale Analyse ausgeschlossen. Wir setzen hier auf eine selbst entwickelte Bewertungsmatrix und Bewertungsmodell, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Die qualitative und quantitative Due Diligence stellt die Basis unsere Asset-Allokation dar.

Sind in Zukunft weitere Fonds geplant?

Definitiv. Im Rahmen des Fundraisings sind wir auf viele interessierte Parteien gestoßen, für die zum damaligen Zeitpunkt noch eine Art Proof of Concept gefehlt hatte. Mit unserem aktuellen Fonds haben wir nun die Infrastruktur und das Back-Office geschaffen, welches auch den Maßstäben von institutionellen Investoren gerecht wird. Daher streben wir derzeit an, noch in diesem Jahr einen zweiten Fonds zu schließen.


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