Die Deutsche Bundesbank warnt vor Bitcoin

Quelle: © eelnosiva - Fotolia.com

Die Deutsche Bundesbank warnt vor Bitcoin

Die Deutsche Bundesbank warnt die Bevölkerung davor Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu nutzen, da die Risiken unüberschaubar wären.

Die Deutsche Bundesbank argumentiert, dass die Volatilität von Bitcoin enorm wäre. Zudem würde die Währung von unbekannten Akteuren herausgegeben werden und nicht von einer Notenbank.

So heißt es konkret vom Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele:

“Der Bitcoin ist ein Tauschmittel, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben wird, sondern von nicht bekannten Akteuren. Ich sehe ihn nicht als Währung”, sagte Thiele. Jeder Bürger, der sein Erspartes in Bitcoin anlegt, sollte sich die Kursentwicklung anschauen. “Wir können nur die Menschen davor warnen, den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen. Aber wir treffen keine Anlageentscheidungen für die Bürger.”

Einspruch, Herr Thiele!

Grundsätzlich ist die Deutsche Bundesbank eine respektable Institution, die mehrere Jahrzehnte in Deutschland für eine stabile und verlässliche Geldpolitik gesorgt hat –  danke dafür. Auch ist es zu Begrüßen, dass sich die Deutsche Bundesbank für die Blockchain-Technologie ausspricht.

Leider führen solche Aussagen, wie von Herrn Thiele, zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung und schaden der Akzeptanz von Kryptowährungen.  Ganz sachlich, ohne Spott, soll daher im folgenden kurz auf die Argumentation der Deutschen Bundesbank eingegangen werden.

Zu der Aussage: “Ich sehe ihn nicht als Währung”

Bitcoin ist keine Fiatwährung, wird aber wie jede Fiatwährung im Devisenhandel gehandelt und weist auch sonst alle Geldmittelfunktionen einer Währung auf. Das Argument Kryptowährungen seien keine Währung, weil sie von keiner Zentralbank herausgegeben werden ist aus der Luft gegriffen. Wo steht, dass eine Währung nur dann eine Währung ist, wenn sie von einer Zentralbank herausgegeben wird? Nirgends. Sicherlich begründen die Kryptowährungen eine eigene Anlageklasse, da sie sich in vielen Punkten sehr stark von den “konventionellen” Währungen unterscheiden, ihnen deswegen die “Währungsfunktion” abzusprechen oder dies zumindest anzudeuten, ist falsch.

Zu der Aussage: “Jeder Bürger, der sein Erspartes in Bitcoin anlegt, sollte sich die Kursentwicklung anschauen”

Sehr gerne, dann wird er feststellen, dass keine andere Anlageklasse so gut performt hat, wie die der Kryptowährungen. Gerechterweise ist hier natürlich die Volatilität angesprochen und nicht die Kursperformance. Aber auch die Schwankungsintensität von Bitcoin ist inzwischen stark zurückgegangen und liegt teils unter der des institutionell standardisierten Öl. Bitcoin eine deutlich höhere Volatilität zu zusprechen als anderen Vermögenswerten, ist daher nicht mehr ganz zeitgemäß.

Zu der Aussage: “Wir können nur die Menschen davor warnen, den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen.”

Verständlich, wenn man bei der Bundesbank angestellt ist, entbehrt aber jeglichen Grundlagenkenntnissen zur Vermögensanlage. Schließlich gibt es keine Vermögensanlage, die absolute Sicherheit bietet und vor einem Totalverlust schützt. Jede Aktie, jede Anleihe (auch Staatsanleihe), jede Währung oder eben Kryptowährung kann wertlos werden bzw. an Kaufkraft verlieren. Zu suggerieren, dass Währungen von Zentralbanken davor gefeilt wären, ist bestenfalls gutes Marketing. Nur weil eine Währung oder ein Vermögenswert einer institutionellen Regulierung unterliegt, heißt das noch lange nicht, dass diese oder dieser vor Ausfallrisiken geschützt ist.

Zudem waren es vor allem die Notenbanken selbst, die die größten Finanzkrisen mit ausgelöst haben. So ist die Finanzkrise von 2008 u.a. durch billiges Zentralbankgeld bzw. niedrige Zinsen ausgelöst worden. Entsprechend sinnvoll ist es, wenn man sich gegen solche Entwicklungen schützen kann. Genau hier kommen Kryptowährungen ins Spiel, da sie unabhängig von staatlichen Institutionen funktionieren und stärker von der nationalen und internationalen wirtschaftspolitischen Lage abgekoppelt sind als andere Anlageklassen.

Um also Risiken in seinem Portfolio zu streuen, macht es absolut Sinn auch Kryptowährungen zu halten. Etwas provokant formuliert stellt es sogar ein Risiko dar, nicht einen Teil seines Vermögens in Kryptowährungen zu investieren, da man dann den Grundsatz der Diversifikation in verschiedene Anlageklassen missachten würde.

Fazit:

Es ist zu verstehen, dass die Deutsche Bundesbank Vorbehalte gegenüber Kryptowährungen äußert. Niemand mag Konkurrenz. Zudem muss die Deutsche Bundesbank vor Bitcoin waren, damit sie sich nicht den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht vor Bitcoin gewarnt zu haben, falls der Bitcoin-Kurs einbricht. Insofern kann durchaus Verständnis für diese Äußerung aufgebracht werden.

Dennoch wäre es von einer seriösen Institution angebracht etwas differenzierter zu Argumentieren und es zu unterlassen Bitcoin und Co. ständig in die “Schmuddelecke” zu stellen. Solche Aussagen verunsichern die Bevölkerung und sorgen dafür, dass sich Deutschland nur langsam in der Digitalisierung nach Vorne bewegt.

Disclaimer: Es handelt sich bei diesem Artikel nicht um eine Anlage- oder Vermögensberatung.

BTC-ECHO

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs rüttelt stetig an der psychologisch wichtigen 10.000 US-Dollar-Marke. BTC-Trader brauchen ein ruhiges Gemüt. Der Fear & Greed Index zeigt, dass das aktuell nicht einfach ist. Und gibt eine klare Handlungsanweisung

Twitter Account @bitcoin jetzt doch pro BTC – Finte oder Läuterung?
Twitter Account @bitcoin jetzt doch pro BTC – Finte oder Läuterung?
Bitcoin

Der Twitter Account @bitcoin scheint die Lager gewechselt zu haben. Nachdem das Konto vormals der Bitcoin Fork Bitcoin Cash (BCH) die Stange gehalten hatte, sollen die Betreiber nun auf Seiten BTCs zu finden sein. Doch die Community ist skeptisch.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

IBM und Travelport lancieren DLT-Lösung für Hotelprovisionen
IBM und Travelport lancieren DLT-Lösung für Hotelprovisionen
Blockchain

Die Distirbuted-Ledger-Technologie (DLT) verspricht überall dort einen Mehrwert, wo es komplizierte Transaktionen zwischen mehreren Parteien nachzuverfolgen gilt. So auch in der Reisebranche. IBM hat hier gemeinsam mit Travelport nun eine neue Blockchain-Lösung für Reisebüros und Hotels lanciert. Die Entwickler versprechen damit, die Arbeitsabläufe in der Branche entscheidend zu vereinfachen.

Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs rüttelt stetig an der psychologisch wichtigen 10.000 US-Dollar-Marke. BTC-Trader brauchen ein ruhiges Gemüt. Der Fear & Greed Index zeigt, dass das aktuell nicht einfach ist. Und gibt eine klare Handlungsanweisung

Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Kommentar

US-amerikanische Behörden gehen verstärkt gegen chinesische Drogen-Hersteller vor. Diese nutzen Kryptowährungen wie Bitcoin, um ihr Geld zu transportieren. Die gehandelten Waren bestehen unter anderem aus synthetischen Opioiden. Ein Kampf gegen Windmühlen, die ihr Fundament auf US-amerikanischem Boden haben.

Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Tech

Immer mehr südkoreanische Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen listen ihre Projekte in Übersee. Neben den USA und China ist auch Singapur ein beliebter Zufluchtsort für Krypto-Entrepreneure. Die Entscheidung, auf ausländischen Plattformen zu operieren, lässt sich auf ungünstige Bedingungen auf dem heimischen Markt zurückführen. Unterdessen reagieren große internationale Börsen erfreut und öffnen ihre Pforten für Südkoreaner.

Angesagt

„IOTA“, sagte die Schranke zum Smartphone
Tech

IOTA im Alltag: Die App trive.park bezahlt Parkhausautomaten mit IOTA. Hinter dem Projekt steckt das deutsche Software-Start-up trive.me, das seinerseits der EDAG Group angehört. EDAG und trive.me sehen in der Tangle-Integration von IOTA eine Grundsteinlegung für künftige Mobilitätsservices.

Libra unter Monopolverdacht: EU-Kommission befasst sich mit dem Facebook Coin
Regulierung

Die EU-Kommission prüft Facebooks Währungsprojekt Libra auf mögliche wettbewerbswidrige Praktiken. Einen entsprechenden Fragebogen haben die Wettbewerbshüter Anfang des Monats an die Mitglieder der Libra Association versandt. Damit muss sich die Organisation hinter der noch ungeborenen Währung bereits zwei Monate nach deren öffentlichen Verkündung gegen Monopolverdacht wehren.

CBA: Größte australische Bank entwickelt Handelsplatz für Umwelt-Token
Blockchain

Die Commonwealth Bank of Australia (CBA) hat einen Handelsplatz für Token, die für eine nachhaltige Förderung und den Erhalt der Umwelt stehen, vorgestellt. Dieser soll den Schutz der Umwelt vorantreiben und Investitionen in die Umwelt möglich machen.

WhatsApp plant Einführung von Digitalzahlungen in Indonesien
Tech

Facebook-Tochter WhatsApp führt Gespräche mit indonesischen Finanzfirmen und IT-Unternehmen. Dabei geht es um die Lancierung eines digitalen Bezahldienstes im Land. Als größte Volkswirtschaft in Südostasien ist Indonesien für Facebook von großer Bedeutung. Der Dienst sollte eigentlich bereits 2019 starten, verzögert sich aber wegen Lizensierungsschwierigkeiten in Indien.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: