Die Deutsche Bundesbank warnt vor Bitcoin

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Die Deutsche Bundesbank warnt vor Bitcoin

Die Deutsche Bundesbank warnt die Bevölkerung davor Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu nutzen, da die Risiken unüberschaubar wären.

Die Deutsche Bundesbank argumentiert, dass die Volatilität von Bitcoin enorm wäre. Zudem würde die Währung von unbekannten Akteuren herausgegeben werden und nicht von einer Notenbank.

So heißt es konkret vom Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele:

“Der Bitcoin ist ein Tauschmittel, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben wird, sondern von nicht bekannten Akteuren. Ich sehe ihn nicht als Währung”, sagte Thiele. Jeder Bürger, der sein Erspartes in Bitcoin anlegt, sollte sich die Kursentwicklung anschauen. “Wir können nur die Menschen davor warnen, den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen. Aber wir treffen keine Anlageentscheidungen für die Bürger.”

Einspruch, Herr Thiele!

Grundsätzlich ist die Deutsche Bundesbank eine respektable Institution, die mehrere Jahrzehnte in Deutschland für eine stabile und verlässliche Geldpolitik gesorgt hat –  danke dafür. Auch ist es zu Begrüßen, dass sich die Deutsche Bundesbank für die Blockchain-Technologie ausspricht.

Leider führen solche Aussagen, wie von Herrn Thiele, zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung und schaden der Akzeptanz von Kryptowährungen.  Ganz sachlich, ohne Spott, soll daher im folgenden kurz auf die Argumentation der Deutschen Bundesbank eingegangen werden.

Zu der Aussage: “Ich sehe ihn nicht als Währung”

Bitcoin ist keine Fiatwährung, wird aber wie jede Fiatwährung im Devisenhandel gehandelt und weist auch sonst alle Geldmittelfunktionen einer Währung auf. Das Argument Kryptowährungen seien keine Währung, weil sie von keiner Zentralbank herausgegeben werden ist aus der Luft gegriffen. Wo steht, dass eine Währung nur dann eine Währung ist, wenn sie von einer Zentralbank herausgegeben wird? Nirgends. Sicherlich begründen die Kryptowährungen eine eigene Anlageklasse, da sie sich in vielen Punkten sehr stark von den “konventionellen” Währungen unterscheiden, ihnen deswegen die “Währungsfunktion” abzusprechen oder dies zumindest anzudeuten, ist falsch.

Zu der Aussage: “Jeder Bürger, der sein Erspartes in Bitcoin anlegt, sollte sich die Kursentwicklung anschauen”

Sehr gerne, dann wird er feststellen, dass keine andere Anlageklasse so gut performt hat, wie die der Kryptowährungen. Gerechterweise ist hier natürlich die Volatilität angesprochen und nicht die Kursperformance. Aber auch die Schwankungsintensität von Bitcoin ist inzwischen stark zurückgegangen und liegt teils unter der des institutionell standardisierten Öl. Bitcoin eine deutlich höhere Volatilität zu zusprechen als anderen Vermögenswerten, ist daher nicht mehr ganz zeitgemäß.

Zu der Aussage: “Wir können nur die Menschen davor warnen, den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen.”

Verständlich, wenn man bei der Bundesbank angestellt ist, entbehrt aber jeglichen Grundlagenkenntnissen zur Vermögensanlage. Schließlich gibt es keine Vermögensanlage, die absolute Sicherheit bietet und vor einem Totalverlust schützt. Jede Aktie, jede Anleihe (auch Staatsanleihe), jede Währung oder eben Kryptowährung kann wertlos werden bzw. an Kaufkraft verlieren. Zu suggerieren, dass Währungen von Zentralbanken davor gefeilt wären, ist bestenfalls gutes Marketing. Nur weil eine Währung oder ein Vermögenswert einer institutionellen Regulierung unterliegt, heißt das noch lange nicht, dass diese oder dieser vor Ausfallrisiken geschützt ist.

Zudem waren es vor allem die Notenbanken selbst, die die größten Finanzkrisen mit ausgelöst haben. So ist die Finanzkrise von 2008 u.a. durch billiges Zentralbankgeld bzw. niedrige Zinsen ausgelöst worden. Entsprechend sinnvoll ist es, wenn man sich gegen solche Entwicklungen schützen kann. Genau hier kommen Kryptowährungen ins Spiel, da sie unabhängig von staatlichen Institutionen funktionieren und stärker von der nationalen und internationalen wirtschaftspolitischen Lage abgekoppelt sind als andere Anlageklassen.

Um also Risiken in seinem Portfolio zu streuen, macht es absolut Sinn auch Kryptowährungen zu halten. Etwas provokant formuliert stellt es sogar ein Risiko dar, nicht einen Teil seines Vermögens in Kryptowährungen zu investieren, da man dann den Grundsatz der Diversifikation in verschiedene Anlageklassen missachten würde.

Fazit:

Es ist zu verstehen, dass die Deutsche Bundesbank Vorbehalte gegenüber Kryptowährungen äußert. Niemand mag Konkurrenz. Zudem muss die Deutsche Bundesbank vor Bitcoin waren, damit sie sich nicht den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht vor Bitcoin gewarnt zu haben, falls der Bitcoin-Kurs einbricht. Insofern kann durchaus Verständnis für diese Äußerung aufgebracht werden.

Dennoch wäre es von einer seriösen Institution angebracht etwas differenzierter zu Argumentieren und es zu unterlassen Bitcoin und Co. ständig in die “Schmuddelecke” zu stellen. Solche Aussagen verunsichern die Bevölkerung und sorgen dafür, dass sich Deutschland nur langsam in der Digitalisierung nach Vorne bewegt.

Disclaimer: Es handelt sich bei diesem Artikel nicht um eine Anlage- oder Vermögensberatung.

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