Bitcoin, Der 30-Millionen-US-Dollar-Betrug
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Initial Coin Offerings Der 30-Millionen-US-Dollar-Betrug

Ein ehemaliger Profiteur des Bitcoin-Booms muss sich vor Gericht verantworten. Unter der Vortäuschung falscher Identitäten soll er Investoren mittels Initial Coin Offering (ICO) um 30 Millionen US-Dollar erleichtert haben.

Das Jahr 2017 markiert den letzten großen Bitcoin-Boom-Zyklus. Doch während der Bitcoin-Kurs in ungeahnte Höhen kletterte (er kratzte bisweilen an der 20.000-US-Dollar-Marke), erschien auch eine neue Möglichkeit, um in kurzer Zeit sehr viel Kapital einzusammeln. Die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO), angelehnt an den Börsengang (Initial Public Offering, IPO), versprachen vielversprechende Anwendungsfälle, gepaart mit hohen Gewinnen.

ICO: Massig Betrug während des Bitcoin Booms

Dass hinter dem Großteil der Projekte maximal heiße Luft stand, sollte sich erst später herausstellen: Nach dem großen Pump kam auch der Dump. Zurück blieben verprellte Investoren, einige wenige reiche ICO-Gurus und ein großer Haufen sogenannter Shitcoins (zu deutsch etwa „Scheißmünze“).

Für die internationalen Strafverfolgungsbehörden bedeutet das nun vor allem eins: Arbeit. Nach und nach erreichen uns Meldungen über neue Gerichtsverfahren gegen Betreiber ehemaliger ICO-Scams. Wie das US-Nachrichtenmagazin Bloomberg nun berichtet, hat ein ehemaliger Hedgefonds-Betrüger namens Boaz Manor im Rahmen eines ICOs Investoren um satte 30 Millionen US-Dollar gebracht.


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Seine Vergangenheit und wahre Identität galt es dabei offenbar zu verschleiern. Der 46-Jährige lockte Investoren, indem er vorgab, dass sein Unternehmen, die CG Blockchain Inc., ein Produkt habe, das es tatsächlich nur in Bruchstücken gab. Die Technologie, die Bitcoin hervorgebracht hatte, sollte als Träger herhalten. Denn mit dem Produkt sollte man angeblich Hedgefonds-Transaktionen auf der Blockchain festschreiben können. Dabei gab er laut Bloomberg fälschlicherweise an, dass insgesamt 20 Hedgefonds jährlich eine Million US-Dollar Gebühren für das Produkt bezahlen würden.

Ferner gab er fälschlicherweise vor, dass seine Verbündete, die Anwältin Edith Pardo aus New Jersey, mit im Boot saß. Als unabhängiger Investor, so die Behauptung Manors, hätte er drei Millionen US-Dollar in CG Blockchain investiert. Wie sich herausstellen sollte, entsprach das jedoch nicht der Wahrheit.

Nun müssen sich beide für Überweisungs- und Wertpapierbetrug verantworten. Verklagt wurden sie von der Securities and Exchange Commission (SEC), der US-amerikanischen Börsenaufsicht. Diese moniert laut Bloomberg:

Pardo hat weder Millionen in das Geschäft investiert noch hatte er in irgendeiner Weise die Aufsicht darüber. Viel eher hat er so agiert, dass der wahre Einfluss von Manor unter Verschluss blieb. Die Angeklagten haben außerdem falsches Material oder irreführende Statements über den Status der technologischen Produkte, die sie entwickelten, präsentiert.

Kein unbeschriebenes Blatt

Wie sich herausstellte, war Manor offenbar schon lange vor den Bitcoin-Boom-Zeiten als Betrüger aktiv. So soll er bereits im Jahr 2003 sein Glück im Unglück von anderen gesucht haben. Etwa im Jahr 2003, als er die Portus Alternative Asset Management Inc. gegründet hatte. Hinter dem Titel verbarg sich eine Asset-Management-Firma, deren Vermögen von kanadischen Behörden alsbald eingefroren worden waren. Der Verdacht: missbräuchliche Verwendung der gesammelten Assets.

Anschließend verbrachte Manor laut Bloomberg-Informationen ein Jahr hinter schwedischen Gardinen in Kanada und erklärte sich im Jahr 2012 dazu bereit, 8,8 Millionen Kanadische Dollar an Strafe zu zahlen. Außerdem verbannte ihn die kanadische Regulierungsbehörde von weiteren Tätigkeiten im Investment- und Wertpapierbereich.

Der kanadisch-israelische Betrüger musste anschließend mehrere Scheinidentitäten aufnehmen, um seine Tätigkeiten im Blockchain-Bereich weiterzuverfolgen.

Die Nachwehen des Bitcoin Booms

Auch anderen Ortes laufen derzeit Gerichtsprozesse, die die Nachwehen der letzten Bitcoin-Boom-Phase verarbeiten. Allen voran ist hier das laufende Gerichtsverfahren gegenüber BitFinex und Tether Limited zu nennen. Gemeinsam, so der bisher unbestätigte Vorwurf, sollen die Bitcoin-Börse und der Stable-Coin-Herausgeber den Bitcoin-Kurs durch den unkontrollierten Druck von Tether (USDT) maßgeblich manipuliert haben.

Da die sogenannten Stable Coins jeweils den Wert eines US-Dollars repräsentieren, soll es den Unternehmen ein Leichtes gewesen sein, neue Coins auf den Markt zu werfen und damit Bitcoin-Einkäufe zu fälschen. Obwohl die Indizien gegen die Unternehmen sprechen, streiten sie die Vorwürfe ab.

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