Just roll with it Das Wahnsinns-Wochenende: Was ist nur los bei SushiSwap?

Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

Zubereiten von Sushi zu Hause - Nahaufnahme von Händen, die eine Roll auf einem Board schneiden.

Quelle: Shutterstock

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Der Gründer verkauft all seine Token; der Kurs crasht; er verlässt das Projekt; das Protokoll wird aufgekauft. Fast schon filmreif haben sich die Ereignisse um das wohl turbulenteste DeFi-Protokoll aller Zeiten, SushiSwap, am letzten Wochenende überschlagen. Eine Zusammenfassung.

SushiSwap ist wohl das Meme-Projekt, das aktuell den gesamten DeFi-Bereich aufwirbelt. Hier können Investoren Liquidität von der dezentralen Exchange (DEX) Uniswap auf SushiSwap umschichten und dafür Rendite kassieren. Bisher lief das Ganze außerordentlich gut, der Kurs des jüngst lancierten SUSHI stieg am 1. September sogar auf ein Maximum von 11,17 US-Dollar und erreichte dabei eine Dominanz von 77 Prozent im Uniswap-Protokoll. Die Marktkapitalisierung von SUSHI lag bei 278 Millionen US-Dollar. Doch über das Wochenende gab es einige turbulente Zwischenfälle, die den SUSHI-Kurs innerhalb von kurzer Zeit auf 1,41 US-Dollar nach unten rissen.

3. September: Die ersten Sicherheitslücken


Das vor 1,5 Wochen lancierte Protokoll war von Anfang an umstritten. Das liegt zum einen an dem Anreizmodell, welches zwar hohe Renditen verspricht, allerdings die Token als Belohnung nur dann ausschüttet, wenn Kapital von Uniswap auf SushiSwap deponiert wird. Mittlerweile beläuft sich das umgeschichtete Kapital auf satte 1,5 Milliarde US-Dollar. Der Plan des DeFi-Protokolls ging also bis dato auf. Auf der anderen Seite wiesen Experten darauf hin, dass noch kein unabhängiger und tiefgehender Sicherheitscheck für die verwendeten Smart Contracts stattgefunden hat. Fast wie gerufen traten am letzten Donnerstag die ersten erheblichen Sicherheitsprobleme auf. Analysten der Blockchain-Firma Quantstamp identifizierten Fehler im Code und zwei Probleme mit mittlerer und drei mit geringer Schwere. Abschließend stellte Quantstamp fest, dass die gefundenen Probleme behoben werden können, warnte jedoch trotzdem vor der Nutzung der Plattform.

5. September, 12:00 Uhr: SushiSwap-Gründer verkauft alle SUSHI

Zwei Tage später kursierten dann auf einmal Gerüchte um den anonymen Schöpfer von SushiSwap, der sich auf Twitter als „Chef Nomi“ ausgibt. Angeblich hatte dieser seine gesamten SUSHI abgestoßen hatte. In einer Transaktion hat er Etherscan zufolge seine rund 2,5 Millionen SUSHI und die dazugehörigen rund 20.000 ETH aus dem Pool abgezogen und die SUSHI in ETH getauscht. Für diesen Tausch gab es weitere 18.000 ETH. Auf seiner Adresse befinden sich zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels 38.000 ETH, das einem Gegenwert von umgerechnet rund 13,16 Millionen US-Dollar entspricht. Damit richtet der Krypto-Küchenchef wohl gegenwärtig das größte Sashimi aller Zeiten an. Denn eigentlich war das entsprechende Kapital für die Weiterentwicklung von SUSHI vorgesehen. Folglich sorgte die Aktion des frisch gebackenen Multimillionärs nicht nur für großen Unmut in der Community, sondern auch – zum Leidwesen vieler SUSHI Holder – für einen rasanten Kursabsturz von 88 Prozent.

5. September, 13:57 Uhr: Chef Nomi reagiert auf Exit Scam-Vorwürfe

Chef Nomi reagierte derweil auf die Panik in der Community und betonte, dass es sich nicht um einen sogenannten Exit Scam handeln würde. Bei dieser Art von Betrug wird der Wert einer Kryptowährung zunächst künstlich aufgeblasen, woraufhin die Betreiber verkaufen und mit dem Geld untertauchen. Vielmehr argumentierte der Gründer von Sushiswap nun, dass er das Recht hat, auf diese Mittel zuzugreifen, da er die DeFi-Plattform geschaffen habe und dessen Hauptentwickler sei.

Die Leute haben mich gefragt, ob ich einen Exit Scam gemacht habe. Das habe ich nicht. Ich bin noch immer hier. Ich werde mich an der Diskussion [um SUSHI] weiter beteiligen. Außerdem werde ich auf der technischen Seite weiterhin mithelfen und sicherstellen, dass die Übernahme erfolgreich läuft,

so der Projektgründer auf Twitter. In diesem Thread vergleicht der SushiSwap Chef seinen Schachzug mit dem von Charlie Lee, der seine Litecoin Ende 2017 abgestoßen hatte. So wolle sich Chef Nomi, ähnlich wie Lee damals, weniger auf den Kurs, sondern vollständig auf den Code konzentrieren, heißt es in einem weiteren seiner Posts. Ob dies tatsächlich stimmt, bleibt fraglich.

6. September, 09:37 Uhr : Sushit – Gründer steigt aus

Verständlicherweise sorgte der plötzliche Verkauf der 2,5 Millionen SUSHI Token und der darauffolgende Kurs-Crash in der Krypto-Welt für helle Aufregung. Beispielsweise twitterte Ethereum-Gründer Vitalik Buterin am selben Tag:

Schaut nach und erinnert euch daran, wer was in der letzten Woche hinsichtlich des Aufstiegs von SUSHI gesagt und getan hat, und passt daran entsprechend eure Einschätzung ihrer Glaubwürdigkeit an.

Zudem forderte Sam Bankman-Fried, der Geschätsführer der Krypto-Börse FTX, sogar den Rücktritt von Chef Nomi, um das Projekt vor dem Aus zu bewahren. Die ganze Kontroverse fasst er in fünf Punkten zusammen:

a) Nomi ist scheiße und hat der Community geschadet

b) Sushi hat als DeFi-Projekt mit dynamischen AMM [Automated Market Maker] noch viel Potenzial

c) Wenn Nomi nicht zurücktritt, ist Sushi am Ende.

d) Wenn Sushi eine Division für Serum hinzufügt, dann geben wir 5 Millionen SUSHI an die Farmer

e) So oder so, AMMs wird es bald auch bei Serum geben.

Kurz darauf bestätigt der Sushi-Krypto-Chef auf Twitter, dass er aus der Führungsebene von Sushi Swap ausgetreten ist. Dabei erklärt er:

Ich hoffe, Sushi Swap kommt ohne mich gut zurecht. Auch hier hatte ich nicht die Absicht, Schaden anzurichten. Es tut mir leid, wenn meine Entscheidung nicht euren Erwartungen entsprochen hat.

6.September, 11:10 Uhr: FTX kauft SushiSwap auf

Die genauen Absprachen und Hintergründe seines Rücktritts sind unklar, jedoch hat der anonymen Gründer des Uniswap-Forks nach dem Bekanntwerden seines umstrittenen Ausstiegs die komplette Kontrolle an seinen lauten Kritiker FTX-CEO Sam Bankman-Fried übertragen, der das Protokoll nun vollständig aufgekauft hat. Der FTX-Geschäftsführer hat auf Twitter angekündigt, dass die Kontrolle über den gesamten SUSHI-Supply über eine Multi-Sig-Wallet verschoben werden soll, um das DeFi-Projekt vollständig zu dezentralisieren. Das Projekt läuft also weiter wie gehabt – mit dem einzigen Unterschied, dass die Köpfe in der Chef-Ebene ausgetauscht wurden. Sushiswap scheint nun in sicheren Händen zu sein, der Kurs erholte sich und steht aktuell bei 2,72 US-Dollar. Wie heißt es nicht so schön: You can’t buy happiness, but you can buy Sushi.

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