Cryptopia: Insolvenzverwalter der Bitcoin-Börse erhält Zugriff auf US-Server

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Noch immer müssen Kunden von Cryptopia auf ihre Token warten. Der Insolvenzverwalter der neuseeländischen Bitcoin-Börse hat vom New Yorker Konkursgericht eine Verfügung erhalten, die ihm Zugriff auf US-Server mit Daten von Cryptopia-Kunden gewährt.

Wie aus einer Bekanntmachung des Insolvenzverwalters Grant Thornton hervorgeht, geht es dabei konkret um Kontakt- und Kontoinformationen von Cryptopia-Kunden, die auf Servern der IT-Firma Phoenix NAP, LLC, im US-Bundesstaat Arizona lagern.

Die vorläufige Order erhält die Cryptopia-Daten, zu denen eine SQL-Datenbank gehört, die alle individuellen Kryptowährungsbestände aller Kontoinhaber und die Kontaktdaten des Kontoinhabers enthält. Ohne diese Informationen ist es unmöglich, einzelne Bestände mit den von Cryptopia gehaltenen Währungen abzustimmen.

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Das Gesuch der Insolvenzverwalter geht auf Vertragsstreitigkeiten zwischen Cryptopia und Phoenix zurück. Letztere haben als Reaktion auf die Liquidation Cryptopias den Servicevertrag gekündigt. Es folgte eine Forderung in Höhe von 1,9 Millionen Dollar für die Herausgabe der Kundendaten. Und das, obwohl Cryptopia trotz Liquidation bereit war, weiterhin die reguläre Zahlung von 137.000 Dollar zu entrichten.

Gericht spricht Machtwort im Streit Cryptopia vs. Phoenix

Die Bitcoin-Börse schildert in einem vorangegangenen Memorandum, dass sie keine Grundlage für die geforderten 1,9 Millionen US-Dollar sehe und ferner befürchte, dass Phoenix NAP die Daten überschreiben könnte. Diese Befürchtungen konnte der New Yorker Richterspruch zumindest ausräumen. Auch was die Forderungen angeht, die Phoenix an Cryptopia richtet, sorgte das Urteil für Klarheit. Cryptopia muss demnach lediglich bis Monatsende den Betrag für die Monate Mai und Juni, insgesamt rund 274.000 US-Dollar, zahlen.

Der wiedererlangte Zugriff auf die Server soll dazu dienen, die Währungen korrekt an die Kunden auszahlen zu können. Bis diese ihre Einlagen wieder zurückerhalten, wird indes noch einige Zeit verstreichen. So bittet der Insolvenzverwalter die Kunden in der Mitteilung um Geduld:

Wir gehen davon aus, dass der Prozess der Datenwiederherstellung und der Festlegung, wie Ausschüttungen an Kontoinhaber vorgenommen werden können, mindestens einige Monate dauern wird. Wir verstehen, dass diese Verzögerung für die Kontoinhaber frustrierend sein wird. Aus diesem Grund arbeiten wir daran, diese Probleme so schnell wie möglich zu lösen.

Damit bleiben jene Cryptopia-Kunden, die nicht dem Kreis der unmittelbaren Hack-Opfer angehören, vorerst Hodler wider Willen.

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