Anti-Bitcoin China will mit CBDC den US-Dollar stürzen

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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zwei fäuste, die auf einander zukommen, eine gefärbt mit der flagge der usa, die andere mit der flagge von china

Quelle: Shutterstock

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Die Regierung in China hat eine Informationsinitiative zu Bitcoin, Blockchain & Co. gestartet. Mit ihrer digitalen Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) geht sie entschlossen gegen den Facebook-Coin Libra vor.

Die geplante und aktuell im Testlauf befindliche CBDC der Volksrepublik China ist in jeder Hinsicht der Gegenentwurf zu Bitcoin (BTC). Konzipiert als zentral gesteuertes Währungsmittel, das unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei gute Möglichkeiten zur Überwachung der Geldströme bietet, steht es Bitcoin diametral gegenüber. Schließlich ist Bitcoin dezentral konzipiert und baut auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk auf. Die Kontrolle liegt bei den NutzerInnen, die Steuerung erfolgt über die Blockchain.

China entwickelt Anti-Bitcoin mit politischem Sprengstoff

Was sich Bitcoin und der digitale Renminbi jedoch teilen, ist die Fähigkeit, wirtschaftspolitischen Sprengstoff zu produzieren. Denn die Regierung in China plant nichts geringeres, als sich die Vormachtstellung im ökonomischen Kräftemessen zu erkämpfen.

Anti-Libra, Anti-USA

In einem am 19. Mai herausgegebenen Erklärung zu einem Buch über Bitcoin, Blockchain und digitale Währungen erklärt die Kommunistische Partei zudem, dass sie sich mit ihrer CBDC in direkte Konkurrenz zum Facebook Coin Libra stelle.


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Dort heißt es über die geplante Digitalwährung, die das Land in Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister Alipay entwerfen will:

China wird bald das erste Land der Welt sein, das eine legale digitale Zentralbankwährung herausgibt. […] Im April 2020 veröffentlichte der US-amerikanische Technologieriese Facebook die nichtstaatliche digitale Währung Libra. […] Das Projekt ist ein digitales Äquivalent zum US-Dollar und die globale Zahlungsstrategie der US-Regierung. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von privatem und öffentlichen [Sektor]. Doch Alipay kann Libra nicht nur besiegen, um das globale Zahlungssystem umzustrukturieren und die Digitalisierung und Integration globaler Finanzdienstleistungen zu vertiefen, sondern sogar zur künftigen Weltwährung werden, die Währungssouveränität von Ländern mit unvollständiger Finanzmarktinfrastruktur in Frage stellen [und] die Dollar-Hegemonie weiter konsolidieren […]. Die Internationalisierung stellt zweifellos die nationale Währungssouveränität und das Zahlungs- und Clearingsystem Chinas vor große Herausforderungen.

Yang Dong

Abgesehen von den massiven Fehlinformationen (Facebook hat Libra bisher nicht veröffentlicht, daher sind auch die gezogenen Schlussfolgerungen im Zitat daraus falsch), sagt China den Vereinigten Staaten hier klar den Kampf an. Die digitale Zentralbankwährung soll die Vormachtstellung des US-Dollars stürzen.

Mit dem Anti-Bitcoin für den Kommunismus

Im weiteren Verlauf des Dokuments werden zudem Details zur geplanten Währung bekannt. So heißt es, dass man bereits mit einem Blockchain-Voting-System Fortschritte gemacht habe, um dahingehend digitale Abstimmungsprozesse voranzutreiben. Damit sei ein kostengünstiges Finanzmodell möglich geworden, um die „Internationalisierung des Renminbis und der Hegemonie gegenüber dem US-Dollar“ zu stärken.

Man kann aus diesen Aussagen also mit aller Vorsicht folgern, dass bei der CBDC aus dem Hause China der Proof-of-Stake-Konsens zum Einsatz kommt – näheres ist jedoch nicht bekannt. Schließlich, so geht es auch aus dem Dokument hervor, würden aktuell noch verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung getestet. Die Zielsetzung dieses Anti-Bitcoin ist umso deutlicher formuliert:

Effektive Gegenangriffe haben das Potenzial, das traditionelle kapitalistische Beteiligungssystem und die Währungsform zu untergraben und Veränderungen in der Produktionsbeziehung herbeizuführen, die dem Ideal des Kommunismus und der Gemeinschaft des menschlichen Schicksals entsprechen.

Dass es sich bei solchen Aussagen um polemisierende Parteipropaganda handelt, dürfte außer Frage stehen. Dennoch ist die politische Sprengkraft des geplanten chinesischen Anti-Bitcoin nicht zu unterschätzen.

Schließlich befindet sich das Land in der Blockchain-Forschung und der Entwicklung von digitalen Währungskonzepten im internationalen Wettbewerb recht weit vorne. So hat die Regierung in China bereits Mitte April mit den ersten Testläufen zum Anti-Bitcoin begonnen. Dass das Land damit die Privatsphäre der Bürger weiter aushöhlt, erscheint beinahe als Nebeneffekt zur wirtschaftspolitischen Sprengkraft zu sein.


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