China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen

Quelle: Shutterstock

China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen

Dass sich die Blockchain-Technologie für die Verwaltung von Eigentumsrechten anbietet, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Insbesondere die chinesische Regierung schickt sich an, zu diesem Zweck vermehrt von ihr Gebrauch zu machen. Verfolgen Chinas Machthaber indes noch weitere Ziele?

Die chinesische Regierung hat am vergangenen Sonntag, dem 24. November, den verstärkten Schutz von geistigen Eigentumsrechten angekündigt. Dabei soll einer blockchainbasierten Plattform eine Schlüsselrolle zukommen. Dies geht aus einem Bericht der staatseigenen Nachrichtenagentur Xinhua hervor.

Die Anwendung der Blockchain-Technologie verspricht, die Hürden für eine erfolgreiche Klage gegen die Verletzung von geistigen Eigentumsrechten entscheidend zu senken. Der Nachweis einer derartigen Rechtsverletzung war in China bislang mit hohen Kosten verbunden. Xinhua berichtete mit Verweis auf den Manager aus der„Kultur- und Medienbranche“ aus Hangzhou, dass sich solche Prozesse für die Kläger oftmals nicht rentierten.

Das Blockchain-System des Internet-Gerichts in Hangzhou soll genau hier Abhilfe schaffen. Es funktioniert, indem es alle auf ihr gespeicherten Werke mit einer Elektronischen-ID versieht. Dadurch werden Urheberrechtsansprüche voll automatisch in einer rechtlich zugelassenen Form verifiziert. Im Falle einer Rechtsverletzung können die Inhaber ihre Ansprüche somit unkompliziert vor Gericht nachweisen. Laut dem leitenden Vizepräsidenten des Internet-Gerichts Wang Jiangqiao speichert die Blockchain Daten zu Datum, Ort und Identität des Urhebers.



Auch andere Akteure haben den Nutzen der Blockchain auf diesem Gebiet erkannt. Anwendungslösungen stammen etwa von dem chinesischen Internet-Konzern Alibaba und dem Münchener Unternehmen Bernstein.IO. Letzteres sichert das geistige Eigentum sogar auf der Bitcoin Blockchain.

Chinas Internet-Gerichte konsolidieren ihre Systeme

Unterdessen ist das Internet-Gericht von Hanghzou nicht das einzige in China, das von der Blockchain Gebrauch macht. Auch vergleichbare Instanzen in Peking und Gouangzhou nutzen die Technologie. Nach Angaben von Xinhua kündigte Chinas Oberster Gerichtshof zudem an, an der Einrichtung einer vereinigten Gerichts-Blockchain zu arbeiten. In diesem Zusammenhang lässt ein weiterer Kommentar des Vizepräsidenten des Internet-Gerichts von Hanzgou aufhorchen:

Wir hoffen, dass wir die gerichtliche Blockchain-Plattform nutzen können, um zum Aufbau eines Kreditsystems im Cyberspace beizutragen, Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte zu verringern und die Rechtssicherheit und Effizienz zu fördern.

Parallel zum verbesserten Rechtsschutz plant der chinesische Staat somit eine Erweiterung seines berüchtigten Kreditsystems in den virtuellen Raum. In westlichen Medien geriet dieses immer wieder in die Kritik, schließlich sanktioniert der Staat hiermit auch unerwünschtes Verhalten. Nutzt der chinesische Staat also die Blockchain auch als ein wirkungsvolles Kontrollinstrument?



Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung legt nahe, dass es zu weit ginge, das chinesische Kreditsystem einseitig als dystopisches Überwachungsmittel zu stilisieren.  Denn viele Chinesen hoffen, dass derartige Technologien der weit verbreiteten Korruption erfolgreich entgegenwirken können. Dennoch birgt das Kreditsystem zweifellos ein nicht zu unterschätzendes Missbrauchspotenzial.

Im Übrigen kommen derartige Systeme auch jenseits von China zum Einsatz. Dublin aus dem US-Bundesstadt Ohio kündigte zum Beispiel ein ähnliches Punktesystem auf Blockchain-Basis an. Bürger können hier Punkte für Verhalten sammeln, das den Gemeinschaftswerten entspricht. Auch in diesem Fall empfiehlt sich eine skeptische Haltung.

Mehr zum Thema:

China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
Maduros Kryptowährung Petro wird für halben Preis gehandelt
Regierungen

Die staatliche Kryptowährung Venezuelas, der Petro, scheint nach einigen Startschwierigkeiten nun auch herbe Wertverluste zu verzeichnen. Petros, die einigen Venezolanern per Airdrop zugeschickt wurden, werden deutlich günstiger verkauft als von der Regierung festgesetzt.

Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
ETC Labs unterstützt UNICEF mit einer Million US-Dollar
Blockchain

Ethereum Classic Labs und UNICEF arbeiten zusammen, um blockchainbasierte Lösungen für einige der dringendsten Probleme der Welt voranzutreiben. Durch finanzielle Unterstützung und den Einsatz innovativer Blockchain-Technologie wollen die Partner das Leben der Menschen verbessern.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
Mit DeFi und Compound ein Sparbuch eröffnen
Wissen

DeFi oder Decentralized Finance ist eines der großen Buzzwords innerhalb der Ethereum Community. Doch was springt für Nutzer dabei eigentlich heraus? Ein erster, lukrativer Schritt kann über das Einrichten eines einfachen Sparplans erfolgen. Compound ist dafür eine geeignete Plattform.

Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
Bitcoin-Performance weiterhin über der der klassischen Märkte
Märkte

Die Korrelation Bitoins zu den klassischen Assets ist wie gewohnt minimal. Zwar bewegt sich die Volatilität seit Wochen um drei Prozent, ein leichtes Ansteigen kann man aber erkennen. Die Performance schließlich hat zwar etwas gelitten, liegt aber immer noch deutlich über der der Vergleichsassets.

Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
Die Top Bitcoin, Ripple und IOTA News der Woche
Kolumne

Der Bitcoin-SV-Kurs pumpt gewaltigt, während die US-Börsenaufsicht den Klagehammer schwingt. Ripple schreibt rote Zahlen und IOTA versucht, die Krypto-Weltherrschaft zu übernehmen. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Blockchain, China will geistiges Eigentum per Blockchain schützen
Neues aus Davos: Ripple plant Börsengang in 2020
Ripple

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Ripple CEO Brad Garlinghouse aus dem Nähkästchen geplaudert und interessante Einblicke in zukünftige Projekte des FinTechs gewährt. Demnach hat sich Ripple in diesem Jahr noch hohe Ziele gesteckt.

Angesagt

5 Fehler, die Bitcoin-Anfänger vermeiden sollten
Wissen

Für Anfänger halten Kryptowährungen wie Bitcoin zahlreiche Fallstricke bereit. Wie Beginner um die Stolperfallen herumnavigiert und was Einsteiger vermeiden sollten.

Token Factory tokenisiert ersten regulierten Immobilienfonds
Unternehmen

Das Schweizer Blockchain Start-up Token Factory hat zum ersten Mal auf europäischem Boden einen regulierten Immobilienfonds tokenisiert. Die Finanzmarktaufsicht Liechtensteins hat bereits ihren Segen erteilt.

Weitere Korrekturen beim Bitcoin-Kurs?
Kursanalyse

Der Bull Run, der Bitcoin und andere Kryptowährungen erfasst hat, kommt ins Straucheln. Nicht nur, weil die Kurse an eine wichtige Resistance stießen, aktuell macht auch eine sich bildende bearishe Divergenz Sorgen.

Das digitale Zentralbankengeld kommt
Regulierung

Spezialisten aus über 40 Ländern nähern sich dem Thema digitales Zentralbankengeld. Zur Entwicklung wurde auf dem Weltwirtschaftsforum jüngst ein Central Bank Digital Currency (CBDC) Toolkit für Entscheidungsträger herausgegeben.