China fordert die Dominanz der USA im Zahlungsverkehr heraus. Mit einem eigenen Blockchain-Netzwerk will Peking internationale Transaktionen zwischen Zentralbanken vom US-Dollar entkoppeln. Wie die Financial Times unter Berufung auf Insiderquellen berichtet, steht der Launch von mBridge, so der Name des Projekts, kurz bevor. Unterstützung kommt derweil von den Zentralbanken Chinas, Hongkongs, Thailands, der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens.
Dem Bericht zufolge laufen die Vorbereitungen für den Marktstart bereits auf Hochtouren. Eine neue Gesellschaft mit Sitz in Hongkong soll künftig den Betrieb des Netzwerks koordinieren. Die Gebühren für Transaktionen sollen dabei lediglich etwa halb so hoch ausfallen wie bei bestehenden internationalen Zahlungssystemen. Vor allem kleinere Unternehmen könnten dadurch grenzüberschreitende Zahlungen günstiger und schneller abwickeln.
So funktioniert Chinas Plattform
Im Zentrum von mBridge steht die Nutzung digitaler Zentralbankwährungen auf einer Blockchain. Statt wie bisher mehrere Korrespondenzbanken und häufig den US-Dollar als Zwischenstation einzubinden, will China es teilnehmenden Zentralbanken ermöglichen, Transaktionen direkt miteinander durchzuführen. Dadurch verkürze sich die Abwicklung von Devisengeschäften von mehreren Tagen auf wenige Sekunden.
Insgesamt sollen Transaktionen im Wert von 470 Milliarden Renminbi abgewickelt worden sein. Das entspricht umgerechnet etwa 69 Milliarden US-Dollar. Künftig plant China, auch Geschäftsbanken unter Aufsicht ihrer jeweiligen Zentralbanken Zugang zum Netzwerk zu gewähren.
Die Initiative geht auf ein gemeinsames Projekt der Hong Kong Monetary Authority und der Bank of Thailand zurück. Seit 2021 wurde mBridge unter Beteiligung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sowie weiterer Zentralbanken ausgebaut. Mit dem bevorstehenden Start von mBridge intensiviert China seine Bemühungen, den digitalen Renminbi im internationalen Handel zu etablieren.
