Blockchain Wallets stecken (bald vielleicht) in unseren Autos

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Car headlight

Quelle: © Sergey Nivens - Fotolia.com

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Ein Ethereum Wallet für jedes Auto?

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

Es ist kein Geheimnis, dass Autos immer besser vernetzt werden. Ein neues Konzept wurde nun von einem Trio aus drei großen Playern vorgestellt. Die Institutionen treiben die heutigen futuristischen Ideen mit einem neuen Blokchain-Prototyp weiter an. Unsere Verkehrsmittel sollen durch automatische Zahlungssysteme auf eine völlig neue Ebene gebracht werden.

Diese Vision wird durch ein neues Blockchain-Projekt mit dem Namen Car eWallet ins Leben gerufen. Das Projekt ist ein Zusammenschluss des deutschen Autoteile-Zulieferers ZF Friedrichshafen, dem innogy Innovation Hub (eine Tochterfirma des RWE-Konzerns) und der schweizer Bank UBS.

Car eWallet wurde am Anfang des Monats angekündigt und sieht ein fortschrittliches Netzwerk für Elektroautos vor. In diesem Netzwerk Zahlen Autos per Maschine-zu-Maschine-Transaktionen für Maut, Parkplätze und elektrisches Aufladen – all das mit einem Blockchain-Netzwerk als Grundstruktur.


Wie bereits von Decentralized Technology Lead Carsten Stocker bei der Consumer Electronics Show (CES) am Anfang des Monats angekündigt, ist die Idee eine Vereinigung mehrere Ideen, um die Entwicklung von Fahrzeug-Netzwerken zu erleichtern.

Es beginnt, so Stocker, mit dem Fahrzeug selbst.

Er erklärte CoinDesk:

“Es ist ein autonomes Fahrzeug. Die Fahrzeuge können eigene Entscheidungen treffen, wo sie aufladen, welche Art von Leasing und welche Art des Service genutzt wird. Die Idee dahinter ist, dass sie unabhängig mit den Services interagieren.”

Das Car eWallet würde in die elektrische Steuereinheit des Fahrzeugs eingebettet und an eine private Blockchain geknüpft werden. Das Wallet würde dann per Computer oder Smartphone-App aufgeladen werden. Dies macht dann Transaktionen zwischen verschiedenen Nutzern möglich.

Nodes würden dahingehend in Aufladestationen eingesetzt werden. Sie stellen das Netzwerk auf und sichern es.

Die Unternehmen erklärten, dass neben Parken und Aufladen solche Wallets in Zukunft für Carsharing-Unternehmen benutzt werden könnten.

Gestaltungselemente

Dies könnte wie eine weitere Zukunftsmusik für Blockchain klingen, doch Stocker sieht das realistischer.

Für ihn bietet die Blockchain die Kernelemente für ein Netzwerk, welches für diese Technologie wie geschaffen ist. Es ermöglicht ein dezentrales Netzwerk, so sagt er, welches ein großes Netzwerk an Nutzern einschließen kann, die nicht auf die Interaktion zwischen vertrauten Parteien setzen müssen.

Stocker erklärte, dass Tankstellennutzer heutzutage eine “unsichere” Beziehung zur Tankstelle haben, wenn sie mit Bargeld zahlen. Diese Beziehung könnte durch die Blockchain neu definiert werden.

“Es geht um ökonomisch zukunftsfähige Nano-Transaktionen. Es geht um sichere Business-Logik, es gibt kein Kreditrisiko bei dieser Form der Transaktionen”, sagte er.

Auf diese Weise werden alle Partner des Netzwerks ihre eigenen Fähigkeiten in dieses Projekt einbringen.

UBS, so Stocker, soll auf die Kundenerfahrung eingehen, während ZF die Anwendung der Technologie im Fahrzeug untersucht. innogy selbst sucht nach Antworten über die Verbindung von IoT-Geräten (Internet of Things / Internet der Dinge) und der Blockchain selbst.

All das schließt große Herausforderungen mit ein. Beispielsweise wie sich ein Text in einen Smart Contract umwandeln lässt, der für ein ganzes Netzwerk bereitgestellt werden soll (ein starker Fokus vieler Unternehmen im Jahr 2017). Außerdem geht es um die Frage wie man Besteuerung und regulatorischen Anforderungen nachkommen kann.

Bedienkomfort

Stocker sieht das Konzept als mehr als nur eine neue Technologie die entwickelt wird.

Die wichtigste Eigenschaft hinter dieser Idee ist die gesteigerte Einfachheit. Die Benutzer können selbst einstellen, wie viel ein eWallet automatisch ausgeben kann. Dies spart den Autofahrern Zeit und vermeidet die größten Unannehmlichkeiten, die beim Autofahren auftreten können.

“Beispielsweise zahlt das Auto automatisch die Mautgebühr auf dem Weg zur Arbeit, dies spart wiederum wertvolle Zeit die andererseits in der Warteschlange der Mautbehörde vergeudet werden würde”, zitierte ZF in einer Pressemitteilung.

“Der Fahrer wird dann während der Fahrt informiert und erhält Statusinformationen online zu jeder getätigten Transaktion des Car eWallet.”

Ein anderes Problem, dass ZF beheben will, ist das bisher noch verworrene Zahlungssystem an elektrischen Ladestationen.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass verschiedene Ladestationen unterschiedliche Zahlungssysteme bevorzugen, darunter manchmal eigene Aufladekarten. Das eWallet hat aber die Möglichkeit diese Zahlungen zu standardisieren, wodurch das Auto die Zahlung automatisch durchführt, wenn es eingesteckt wird.

Antrieb aufbauen

Zurzeit werden die Tests erstmalig auf einer privaten Blockchain ausgeführt. Stocker weist aber darauf hin, dass hieraus ein größere Konsortium-Blockchain entstehen könnte.

Originalhersteller (OEMs) oder andere Autoteilezulieferer könnten unter den ersten Teilnehmern einer größeren und breiteren Blockchain sein, sagte er.

Dies mag alles etwas zu utopisch klingen, doch Stocker sagte, dass dies eine Idee ist, deren Zeit gekommen sei. Er verwies auf das Project Oaken, eine Ethereum-Blockchain App die in Tesla Fahrzeuge eingebaut werden soll, um den Fahrern die Zahlung der Maut zu vereinfachen.

Andere aktuelle Ereignisse umfassen die Akqusition eines digitalen Zahlungsdienstleisters durch die Daimler AG, so Stocker. Dies zeige ein gesteigertes Interesse für solche Bestrebungen auf in der Automobilindustrie.

Stocker sagte:

“Diese Ziele stehen auf jeden Fall auf der Agenda”

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Pete Rizzo via coindesk


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