BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung

Quelle: Shutterstock.com

BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung

Es gibt Hoffnung für die Opfer des vermeintlichen BitGrail-Hacks. Das zuständige florentinische Gericht erklärt den Betreiber der italienischen Exchange für bankrott – und macht ihn für das Abhandenkommen von Nano-Token im Wert von 170 Millionen US-Dollar verantwortlich.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als ein folgenschwerer vermeintlicher Hack im Krypto-Space für Entrüstung sorgte. Im Januar waren für Nutzer der Bitcoin-Börse BitGrail keine Abhebungen mehr möglich. Die Börse begründete das damit, dass 17 Millionen Einheiten der Kryptowährung Nano (damals noch RaiBlock) abhandengekommen seien. Offiziell äußerte sich BitGrail erst im Februar zu den verlorenen Funds.

Die Bitcoin-Börse unterbreitete den geprellten Anlegern daraufhin das Angebot einer teilweisen Entschädigung, wenn diese im Gegenzug von rechtlichen Schritten gegen die Bitcoin-Börse absehen. Die Opfer nahmen das Angebot der Börse nicht an, im Gegenteil: 3.000 von ihnen schlossen sich zu einer Sammelklage zusammen. Diese hatte eine Gerichtsentscheidung zur Folge, die die endgültige Schließung von BitGrail im Mai 2018 besiegelte.

Firano muss geradestehen

Bereits damals richteten sich die Vorwürfe schnell gegen den Börsenbetreiber Francesco Firano. Denn Recherchen hatten ergeben, dass dieser schon weitaus früher als ursprünglich angenommen von den gestohlenen Kryptowährungen Kenntnis hatte.

Ein Urteil des zuständigen florentinischen Gerichts hat diese Vorwürfe nun bekräftigt. So konnte nachgewiesen werden, dass die entsprechenden Mittel bereits zwischen Juli und Dezember 2017 von der Bitcoin-Börse abgezogen worden waren. Firano wird nun zur Last gelegt, dass er durch seine Passivität den entstandenen Schaden noch deutlich vergrößert habe. Denn der NANO-Kurs betrug im Februar 2018, dem Monat der Bekanntmachung des Hacks, das 100-Fache als noch im Juli 2017.


BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Firano versuchte zunächst, die Schuld auf die Nano Foundation zu lenken. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass die Token seinerzeit durch einen Bug im Nano (bzw. RaiBlock)-Protokoll abhandengekommen sind.

Das florentinische Gericht hat nun entschieden, dass die Schuld alleine bei Firano zu suchen ist. Denn dieser habe als Börsenbetreiber für ein reibungsloses Funktionieren der Software garantieren müssen.

„Da Kryptowährungen fungible Vermögenswerte sind, waren nach der Übertragung der Kryptowährungen der Benutzer an die Hauptadresse von BitGrail [….] keine Informationen über ihre Eigentümer verfügbar. Dies bedeutet, dass es sich bei der Kaution um eine unregelmäßige Kaution handelte und dass die Verwahrstelle verpflichtet war, den Inhabern die gesamte ursprünglich eingezahlte Menge mit einer 100%igen Barquote zur Verfügung zu stellen.“

Ferner erklärte das Gericht BitGrail und Firano offiziell für bankrott und ordnete die Beschlagnahmung seines Eigentums an. Bislang haben die Behörden Firanos Auto sowie weitere Besitztümer im Gesamtwert von über einer Million US-Dollar beschlagnahmt. Als nächstes werden Kryptowährungen, die noch auf Wallets der Börse liegen, auf ein Treuhandkonto überwiesen.

Die Opfer des (vermeintlichen) BitGrail-Hacks können damit rechnen, zumindest teilweise entschädigt zu werden. Am 21. Mai findet die nächste Anhörung statt – diesmal vor dem Konkursrichter.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
OneCoin-Anwalt vor Gericht: Neil Bush soll Cryptoqueen getroffen haben
Sicherheit

Die gerichtliche Aufarbeitung des OneCoin-Skandals schreitet in den USA voran. Durch den mutmaßlichen Betrug sollen die Betreiber der Kryptowährung 4 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben. Gerichtsunterlagen belegen nun, dass es einst zu einem Treffen zwischen der OneCoin-Gründerin Ruja Ignatova und dem Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush gekommen war. Ob diese Information dem angeklagten OneCoin-Anwalt Mark Scott helfen wird, bleibt indes fraglich.

BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
Regulierungs-ECHO: China und Telegram drehen den Spieß um
Insights

Telegram dreht den Spieß um und beschuldigt im Rechtsstreit nun die SEC. Derweil münzt China den Bitcoin um und entwickelt den de-dezentralen E-Yuan. Auch die BRICS-Staaten wollen am Krypto-Markt mitmischen, während die ARTIS Blockchain das Umweltherz höher schlagen lässt. Von tunesischen Enten, Libra-Pessimisten und Deutschlands Reise in den Krypto-Himmel. Das Regulierungs-ECHO. 

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
When Lambo? Lamborghini setzt auf Blockchain
Blockchain

Wenn der Bitcoin nicht zum Lambo will, kommt der Lambo eben auf die Blockchain: Lamborghini will seine Autos künftig über eine Blockchain-Lösung zertifizieren.

BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
Bei Bankrott Bitcoin: Kryptowährung als Krisenwährung
Insights

Im Libanon kommt es regelmäßig zu Protesten gegen Korruption und ein marodes Finanzsystem. Das Land befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Die anonyme Gruppe „Bitcoin Du Liban“ rät der Bevölkerung nun, Kryptowährungen als Alternative zur instabilen Landeswährungen zu nutzen. Auch andere Krisenstaaten verzeichnen ein zunehmendes Interesse an digitalen Währungen.

BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
„Chinas Twitter“ kickt Bitcoin-Börse Binance von der Plattform – Ist „CZ“ zu weit gegangen?
Szene

Trotz der jüngst verkündeten Blockchain-Offensive der chinesischen Regierung haben Krypto-Unternehmen nach wie vor einen schweren Stand im Reich der Mitte. Vor kurzem hat Weibo, ein chinesischer Microblogging-Anbieter im Stil von Twitter, die Accounts der Bitcoin-Börse Binance und der Tron Foundation, dem Unternehmen hinter der Kryptowährung Tronix (TRX), geschlossen. Hatte sich Binance mit seiner neu entfachten China-Begeisterung zu weit aus dem Fenster gelehnt?

BitGrail, BitGrail: Bankrotterklärung macht Opfern Hoffnung
Schafe zählen: Blockchain-Lösung für Vertragszucht geplant
Blockchain

In China soll bald auch die Schafzucht auf die Blockchain kommen. Vertragszucht als direkter Vertrieb vom Bauern zum Endkunden ist bereits bekannt. Durch die Blockchain wird das nun effektiver.

Angesagt

Bitcoin-Kurs unter wichtigen Support gerutscht – Marktbetrachtung
Kursanalyse

Der Bitcoin-Kurs fiel unter das EMA-Ribbon. Langfristig betrachtet bietet die Stock-to-Flow-Ratio dennoch einen Grund für eine weitere Wertsteigerung. Dieser Grund wird durch die aktuelle Bankenpolitik und durch das Bestreben Googles hinsichtlich der Gründung eines Girokontos nur bestätigt.

Neptune Dash: BlackRock drängt in Krypto-Sektor
Unternehmen

Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock hat in Neptune Dash investiert. Der Mutterkonzern des globalen ETF-Anbieters iShares scheint seine Einstellung gegenüber dem Krypto-Sektor zu ändern.

Halving bei den Bitcoin-Nachfolgern BCH und BSV – das erste und letzte Mal?
Bitcoin

Nicht nur bei Bitcoin steht im kommenden Jahr eine Halbierung der Blockbelohnung an. Auch bei den Altcoins Bitcoin Cash (BCH) und Bitcoin Satoshi Vision (BSV) wird im Frühjahr 2020 der Nachschub halbiert. Und das einen Monat vor Bitcoin. Nun laufen BSV und BCH Gefahr, dass ihre Pools in dieser Zeit „fremdminen“.

Hodler „seit Jahren“: ProtonMail bekennt sich zu Bitcoin
Unternehmen

Der Mail Provider ProtonMail hat sich am vergangenen Wochenende deutlich zu Bitcoin bekannt. Über seinen Twitter-Kanal verkündete das Verschlüsselungsunternehmen, man „hodle“ entsprechende BTC-Einkünfte bereits seit Jahren. 2017 hatte der Dienstleister seinen Kunden ermöglicht, Rechnungen in Bitcoin zu begleichen. Zudem akzeptieren die Schweizer Bitcoin-Spenden.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: