Be your own bank Bitcoin Wallet für anspruchsvolle Nutzer: Electrum Wallet unter der Lupe

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Ein genauerer Blick auf die Bitcoin-Wallet Electrum

Quelle: Shutterstock

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Electrum ist eine bekannte Wallet im Bitcoin-Ökosystem. Auch andere Kryptowährungen haben Varianten dieser funktionsreichen Wallet. Zeit, einen genaueren Blick auf sie zu werfen.

„Not your keys, not your coins“ – zweifellos einer der am meisten zitierten Grundsätze im Bitcoin-Ökosystem. Überlässt man Drittanbietern wie Börsen oder Brokern die Kontrolle über die eigenen Private Keys, mag das zwar bequem sein, man wird aber den Anbietern vertrauen müssen. Entsprechend betonen viele den Wert einer Hardware Wallet wie Ledger oder Trezor. Wirkliche Hardliner werden schließlich auf das Aufsetzen einer Full Node verwiesen.

Häufig wird dabei eine Stufe zwischen der Hardware Wallet und der Full Node übersprungen: Die Electrum Wallet kann sich nicht nur mit Hardware Wallets verbinden, sondern wartet auch mit einem gewaltigen Funktionsumfang auf. Sicher, sie ist eher was für den Techie oder den, der es werden möchte. Nach Starten der Electrum App vergehen zum einen erst einmal ein paar Sekunden bis die Wallet sich endlich öffnet. Zum zweiten fühlt man sich in das Programm-Design des letzten Jahrzehnts zurückversetzt:

Spirit of the 2000s: Electrum-Interface könnte schöner sein

Ein echter Geek lässt sich jedoch bekanntlich durch eine klassisch gehaltene User Experience nicht abschrecken, vor allem dann nicht, wenn der Funktionsumfang gewaltig ist. Und hier kann die Electrum Wallet eindeutig punkten. Ohne auf alle Features einzugehen, sollen hier einige Punkte genannt werden, die für die Electrum Wallet sprechen.

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Seit dem Bullenmarkt von Anfang 2018 wurde eine Kritik an Bitcoin laut, die die Dynamik eines Memes annahm: The Bitcoin fees are too damn high. Das Problem: Die Aussage ist, streng genommen, inkorrekt. Es existiert keine zentrale Instanz, die die Transaktionsgebühren festlegt. Stattdessen existiert im Bitcoin-Ökosystem ein Gebührenmarkt. Nicht einfach Miner entscheiden, wie viel ihnen der begrenzte Platz in einem Block wert ist, auch jeder einzelne Nutzer wägt ab, wie eilig es ihm mit der Transaktion ist.

Deshalb verfügen gute Wallets über Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der einzustellenden Gebühren. Electrum geht dabei einen Schritt weiter und überlässt dem Nutzer die Wahl der Gebühren. Zwischen einem Satoshi pro Byte und rund 30 Satoshi pro Byte haben Nutzer die Wahl:

Lass uns Bitcoin-Gebühren selber festlegen

Finanzielle Freiheit: Welche Bitcoins möchtest du wie ausgeben?

Satoshi pro byte ist für den Anwender vielleicht eine etwas unüberschaubare Größe. Woher soll ich wissen, wie groß die Transaktion wird? Zum einen bietet sich hier die Preview-Funktion an, die verschiedene Details über die Transaktion aufzeigt:

Wie groß ist eigentlich eine Bitcoin-Transaktion? Mit Electrum leicht bestimmbar

Wir sehen in obigem Beispiel, dass die Transaktion um die 100 Bytes groß ist. Kein Wunder, besitzt sie nur einen Input und einen Output. Komplexere Transaktionen können teurer sein. Das kann man jedoch auch ausnutzen: Wenn wir an mehrere AdressenBitcoins schicken wollen, bietet sich Transaction batching an. Wir fassen dann mehrere Transaktionen zusammen. Um das zu illustrieren: Diese Transaktion mit drei Empfängern wäre nur 279 Bytes groß:

Auch kompexe Transaktionen sind möglich

Die einzelnen Transaktionen würden jeweils auf rund 190 Bytes kommen. Wir sparen damit rund die Hälfte an Transaktionsgröße und damit an Transaktionsgebühren ein.

Die Electrum Wallet gibt dem Bitcoin-Verwahrer weitere Freiheiten. So kann er wählen, welche seiner Bitcoins er für seine Transaktion nutzen möchte. Das kann nicht nur für eine etwaige Anonymität wichtig sein, sondern sich auch für die Verringerung der Transaktionsgröße lohnen. Unter dem Menüpunkt „Coins“ kann man den Unspent Transaction Output wählen, der für die nächste Transaktion genutzt werden soll. Mit Electrum lässt sich der oben genannte Spruch „Not your keys, not your coins“ tatsächlich leben, hat man doch über die Coins wirklich Kontrolle.

Sicherheit: Cold Storage mit Electrum

Soweit zur Flexibilität hinsichtlich Transaktionsgebühren und der Wahl der Coins. Wie ist es um die Sicherheit bestellt? Auch hier haben Anwender unterschiedliche Optionen. Zum einen lässt sich die Electrum Wallet mit der eigenen Hardware Wallet verbinden. Das Prozedere hierfür ist beispielsweise für das Ledger Nano S hier dargestellt.

Mit dem Electrum kann man jedoch, getreu dem Motto „don’t trust, verify“ sich seinen eigenen Cold Storage schaffen. Ein Cold Storage ist eine Möglichkeit der Kryptoverwahrung, die nicht mit dem Internet verbunden ist. Warum das sinnvoll sein könnte? In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Hardware Wallets, während sie an einem mit dem Internet verbundenen Computer angeschlossen sind, potenzielle Angriffsziele darstellen. Statt auch nur temporär den Private Key mit dem Internet in Verbindung zu bringen, könnten Anleger diesen auf einem Offline-PC zur Signierung der Transaktion nutzen. Wie das geht? Im ersten Schritt erzeugt man mit Electrum eine Wallet auf dem PC, der offline bleiben soll. Von dieser können wir über Wallet > Information den Master Public Key in Erfahrung bringen. Diesen benötigen wir, um auf einem mit dem Internet verbundenen Computer eine weitere Wallet zu erzeugen. Als Basis für die Seed nutzen wir nun den Master Public Key.

Wichtig dabei: Mit dieser Wallet können keine Transaktionen direkt versendet werden. Jedoch können Nutzer eine unsignierte Transaktion erzeugen. Im schon zuvor angesprochenen Preview-Fenster kann nun eine Transaktion exportiert werden.

Eine derartige Datei ist klein und größtenteils leserlich:

{ “hex”: “4550…0900”, “complete”: false, “final”: false }

Malware oder Ähnliches sollte sich in dieser Datei nicht finden. Was jedoch möglich ist: Wir können die Datei nun auf einen Offline-PC übertragen und dort final signieren. Dazu wählt man unter Tools den Menüpunkt „Load Transaction“ und wählt den Unterpunkt „from File“. Nach der Signierung würde man diese Transaktion in einer Datei abspeichern und auf den mit dem Internet verbundenen PC übertragen. Die wieder in eine Electrum Wallet geladene, nun signierte Transaktion kann man schließlich via Broadcast in die Welt schicken.

In der ausführlichen Dokumentation ist dieses Vorgehen wie auch deutlich komplexere Ansätze gespeichert. Zwei-Faktor-Authentifizierung, Absicherung des Wallets über ein Passwort oder auch komplexe Multi-Signature-Wallets sind kein Problem, mithilfe von Electrum schnell aufzusetzen.

Electrum: Eine Bitcoin Wallet für die Techies

Die Electrum Wallet unterscheidet sich von vielen anderen Wallets ähnlich wie Gentoo Linux von MacOSX. Die Usability mag zeitweise etwas veraltet sein, was aber durch die vielen Freiheiten für Bitcoin-Anleger kompensiert wird. Außerdem ist die Arbeit mit der Wallet allein schon eine gute Schule, die Interessierten viel über die technische Seite von Bitcoin lehrt.

Jedem, der etwas mehr die Geheimnisse von Bitcoin verstehen will, kann deshalb ein wenig Erfahrung mit Electrum nur ans Herz gelegt werden.

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