Bitcoin-Suchanfragen bei Google sinken stärker als der Kurs

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Bitcoin-Suchanfragen bei Google sinken stärker als der Kurs

Nach dem rasanten Anstieg des Bitcoin-Kurses liegt er aktuell auf ca. dem 1,5-fachen Niveau im Vergleich zu August 2017. Gleichzeitig ist das Suchvolumen jedoch wieder auf das gleiche Niveau zurückgefallen.

Suchmaschine Google ist das Maß aller Dinge

Im Vergleich der weltweiten Internetsuchmaschinen dominiert Google den Markt. Mit circa 75 Prozent Anteil an den globalen Suchanfragen verweist Google die Konkurrenz von Bing, Baidu, Yahoo und Yandex auf die hinteren Ränge. Besonders bei mobilen Suchen kann der Konzern aus Mountain View durch die häufig voreingestellte Suche punkten. Doch themenspezifische Plattformen wie YouTube, Amazon und Facebook holen stark auf. So kann die Videoplattform YouTube, die auch zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehört, weltweit die zweithöchste Anzahl an Suchen aufzeigen.

Im Vergleich zum weltweiten Vergleich hat Google in Deutschland mit einem Marktanteil von 88 Prozent auf Desktop und 98 Prozent auf mobilen Geräten (Stand März 2017) sogar eine noch dominantere Position.

Hoher Zusammenhang von Bitcoin Suchvolumen und Google Suchen in 2017

Sehr spannend ist zu beobachten, wie sich das Suchvolumen zu dem Suchbegriff „Bitcoin“ im Vergleich zum Bitcoin-Kurs verhält. Eine hohe Ähnlichkeit der Kurvenverläufe ist zu erkennen und beide Peaks befinden sich im Dezember. Mit dem Abfallen des Bitcoin-Kurses sinken auch die Google-Suchanfragen. Laut einer Studie des Online-Marketing- und SEO-Tool-Anbieters Semrush habe es im Jahre 2017 eine 94,9-prozentige Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und dem Suchvolumen gegeben. Das Bitcoin-Suchvolumen habe 2017 um 1.258 Prozent zugenommen und wurde dabei im Dezember 17-mal mehr als das Suchwort „Dollar“ gesucht und sogar 101-mal mehr als „Euro“. So beeindruckend diese Zahlen wirken, beziehen sie sich jedoch nur auf das Hypejahr 2017 und lassen die aktuelle Kursflaute außer Acht.

Stärkerer Abfall der Suchen als beim Kurs

Das Suchvolumen im Juni 2018 fiel wieder auf ein vergleichbares Niveau wie im Juli 2017 zurück. Gleichzeitig ist dabei der Bitcoin-Kurs im gleichen Zeitraum um 150 Prozent gestiegen. Hier ist ein weitaus stärkerer Rückgang des Suchinteresses im Vergleich zum Wert der digitalen Leitwährung zu erkennen.

Was bedeuten die Google-Suchen zu der Kryptowährung?

Zunächst können wir verschiedene Arten von Google-Suchanfragen unterscheiden.

  • Informationale Suchen: Die Suche zielt darauf ab, Wissen und Informationen über ein bestimmtes Thema abzurufen wie z. B. „Bitcoin Lightning Network“ oder „Wer ist Satoshi Nakamoto“.
  • Transaktionale Suchen: Der oder die Suchende hat ein bestimmtes Kaufinteresse wie z. B. „Bitcoin Buch kaufen“ oder „Ledger Nano kaufen“.
  • Navigationale Suchen: Hierbei soll ein bestimmtes Ziel angesteuert werden wie z. B. „BTC-ECHO“ oder „Coinbase“.

Die sehr generische Suche nach „Bitcoin“ kann in verschiedene Kategorien fallen.

Informationale Suche

Am häufigsten wird sicherlich eine informationale Suche getätigt. Die Suchenden möchten dann allgemeine Informationen zu Bitcoin haben. In der Hochphase im Dezember sind viele Leitmedien auf den Hype mit aufgesprungen und haben über Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen berichtet. Diese Veröffentlichungen bringen das Thema natürlich einer breiten Masse näher, die dann auch weitere Informationen haben möchte. Nach dem Absturz des Kurses im Januar und dem relativ parallel und somit unspektakulären Verlauf ist es in den meisten Medien sehr ruhig mit Berichten über den Kryptobereich geworden. Ein geringeres Interesse und Suchvolumen sind die Folgen.

Oder aber die Suche zielt auf die Abfrage des Bitcoin-Kurses ab. Wenn die Kurse hoch sind und rasant ansteigen, macht eine Kursabfrage weitaus mehr Spaß. Hand aufs Herz: Wer hat nicht sogar mehrfach täglich die Kurse und das eigene Portfolio im Dezember überprüft? Bei dem unspektakulären Kursverlauf der letzten Monate macht eine entsprechend häufige Abfrage ganz einfach weniger Spaß und sorgt mit den Dezemberwerten im Kopf eher für Frustration. Das Ergebnis sind weniger Suchanfragen.

Transaktionale Suche und navigationale Suche

Ein geringerer Anteil wird auf transaktionale und navigationale Suchen anfallen. Einsteiger möchten mit der generischen Anfrage „Bitcoin“ auch erfahren, wie sie endlich ihren ersten Bitcoin kaufen können. Etwas erfahrenere Krypto-Enthusiasten möchten vielleicht direkt bitcoin.de oder gar bitcoin.com ansteuern.

Hohes Suchvolumen als Indiz für hohes Interesse

Demnach ist das stark gefallene Suchvolumen ein Indiz für ein abgeschwächtes Interesse, sowohl bei Neueinsteigern als auch bei „Alten Hasen“. Dabei deutet der stärkere Rückgang des Suchvolumens im Vergleich zum Kurs gegebenenfalls auch auf ein Ende oder zumindest ein Abschwächen der Goldgräberstimmung und ein Umschwenken auf ein nachhaltigeres Ökosystem an. HODLer und langfristige Projekte brauchen keinen Kurscheck alle paar Minuten. Einsteiger, die von schnellen Gewinnen geblendet wurden, sollten mittlerweile den Mut verloren haben. Was bleibt, sind die vielen Menschen, die an Blockchain-Technologien glauben und sich auf eine langfristig nachhaltige Entwicklung freuen.

BTC-ECHO

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