WBTC als Collateral Bitcoin nun auch zur Absicherung von DAI verwendbar

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Ein paar Bitcoin-Münzen auf einem Haufen Dollar-Scheine auf einem Laptop.

Quelle: BTC-ECHO

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Bei einer Executive Vote am Sonntag Nachmittag entschieden die Token Holder der MakerDAO, Wrapped BTC als Kollateral für Krediteinlagen zu erlauben. Damit können nun neben Ethereum, Basic Attention Token und USDC nun auch Bitcoin als Absicherung für Kollateralpositionen genutzt werden. Wie wird sich das auf die Stabilität von DAI auswirken?

Ein Bestreben der Decentralized Finance (DeFi) war schon seit längeren, auch Bitcoin im DeFi-Ökosystem abzubilden. Seit Einführung von Wrapped Bitcoin (WBTC) im Jahr 2018 ist dies möglich, wenn auch nur als tokenisiertes Asset. Zwar werden verschiedene zentralisierte Aspekte der WBTC-Governance kritisiert und Alternativen entwickelt. Auf verschiedenen dezentralen Börsen konnte schon mit Wrapped Bitcoin gehandelt werden. Auf Plattformen wie Comound oder Fulcrum existiert auch ein Kreditgeschäft um WBTC.

Nun hat die MakerDAO einen weiteren Kollateral zugelassen: Anleger können, gegen die Einlage von Wrapped Bitcoin oder kurz WBTC, eine so genannte CDP (Collateral Debt Position) in Form des Stable Coin DAI geliehen werden. Die Absicherung eines derartigen Kredites liegt wieder bei 150 Prozent und die Kreditrate bei einem Prozent.

Der Blick in die Bitcoin-Welt ist für die MakerDAO und den restlichen DeFi-Bereich nicht neu: Ende April entschied das Maker-Team, dass das ETH/BTC-Kursorakel vom WBTC-Konkurrent tBTC genutzt werden soll. Ebenso existieren Bestrebungen, tBTC als Sicherheitsrücklage für DAI zu akzeptieren.

Mit Wrapped Bitcoin zu neuer Liquidität


Die Motivation hinter dieser Entscheidung kann man mit „Bitcoin ist groß“ zusammenfassen. Bitcoin, als größte aller Kryptowährungen, kann nicht nur die höchste Marktkapitalisierung, sondern auch das höchste Handelsvolumen und insgesamt die größte Resilienz vorweisen. Mit einer Volatilität, die dramatisch unter der von Ethereum oder Basic Attention Token liegt gäbe es auch einen Anreiz, tatsächlich Bitcoin für einen Stable Coin einzulagern – anders als beim Tausch von USDC gegen DAI. Anleger können ihr Geld, ohne es komplett aus der DeFi-Welt zu ziehen, temporär in ein wertstabiles Asset, den Stable Coin DAI umwandeln.

Während für Investoren die Motivation ähnlich wie bei der Einlage von Ethereum gelagert ist, erhofft sich die MakerDAO durch diesen Schritt, dem in Bitcoin innewohnenden Kapital ein wenig die Tür zu öffnen. Die Öffnung eines der zentralen Projekte im DeFi-Ökosystem für Bitcoin-Investoren könnte dem gesamten Sektor eine größere Liquidität bescheren.

Nach dem Marktbeben von März, welches auch die MakerDAO und damit den gesamten DeFi-Markt erschüttern ließ, ist das auch notwendig. Zwar konnte sich der Markt seit Mitte März wieder etwas erholen, das Vertrauen in DeFi jedoch noch nicht komplett. Auch die Entscheidung, USDC als Sicherheitsrücklage (Collateral) zuzulassen, sehen einige eher kritisch. Hier kann Wrapped Bitcoin durchaus eine Alternative bieten.

Zuviele Assets verderben den DAI?

Doch es existieren auch WBTC-kritische Stimmen: Seit die MakerDAO mehrere Assets als Collateral zulässt, hat es immer wieder besorgte Stimmen gegeben, die sagen, dass diese Strategie das Risiko eher erhöhen denn verringern wird. Diese Kritik ist nun, auch im Licht der Entscheidung der MakerDAO bezüglich der Zukunft von SAI, nur noch lauter geworden. SAI war die erste Version des Stable Coins DAI, welche nur durch Ethereum abgesichert ist. Diese soll nun nach und nach eingestellt werden.

Die Sorge ist, dass das „Verteilen auf mehrere Schultern“ eben nicht zu einer höheren Sicherheit führt. Geht es Ethereum schlecht wird sich das auf die Performance des gesamten Netzwerks auswirken – und so seinen Einfluss auf alternative Collaterals wie BAT, Wrapped Bitcoin oder auch USDC haben.

Entsprechend sprechen sich manche Kritiker für einfachere Systeme aus. Zwar meinen einige, dass eine diversifizierte Sicherheitsrücklage für einen stabilen DAI-Kurs notwendig sei. Auf diesen Einwand antwortete jüngst der Krypto-Researcher Hasu auf Twitter:

Natürlich geht das. Wenn der DAI-Kurs unter einem US-Dollar notiert, erhöht man die Stability Fee. Ist er darüber, senkt man sie, notfalls unter null.

Ähnlich fällt von einigen Seiten, auch aus dem Umfeld der Ethereum- und DeFi-Freunde, die Kritik aus: Weitere Assets bringen keine weitere Sicherheit.

Sowohl dem DAI-Kurs als auch dem DAI-Supply haben diese Neuigkeiten bisher jedenfalls nicht geschadet:

DAI - Kurs und Supply

Der DAI-Kurs ist zwar nicht exakt bei einem US-Dollar, für einen dezentralen, Krypto-abgesicherten Stable Coin jedoch nahe dran. Ebenso ist den April über die Geldmenge von MakerDAOs Stable Coin gewachsen. Die jüngsten Announcements um Bitcoin als Kapitaleinlage haben anscheinend nur wenige Investoren verschreckt.


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