Krypto-Kriminalität Bitcoin-Mixer beschert Microsoft Verluste in Millionenhöhe

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Quelle: Shutterstock

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Ist das nicht der American Dream? Ein eigener Tesla und ein schickes Eigenheim irgendwo in der Seenlandschaft um Seattle. Ein Ukrainer, der als Softwareentwickler für Microsoft tätig war, hatte sich diesen Traum erfüllt, dabei allerdings von zwielichtigen Methoden Gebrauch gemacht.

Ein US-Gericht hat einen ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter wegen 18 Bundesverbrechen verurteilt. Der Softwareentwickler betrieb ein elaboriertes Betrugsschema, mit dem er seinen damaligen Arbeitgeber um zehn Millionen US-Dollar erleichterte. Um seine Spuren zu verwischen, nutzte der gebürtige Ukrainer unter anderem einen Bitcoin-Mixer. Dem 25-Jährigen drohen nun bis zu 20 Jahre Haft.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats Washington war Volodymyr Kvashuk vom August 2016 bis zu seiner Entlassung im Juni 2018 bei Microsoft beschäftigt, wo er für das Testen einer Verkaufsplattform für den Einzelhandel zuständig war. Im Folgenden nutzte er diese Position aus, um sich auf eine illegale Art und Weise zu bereichern. Die Staatsanwaltschaft überführte den Ukrainer dabei nicht nur des mehrfachen Überweisungs-, Brief- und Kreditkartenbetrugs. Der Ukrainer hatte sich auch Geldwäsche, Identitätsdiebstahl und Ausfüllen einer falschen Steuererklärung zu Schulden kommen lassen.

Microsoft-Geschenkkarten für ein Haus am See

Während seiner Zeit als Tester für die Verkaufsplattform von Microsoft stahl Kvashuk verschiedene digitale Wertspeicher, wie etwa Geschenkkarten, die er dann über das Internet weiterverkaufte. Vom Erlös erwarb der Softwareentwickler etwa einen Tesla-Wagen im Wert von 160.000 US-Dollar sowie ein Haus mit Seeblick.


Als der Ukrainer anfangs noch kleinere Geldbeträge stahl, nutzte er für die Geschenkkarten noch seine eigene Microsoft-E-Mail-Adresse. Später gebrauchte er jedoch die Mail-Accounts seiner Kollegen, zu denen er sich unbefugt Zutritt verschafft hatte. Um sich noch weiter gegen eine mögliche Strafverfolgung abzusichern, machte Kvashuk dann von einem Bitcoin-Mixer Gebrauch. Damit wollte er den Ursprung der Zahlungen verwischen, die auf seinem Bankkonto eintrafen. Laut Staatsanwaltschaft sammelte der Ukrainer derart über einen Zeitraum von sieben Monaten etwa 2,8 Millionen US-Dollar in Bitcoin. In seiner Steuererklärung gab er schließlich an, dass die BTC ein Geschenk von Verwandten seien.

Vor Gericht wies Kvashuk jegliche Schuld von sich. Der zuständige Staatsanwalt bezeichnete die Aussage des Ukrainers demgegenüber als ein einziges Lügenhaus.

IRS warnt Benutzer von Bitcoin-Mixern

Eine spezielle Cyber Crime Unit der US-Steuerbehörde IRS legte Kvashuk letztendlich das Handwerk. Der für den Fall zuständige Special Agent Ryan L. Korner fand in seinem Statement für jene Kriminellen, die sich hinter der vermeintlichen Anonymität eines Bitcoin-Mixers in Sicherheit wiegen, deutliche Worte:

Kvashuks großer Plan wurde durch die harte Arbeit der Cyber Crimes Unit des IRS-CI vereitelt. Kriminelle, die glauben, sie könnten sich durch den Einsatz von Kryptowährungen und die Wäsche durch Mixer der Aufdeckung entziehen, sollen gewarnt sein. Sie werden gefasst und zur Verantwortung gezogen.

Auch Präsident Trump kündigte unterdessen an, stärker gegen Krypto-Kriminalität vorgehen zu wollen. Der Secret Service soll dafür mit mehr Befugnissen ausgestattet und der Aufsicht des US-Finanzministeriums unterstellt werden.


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