Bitcoin-Kurs-Manipulation: Einzelner Wal soll Allzeithoch ausgelöst haben

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Bitcoin-Kurs-Manipulation: Einzelner Wal soll Allzeithoch ausgelöst haben

Der Bitcoin-Kurs hat im Dezember 2017 sein Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar erreicht. Laut neuen Informationen soll dafür ein einzelner „BTC-Wal“ aus dem Dunstkreis des Krypto-Marktplatzes BitFinex und des Stable Coins Tether (USDT) verantwortlich sein.

Update am 6. November: Artikel um Zitat von John Griffin ergänzt.

Dass es beim Bitcoin-Kurs Manipulation geben soll, wird bereits seit Längerem diskutiert. So veröffentlichten John Griffin von der University of Texas und Amin Shams von der States University of Ohio bereits 2018 ein wissenschaftliches Paper, in dem sie die Krypto-Börse BitFinex unter den Verdacht stellten, den Bitcoin-Kurs manipulieren zu können.

Bitcoin-Kurs-Manipulation im Tether-Dunst

Der Stable Coin Tether, der eng mit der Börse zusammenhängt, steht demnach im Verdacht, Einfluss auf den Krypto-Markt zu nehmen. So heißt es in der Studie:

Indem wir Algorithmen benutzten, um Blockchain-Daten zu analysieren, haben wir herausgefunden, dass Tether-Käufe mit Rückgängen an den Märkten zusammenfielen und in Anstiegen beim Bitcoin-Kurs resultierten.


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Wie man auf der BTC-ACADEMY im Detail nachlesen kann, versprechen Stable Coins wie Tether vor allem, einen festen Wert abzubilden. Eine Einheit Tether (USDT) entspricht demnach einem US-Dollar – so das Versprechen der Tether Limited. Das verknüpft die Vorteile von Kryptowährungen mit der Stabilität von Staatswährungen: Stable Coins kann man schnell handeln, ohne dabei mit Werteverlusten kämpfen zu müssen. Kurzum: Tether eignet sich gut, um in kurzer Zeit zwischen Kryptowährungen und US-Dollar zu wechseln.

Andererseits eignet sich Tether mindestens genauso gut, um den Bitcoin-Kurs zu beeinflussen. Durch den schnellen Wechsel zwischen US-Dollar und BTC kann man den Markt in kurzer Zeit mit Sell und Buy Orders fluten, was letzten Endes Kauf-Interesse signalisiert.

Tether druckt US-Dollar in Sekundenschnelle

Das Problem: Tether Limited kann Tether theoretisch in Sekundenschnelle drucken. Zwar sorgt sie laut eigenen Angaben dafür, dass für jeden digital gedruckten Tether auch ein US-Dollar in der einen oder anderen Form hinterlegt ist. An der tatsächlichen Deckung und Rechtmäßigkeit des Stable Coins gab es jedoch immer wieder Zweifel. Dementsprechend heißt es im wissenschaftlichen Paper zu einer Bitcoin-Kurs-Manipulation durch Tether:

Die Muster [deuten darauf hin], dass es sich nicht um Investoren-Nachfrage, sondern um ungedecktes digitales Geld handelt, dass die Krypto-Kurse aufpumpt.

Anders gesagt: John Griffins und Amin Shams gehen sowohl davon aus, dass Tether nicht gedeckt ist, als auch dass das Unternehmen damit den Bitcoin-Kurs beeinflusst.

Bitcoin-Kurs-Manipulation durch eine Entität

Wie Bloomberg nun berichtet, bekommt das Paper bald ein Update. Das Brisante: Die Bitcoin-Kurs-Manipulation soll von einer einzigen Entität, einem sogenannten Bitcoin-Wal, ausgehen. Bloomberg zitiert Griffin wie folgt:

Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass anstatt Tausenden von Investoren nur ein einziger den Bitcoin-Kurs beeinflusst.

Ferner weise alles darauf hin, dass die Transaktionen unter den Radar der Börsen fallen würden. So heißt es in der neuen Studie laut Bloomberg:

Dieses Muster ist nur in Perioden nach dem Druck von Tether vorhanden, angetrieben von einem einzigen großen Kontoinhaber und unter dem Radar von anderen Börsen. Simulationen zeigen, dass diese Muster höchstwahrscheinlich nicht zufällig sind. Dieser eine große Akteur oder dieses Unternehmen wies entweder ein hellseherisches Markttiming auf oder übte einen extrem großen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs aus, der bei den Gesamtströmen anderer kleinerer Händler nicht zu beobachten ist.

Tether habe die Anschuldigungen zur Bitcoin-Kurs-Manipulation umgehend bestritten. Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet, handele es sich laut Tether-Anwalt Stuart Hoegner um einen Versuch, eine „parasitäre Klage“ zu unterstützen. Die Studie selbst basiere auf mangelnden Daten. Der wachsende Tether-Bedarf sei vielmehr auf ein steigendes Interesse der Öffentlichkeit zurückzuführen.

Auf Anfrage von BTC-ECHO reagierte John Griffin auf die Tether-Anschuldigungen:

Es gibt keine Mängel in unserer Studie. In der Vergangenheit war es immer so, dass Betrüger Fakten so lange attackieren, bis es nicht mehr geht.

BitFinex – Eine Bitcoin-Börse im Griff der Behörden

Die Querelen um die Bitcoin-Börse BitFinex, die personell und organisatorisch eng mit Tether verbandelt ist, reißen unterdessen nicht ab. Neben den aktuellen Vorwürfen zur Bitcoin-Kurs-Manipulation sieht sich der Krypto-Handelsplatz nach wie vor einer Klage gegenüber, 850 Millionen US-Dollar an Kundengeldern veruntreut zu haben. Darüber hinaus steht sie wegen massiver Marktmanipulation vor Gericht.

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